Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
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WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥
#1

i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 06.02.2021 02:33
von Josephine Alicia Carter | 190 Beiträge | 513 Punkte
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Kolonie Hotel

I'M GLAD YOU SURVIVED! because you mean so much to me


@Matthew Nolan


Wenn mich jemand gefragt hätte ob ich glaubte, dass wir das schaffen könnten, hätte ich nicht die geringste Ahnung gehabt was ich hätte antworten sollen. Dieser Tag hätte meiner Meinung nach gar nicht da sein müssen. Aber ich hatte ja so oder so keinen wirklich großen Einfluss auf die Welt oder darauf wie sie sich entwickelte. Doch jetzt gerade, saß ich vor Matt um ihm seine Wunden zu säubern und zu verpflegen. Zu sehen wie er während des Kampfes verletzt wurde, war wahrscheinlich einer der Gründe, weshalb ich selbst auch nicht unverwundet wieder herkam. Ich hörte mich innerlich noch rufen, hörte mich innerlich flehen, dass ihm nichts passieren sollte... und letztlich wurde ich doch erhört. Denn gerade war es egal wie beschissen die Welt aussah, weil ich einfach überglücklich war, dass er lebte. Mit meinen braunen Augen aus diesem leicht demolierten Gesicht, sah ich von unten her zu ihm rauf und konnte zuerst einfach nichts sagen. Wenn ich darüber nachdachte, dass eigentlich nur ein Augenblick die ganze Geschichte hätte ändern können. Wenn das alles nicht passiert wäre, wäre ich ihm und den Leuten vom Hotel nie begegnet. Wäre dann weiter verlobt oder schon verheiratet und würde mein Leben als Ärztin führen... eine Tatsache, die mir gleich während ich darüber nachdachte, sauer im Magen aufstieß. Ich gab mittlerweile die Suche nach meinem Verlobten auf. Eine Tatsache, welche ich Matt zu verdanken hatte. Er versüßte einem die Zeit und war wirklich gut darin einen abzulenken und aufzumuntern. Doch nun... saß ich da und dachte nur einen kurzen Augenblick nach...

Wenn nur eine Entscheidung anders gewesen wäre, hätte ich vielleicht jetzt nicht hier gesessen. Oder würde ihn nicht hier versorgen sondern vielleicht vergraben. Alles Optionen die nur durch kleine Entscheidungen entstehen konnten. Ich fand nun endlich meine Stimme wieder und beugte mich kurz ein wenig über die Wunde ehe ich wieder zu ihm raufsah. « das wird jetzt brennen », gab ich daher von mir und lächelte noch bevor es passiert war, entschuldigend zu Matthew rauf. Er kannte das schon aber trotzdem war dies einfach ein normaler und natürlicher Reflex, denjenigen vorzuwarnen. Also ließ ich nun die getränkte Kompresse um seine Wunde herum wandern, wischte damit noch die Rückstände weg um mir erstmal ein ordentliches Bild darüber zu machen. « ich bin froh, dass dir nichts passiert ist », murmelte ich ohne zu ihm raufzusehen. Ich sah mir einfach weiter die Wunde an und warf ihm dann aber einen weitaus mehr aussagenden Blick zu, als ich ihm zuwerfen wollte. Verdammt... wenn ich daran dachte, dass er jetzt nicht vor mir sitzen könnte oder gar nicht mehr leben könnte... das war ein Gedanke, der mich innerlich beinahe zerriss. Um meine eigenen Wunden die zum Glück nicht all zu schwer waren, machte ich mir eigentlich weniger Gedanken als um diesen Menschen der gerade vor mir saß und sich von mir behandeln ließ. Das Selbe galt für @Archibald Isaias Carter .« bist du wirklich okay? » Rein zur emotionalen Absicherung musste ich dies doch nochmal fragen. Es war ein Kampf den ich wirklich nicht wieder haben wollte. Aber wenn er wiederkommen sollte, würde ich genauso da stehen wo ich heute auch stand. An vorderster Front. Und trotzdem... trotz dieser Brutalität und den einschlagenden Gedanken und Ereignissen, war es sein Wohl welches mir wichtiger als meine eigenen Gedanken waren. Jedoch wollte ich es gar nicht so offen ausdrücken, wie ich es wahrscheinlich mit meinem Blick bereits getan hatte, den ich ihm zuwarf. Es steckte mehr dahinter als ein nettes 'schön, dass du nicht gestorben bist' und ich konnte es nichtmal beeinflussen. Den Blick weiter auf ihn gerichtet, atmete ich kurz tief durch und versorgte die Wunde langsam weiter.




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zuletzt bearbeitet 06.02.2021 07:57 | nach oben springen

#2

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 06.02.2021 11:16
von Matthew Nolan | 90 Beiträge | 249 Punkte
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Kolonie Hotel

Die Schlacht war geschlagen und dennoch fühlte ich mich nicht siegreich. Denn wir hatten auch Leute verloren. Gute Leute...Menschen, an dir wir uns gewöhnt hatten. Ich machte mir deshalb große Vorwürfe und lief Gefahr, die ganze Schuld dafür, auf mich zu nehmen. Deshalb war ich dankbar dafür, dass ich jetzt hier war, mit der einzigen Person, der ich noch halbwegs in die Augen sehen konnte. Der Deal mit der anderen Gruppierung machte das Ganze nicht besser, denn das bedeutete, dass es noch Konsequenzen zu erwarten gab. Aber wenigstens hatten die meisten von uns dadurch überlebt...die meisten.
Es war nicht immer einfach, Entscheidungen zu treffen, vor allem, wenn es nur vom Regen in die Traufe kam und keine zufriedenstellende Lösung bereit stand. Aber dafür war ein Anführer da und...ich hatte zum Glück @Archibald Isaias Carter , der voll dahinter gestanden hatte.
Das Hotel war nun einmal keine Armee, sondern eigentlich eine friedliche Kolonie, aber damit war es jetzt wahrscheinlich passé, denn wir hatten eine Tür geöffnet, die sich vorerst nicht verschließen ließ.
Wir waren vor ca einer Stunde zurück gekehrt und ich hatte Josephine gebeten, sich erstmal um die anderen zu kümmern. Währenddessen hatte ich mich kurz zurück gezogen, was normalerweise weniger meine Art war. Aber wie schon erwähnt, fiel es mir schwer, die Scherben des Kampfes jetzt schon aufzulesen. Manche, die noch bei Kräften waren, hatten die Leichen mitgenommen und an der Mauer vergraben. Das hatte ich aus dem Fenster meines Zimmers beobachtet, während ich wartete...darauf wartete, dass ich mich unbemerkt auf die Krankenstation stehlen konnte.

Als es dann so weit war, waren keine Worte nötig, sobald ich eintrat. Ich sah Jo an und sie mich...Dann begann sie schon mich zu versorgen, nachdem ich mich setzte. Eine Streifwunde am Arm, eine an der Seite meines Oberkörpers. Eine falsche Bewegung und sie hätten ins Herz getroffen, als ich gerade dabei war, Jemanden den Rücken frei zu halten. Ein paar Kratzer im Gesicht...Nichts, was ich für schlimm befand. Aber es fiel mir schwer, Jo anzusehen. Sie hatte ebenfalls alles gegeben und ich war mir nicht sicher, wie das alles geendet hätte, wäre sie dabei umgekommen. Immer wieder wurde meine ungewohnt stumme Art von tiefen Atemzügen begleitet. Mein Blick hing meist am Boden oder auf ihren Händen, die wieder mal ihr Können unter Beweis stellten.
Für einen Moment zuckte ich, auch wenn sie angekündigt hatte, dass es brennen würde. Und kurz darauf sagte sie, dass sie froh war, mir seie nichts passiert. Damit rang sie mir ein sanftes Schmunzeln ab, aber ich antwortete nicht sofort darauf.
Erst, als sie noch einmal nachhakte, ob wirklich alles okay sei, regte ich mich wieder. Ich hob meinen Kopf und sah sie an. Ich war so froh, dass sie jetzt hier war, aber ich konnte es ihr nicht sagen. Etwas hielt mich davon ab, also wählte ich eine Antwort auf ihre Frage.
"Ich frage mich, ob es das wert war...". Sicher wusste sie, wie ich es meinte, denn sie kannte mich nach meinem Bruder am besten hier. Mit Jo hatte ich schon viele Sachen geteilt, die ich sonst mit niemandem teilte. Natürlich sagte ich auch ihr nicht alles, vor allem, wenn es um sie ging. Es war schon etwas kompliziert, wenn der beste Kumpel ausgerechnet ihr Bruder war, aber ich war mir fast sicher, dass er nichts dagegen hätte, wenn...
Noch während sie an meinem Oberkörper beschäftigt war, griff ich nach ihrer Hand und hoffte, sie würde aufsehen. "Wir hätten alle drauf gehen können. Das war eine reine Selbstmordaktion. Und es ist meine Schuld, dass manche es nicht überlebt haben.". In mir keimte zusätzlich zu meinem Gewissen, auch Wut auf. Meine Worte waren fest, ganz und gar nicht ruhig. Normalerweise wusste ich mich zurück zu halten. Ich war selten schlecht gelaunt und schon gar nicht wütend...Das hatte ich in meiner Vergangenheit gelassen. Aber hier vor ihr konnte ich ehrlich und offen sein, oder?

@Josephine Alicia Carter





zuletzt bearbeitet 06.02.2021 11:17 | nach oben springen

#3

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 24.03.2022 21:48
von Josephine Alicia Carter | 190 Beiträge | 513 Punkte
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Kolonie Hotel

Die Tatsache, dass die Streifschüsse die ich gerade vor mir sah, nicht so schlimm waren, wie sie es hätten sein können, beruhigte mich... ein bisschen zumindest. Nicht viel aber ein bisschen. Es hätte eben genauso gut tiefergehend treffen können... es hätte ihn töten können. Diesen Gedanken jedoch wollte ich gar nicht erst zulassen. Ich konnte es nicht zulassen, daran zu denken ihn oder gar meinen Bruder auch noch verlieren zu können. Natürlich redete ich es mir schön... denn ganz ehrlich?! Alles andere war bloß unnötiger Pessimismus. Natürlich hatten wir Leute verloren. Wichtige, gute Leute. Und trotzdem war ich froh, dass die Menschen die mir am nächsten standen, eben doch noch am Leben waren.
Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, als Matt trotz meiner Ankündigung zusammenzuckte, mein Blick hob sich daher nur einen kurzen Moment und im nächsten sah auch ich ein kleines Schmunzeln auf seinen Lippen, ehe ich den Blick wieder zu seinen Wunden wandte. Doch seine Worte ließen mich kurz tief ein und ausatmen.
«Ich weiß nicht ob es das wert war... aber ganz ehrlich?! Das wissen wir nie wirklich...» Meinen Blick ließ ich bewusst noch auf seiner Wunde, säuberte diese und kümmerte mich darum sie zu versorgen, bis ich die Berührung seiner Hand an meiner spüren konnte und mein Blick sich automatisch in seine Augen hob. «Hör auf dich selbst fertig zu machen, Matt... du konntest das vorher nicht wissen. Und du musst dir nicht die Schuld geben. Natürlich haben wir großen Verlust gemacht, aber...», meine Hand die er vorher noch ergriffen hatte, legte sich nun an seine während ich ihm fest in die Augen sah. «Nichts davon bist du in Schuld, klar? Und das hat nichts damit zu tun, dass du als Anführer irgendwie die Schuld tragen müsstest weil du die Verantwortung tragen würdest. Wir wären auf sowas nie wirklich vorbereitet gewesen... da hätten wir noch so viel probieren können...» Leicht strich mein Daumen über die Haut seines Handrückens, ehe ich die Hand wieder zu mir zurücknahm und mich nun auch um die andere Wunde kümmerte. «Im Ernst Matt, du hast das getan, was man als Anführer eben tut... du wolltest das Beste für die Kolonie.» Ich schätzte seine offenen Worte trotzdem sehr. Ich mochte es, wenn wir offen und ehrlich miteinander umgehen konnten. Sowas war in der heutigen Zeit nämlich nicht mehr all zu normal. Alle waren verschlossen, traumatisiert oder hatten Vertrauensprobleme. Was kein Wunder war. Denn viele hatten schon oft damit zu kämpfen, dass sie Fremden vertrauten und es letztlich bereuten. Als ich herkam hatte ich mehrere Optionen. Entweder ich vertraute ihm und er hätte mich aufgenommen, entweder ich vertraute ihm und bekäme die Arschkarte dafür, oder aber ich hätte mich gegen ein Vertrauen entschieden und hätte mich weiter allein durchkämpfen müssen. Letztlich war Option 1 eben doch die bessere. Ich hatte ihm von Anfang an meine Sachen anvertraut und diese der Kolonie beigesteuert und ich hatte es nicht bereut. Heute waren wir wirklich gute Freunde. Und er bedeutete mir wirklich unglaublich viel. «Was glaubst du, wie die Leute es verkraften werden?» Natürlich war es frisch, aber dennoch wollte ich seine Meinung dazu hören. Ich hatte schon ein Paar Menschen um mich gehabt, bei manchen konnte man ansehen, wenn sie am Ende waren und sich nicht wieder davon erholen würden. Und Matt kannte die Menschen hier am längsten von uns beiden. Während ich ihm diese Frage stellte, tupfte ich vorsichtig seine Wunde sauber und sah mir an wie tief sie wirklich war, ehe ich meinen Blick nochmals zu ihm nach oben wandte.

@Matthew Nolan




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#4

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 25.03.2022 12:11
von Matthew Nolan | 90 Beiträge | 249 Punkte
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Kolonie Hotel

Sie hatte Recht. Wir hätten es nicht wissen können, aber erahnen. Und ja...wir hatten keine Wahl gehabt, als uns zu verteidigen, aber Ich hätte eine Wahl gehabt, ob wir uns mit der anderen Kolonie, die uns auf dem Weg aufgehalten hatte, verbünden. Die Konsequenzen, die sich daraus zogen, waren mir noch nicht bewusst, aber ich hatte es im Hinterkopf...unentwegt. Was, wenn das nur ein perfider Plan war, uns einzunehmen? Wenn sie nur schlechtes im Sinn hatten? Der Anführer der Traitors war mir jedenfalls nicht geheuer. Aber wären sie nicht gewesen, wären wir vermutlich alle tot, oder ein größerer Teil von uns.

Was wäre, wenn... Genau das war falsch. Genau das war es, an das ich nicht denken durfte. Aber es fiel mir schwer, die Gedanken an vergangenes und zukünftiges, weg zu schieben und einfach im Moment zu leben, wie es sein sollte. Jedenfalls für ein paar Tage. Ich durfte mir vor den anderen nichts anmerken lassen, musste standhaft und stark wirken und das würde ich auch schaffen. So wie immer. Denn wenn sie sahen, dass ich mental schwächer aus diesem Kampf gegangen war und die Verluste mich etwas zurück warfen, was für ein Anführer wäre ich dann?
Bei Jo erlaubte ich mir diese Schwäche kurz, hatte aber schon beschlossen auch sie nicht gänzlich in meine Gedankenwelt treten zu lassen. Sie versuchte alles zu beschönigen, mir zu suggerieren, dass ich es nicht anders hätte händeln können, mir die Schuld zu nehmen. Innerlich schüttelte ich den Kopf, aber nach aussen hielt ich still. Ihre Hand, die jetzt an meiner lag, war wohltuend und gleichzeitig bestärkte sie meine Schwäche, weil ich es als heilend empfand. Ich gab keine Widerworte und nahm mir ihre Worte zu Herzen, auch wenn ich dem nicht ganz zustmmte.
Jo kümmerte sich nun um die zweite Wunde, die ebenfalls halb so wild war. Dieses mal zuckte ich nicht zusammen, was auch dem geschuldet war, dass ich mich nun an ihre Berührungen gewöhnt hatte. "Ich habe noch nicht die Zeit gefunden, mit allen zu reden. Vielleicht will ich das auch gerade nicht.". Am liebsten hätte ich mich von dem Leid abgekapselt, aber ich wusste es besser und ich würde damit umgehen können, komme, was wolle.
"Aber es tut gut, mit dir zu reden." fügte ich noch hinzu, als sie gerade eine Mullkompresse mit Pflasterband an meiner Wunde anbrachte. Als sie sich wieder aufrichtete, sah nun ich u ihr auf, weil ich ja noch immer saß. Ich sah sie für einen langen Moment einfach an und ließ keinen Schluss zu, was in mir vor sich ging. Mein Blick war verhalten, einfach, weil ich nicht wusste, wie sie reagierte, wenn ich sie so ansah, wie ich es eigentlich gern getan hätte.
Der Tod war uns heute unheimlich nah gewesen...so nah, dass ich immer noch schwer realisieren konnte, wie sehr.
Aber gerade wurde mir wieder klar, wie schnell es hätte gehen können, dass Josephine ebenfalls gefallen wäre. Sie kämpfte überragend, aber das musste nicht bedeuten, dass sie überlebte. Niemand hatte eine Garantie dafür.
Und dann überkam es mich...Es waren nicht nur die Verlustängste, was sie betraf, sondern auch das, was ich schon seit längerem fühlte, was jetzt an die Oberfläche treten wollte. Unverzüglich und sofort...ohne mir überhaupt einen Augenblick zu geben, darüber nachzudenken.

Nun stützte ich mich ab und stand auf, so dass ich direkt vor ihr stand. Ich legte meine Hand in ihren Nacken und öffnete den Mund, ohne sofort etwas zu sagen. Meine Stirn runzelte sich und nun war mehr in meinem Blick zu lesen, der nur ihr galt. "Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn es dich erwischt hätte." brachte ich flüsternd hervor, ehe ich meine Stirn an ihre legte und die Augen für einen Moment schloss. Doch noch bevor dieser Moment sich weiter entwickeln konnte, ging die Tür auf und einer der neuen Besucher lugte herein. Zwar zog er seinen Kopf zurück und schloss die Tür wieder, aber dennoch hatte es mir meinen Mut genommen, weiter zu gehen. Ich hatte meinen Kopf wieder zurück gezogen und natürlich meinen Blick auch für ein paar Sekunden der Tür gewidmet.

@Josephine Alicia Carter





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zuletzt bearbeitet 25.03.2022 12:11 | nach oben springen

#5

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 25.03.2022 22:59
von Josephine Alicia Carter | 190 Beiträge | 513 Punkte
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Kolonie Hotel

Natürlich verschönerte ich vieles der Dinge. Ich wusste einfach, was es mit einem machen konnte, wenn man sich die gesamte Schuld selbst zuschob. Als ich Noah, meinen Verlobten damals verloren hatte, hatte ich ebenfalls mir die Schuld gegeben. Und das war nur für eine Person. Matt würde sich hier die Schuld für etwas geben, was weitaus weitreichender sein würde. Und vielleicht wollte ich auch einfach nicht, dass er sich schlecht fühlte. Es war nicht gut es zu verdrängen, aber es war genauso wenig gut, es einen überrollen zu lassen.
Doch ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, als ich die Worte von ihm hören konnte. «Das ist gut... und du weißt, dass du jederzeit mit mir reden kannst. Dafür bin ich schließlich da», fügte ich noch hinzu und stand dann jedoch auf um nun damit weitermachen zu wollen, die Sachen wieder in die Schränke zu räumen. Doch bevor ich das tat, ließ ich nochmal kurz den Blick über ihn wandern, über die nun versorgten Wunden. Es tat gut zu wissen, dass es ihm gesundheitlich soweit gut ging. Es gab mir einfach ein beruhigendes Gefühl, dass es nur Streifschüsse waren. Allein der Gedanke, dass ihm oder meinem Bruder oder Alex irgendetwas passiert wäre... nein ich durfte daran gar nicht erst denken.
Doch ich hatte gerade sowieso keine Zeit darüber nachzudenken, denn Matt zog mich aus jeglichen Gedanken heraus, indem er sich so direkt vor mich stellte und mir dieser unvergleichbare Duft von ihm in die Nase flog, wenn nun auch Nuancen einflossen, die wohl dem Tag verschuldet waren. Gefolgt von seiner Hand in meinem Nacken, die sogleich einen Schauer auf meiner Haut auslöste, und meine komplette Aufmerksamkeit auf ihn zog, blickte ich ihm direkt in die Augen. Diesen Blick mit dem er mich in diesem Moment ansah, hatte ich bei ihm noch nie gesehen. Er war anders. Irgendwie... intensiver... ausdrucksstärker. Mein Blick ging kurzzeitig im Wechsel von einem zum anderen Auge, bis die Worte durch meine Ohren drangen und einen kurzen Moment lang brauchten, bis sie wirklich in meinem Hirn ankamen. Er sprach das aus, was ich dachte, aber eben nie aussprach. Nicht in dieser Form. Nur als eine Freundin, die sich eben Sorgen um ihn machte.
Diese Art und Weise wie er mich in diesem Moment angesehen hatte, wie er mir entgegenflüsterte und dann auch noch seine Stirn gegen meine lehnte, die sich so unglaublich warm und beruhigend anfühlte, war ein unglaublich vertrauter Moment. Und dabei dachte ich, dass wir uns im allgemeinen schon sehr vertraut gewesen wären.
Fast schon automatisch schlossen sich für einen kurzen Moment auch meine Augen, während seine Stirn so gegen meine lehnte. Obwohl ich sonst so gefasst war und mich selten etwas aus der Fassung brachte, war dies gerade der Moment, der mich doch unglaublich aus der Bahn warf. Ich fühlte mich so berauscht von dieser wenn auch kurzen Nähe, aber zeitgleich auch wie versteinert.
Erst als die Tür auf und wieder zuging, löste sich diese Versteinerung und meine Augen öffneten sich augenblicklich. Einen winzigen Moment lang sah ich zur Tür und dann doch nochmal zu ihm, hörte auf meine Intuition und legte eine Hand an seine Wange um seinen Blick wieder zu mir zu richten. Mein Blick lag direkt in seinen Augen, beinahe schon verlor ich mich darin, ließ mich von diesen schönen Augen fesseln, ehe ich durchatmete und meine Lippen im nächsten Moment einfach auf seine legte. «Ich will mir gar nicht ausmalen, dass dir irgendwas hätte passieren können...», war so ziemlich die einzige Antwort, die ich ihm gegen seine Lippen flüsterte. Ich wollte nichts sagen aber ich wollte seine Worte auch nicht einfach so im Raum stehen lassen. Ich hoffte nur, dass ich hier gerade das Richtige tat und nicht irgendwas in diesem Moment interpretierte, was vielleicht gar nicht da war.

@Matthew Nolan




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#6

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 31.03.2022 11:39
von Matthew Nolan | 90 Beiträge | 249 Punkte
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Kolonie Hotel

Ich wusste, dass ich mit ihr reden konnte und ich wusste auch, dass sie mich nicht verurteilen würde...Und dennoch hatte ich gerade eine kleine Blockade erschaffen. Es war Arbeit, sie wieder zu überwinden und ich tat mich jetzt schon daran, es zu versuchen. Nur für mich selbst, nicht, um weiter über das Geschehene der letzten zwei Tage zu reden. Ich fühlte mich besser, wenn ich es nicht mehr aussprach, es wenigstens für eine kurze Weile verdrängte, ehe ich mich dem wieder stellen musste. Schon, als wir alle auf dem Rückweg gewesen waren, mehr oder minder verletzt, hatte ich versucht, mir die richtigen Worte zurecht zu legen, die ich an die Kolonie richten konnte. An das, was davon noch übrig war...
Und auch wenn mir sicher ein paar gute Sätze eingefallen waren, verwarf ich sie spätestens jetzt wieder. Denn inzwischen waren meine Gedanken klarer, wenn auch überschattet von den Verlusten. Mir würde etwas besseres einfallen, nur nicht jetzt.
Zum Glück schaffte ich eine Ablenkung und nein, ich sah es in diesem Moment nicht als das. Eher sah ich es so, dass etwas passierte, was schon längst fällig gewesen war. Bisher war ich der Meinung, dass so etwas wie Liebe...und das wäre schon weit vorgegriffen, nichts in der heutigen Welt zu suchen hatte. Nichts in meiner, denn so wie auch ich jeden Tag darauf gefasst sein sollte, ins Gras zu beißen, so war es doch auch mit den anderen. Aber ich hatte schon lange gemerkt, dass es ein paar spezielle Menschen gab, bei denen ich wissend zusammenbrechen würde, wenn sie es nicht schafften. Das war rein natürlich...Aris, mein Bruder und natürlich Josephine, die hier vor mir stand und keine Anstalten machte, sich zurück zu ziehen, als ich ihr näher kam. Es war die Angst, sich einzugestehen, dass es doch mehr war...dass ich weiter gehen würde und ihr Verlust mich dann noch mehr schmerzte. Ich war nicht der Einzige, der so dachte, aber andere waren mutig genug, es drauf ankommen zu lassen. Und ich? In mir hatte sich etwas geregt, weil ich eben nur mehr daran erinnert wurde...und es fast hatte spüren können, wie die Leben, dir mir am wichtigsten waren, durch meine Finger rinnen.

Mich durchflutete eine Welle der Wärme, als sie mir wieder näher kam. Ich kannte dieses Gefühl...aber es war lange her, dass ich es so intensiv wahrnahm. Manchmal, ganz leicht, wenn ich sie ansah, aber nicht zu vergleichen mit Jetzt. Und auch wenn da noch ein letzter Zweifel war, ließ ich es vollkommen gewähren. Immerhin hatte ich den Anstoß hierfür gegeben und war erleichtert...glücklich, für diesen Augenblick, an dem das passierte, was ich mir nicht nur einmal ausgemalt hatte. Ich erwiderte den Kuss, der noch zaghaft war, ehe ich ihre leisen Worte vernahm, die sich wie Balsam auf meiner Seele anfühlten. Ein leises Schmunzeln begleitete nun mein nächstes Handeln. Ich küsste sie erneut und dieses Mal war der Kuss von längerer Dauer. Als ich mich wieder löste, war aus meinem Schmunzeln ein Lächeln geworden. Nicht nur, weil ich froh darüber war...sondern auch aus dem Grund, den ich ihr gleich nannte, nachdem ich einen tiefen Atemzug tätigte. "Ich bin froh, dass es nicht Aris war, der hier eben aufgekreuzt ist.". Ohne es zu wollen, musste ich kurz auflachen. Es war kein herzliches lautes Lachen. Nur ein kurzes, dass nur diesem Satz galt. Ja...und dann... Wir standen uns noch immer gegenüber, aber etwas weiteres zu sagen viel mir schwer. Lieber hätte ich weiter ihre Nähe auf diese Weise genossen...

@Josephine Alicia Carter





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#7

RE: i am glad you survived - Matt & Jo - nach dem Angriff - Krankenstation

in Im Hotel 29.04.2022 22:20
von Josephine Alicia Carter | 190 Beiträge | 513 Punkte
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Kolonie Hotel

Ich würde seine Gedanken verstehen können. Ich wusste wie es war wenn man sich eine Schutzmauer aufbaute. Als ich dachte mein Bruder sei tot, hatte ich mir diese Schutzmauer aufgebaut. Und auch seit ich dachte, dass mein Verlobter tot war, hatte ich sie aufgebaut. Doch seit es die Kolonie, meinen Bruder und vor allem auch Matt in meinem Leben gab und ich jeden Tag damit verbringen durfte, in die Gesichter dieser wundervollen Menschen zu blicken, gab es wieder Hoffnung. Ich wusste nicht wirklich worauf es Hoffnung gab, aber ich spürte sie. Es war so lang her, dass ich so etwas wie diese Gefühle hier spüren konnte. Mich jemandem nah zu fühlen, mich mit jemandem verbunden zu fühlen. Viel zu lang war es her. Doch mit Matt fühlte sich alles so leicht, so einfach an. Daher wollte ich die Nähe zu ihm auch nicht lösen obwohl er sich nach diesem intensiveren, längeren Kuss doch wieder löste. Dieser Kuss gab mir irgendwie ein Stück weit das Gefühl von einem normaleren Leben. Von Gefühlen, die man in dieser Zeit vergessen zu haben schien. Es fühlte sich... nach Zuhause an. Bei seinen Worten jedoch, entwich mir ein amüsiertes, kleines und hörbares Schmunzeln. «Ja... ich glaube, dass das eher kontraproduktiv wäre. Außerdem, möchte ich nicht unbedingt meinen Bruder dabei haben, wenn ich... den ersten Kuss seit langer Zeit erlebe.» Meine Hände legten sich auf seiner Brust ab, hoben und senkten sich mit seinem Atem im Einklang und ich konnte unter meiner Handfläche seinen Herzschlag spüren. Eines der normalsten Dinge auf dieser Welt und doch... fühlte es sich gerade an als wäre es das wertvollste, was einem je passieren konnte. Mein Blick glitt von meinen Händen die auf seinem Oberkörper ruhten, hoch zu seinen Schultern, zu seinen Lippen nur um dann letzten Endes wieder an seinen Augen anzukommen. Ich wollte nichts sagen, viel zu sehr beschlich sich in mir das Gefühl, wenn ich etwas sagen würde, dass dieser Moment verschwinden könnte. Und dies wollte ich gerade unter keinen Umständen. Es war so viel los, wir hatten so viel verloren, die Welt war nicht mehr als eine riesen Horde wandelnder Leichen. Doch das hier... diese kleine Blase die sich um uns beide gelegt hatte als sich unsere Lippen das erste Mal trafen, war ein Gefühl von unglaublicher Geborgenheit. Und ich wollte gerade nur ungern aus dieser kleinen Blase austreten und sie vielleicht mit irgendwelchen Worten zerstören. Stattdessen verlor ich mich einen Moment lang in seinem Blick, in seinen Augen ehe ich mich seinem Gesicht wieder einen Moment lang näherte und nur ganz leise und ganz zart ein Murmeln von mir gab «ich muss es nochmal tun...» Vielleicht wollte ich auch nur sichergehen, dass ich nicht träumte und gleich aus meinem Traum gerissen werden könnte.

@Matthew Nolan




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