Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
Date
WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥
#1

Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 04.11.2018 15:52
von Jersey (gelöscht)
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Washington - City of hope
{Prolog}
The arrival


Washington - die Hauptstadt unseres Landes. Sitz der Regierung und damit die vielleicht sicherste Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika. Das glaubte ich tatsächlich. Mein Dad war beim Militär und ständig unterwegs die Welt zu retten. Er hat es wohl nicht geschafft. Ganz im Gegenteil, die Welt schien kurz vor dem Untergang zu stehen. Alles brach zusammen und plötzlich war ich alleine. So wie auch hunderte andere. Ich habe keine Ahnung was mit meiner Familie passiert ist, bei der Überfahrt nach New York wurden wir getrennt. Und dann? Mein Ziel war Washington. Ich bildete mir ein das gerade hier alles in Ordnung sein müsste. Das gerade hier das Militär einen Schutzwall aufgebaut hätte. Hier war doch der Präsident, die hohen Militärs von denen Dad immer redete und hier war der Geheimdienst. Scheinbar hat das alles nichts bedeutet.
Als ich zum ersten mal die Stadt sah, zerbrach etwas in mir. Vereinzelte Rauchschwaden hingen über der Stadt. Und auch hier war es wie überall sonst, Beißer regierten die Straßen. Dennoch gab ich nicht auf. Ich musste es sehen. Und so bin ich in die Stadt rein, ich wollte mich umschauen. Zudem brauchte ich Proviant und vielleicht hatte ich ja Glück und würde jemanden von der Regierung treffen.
Doch da war niemand. Etwa zwei Wochen bin ich durch die Stadt geirrt. Drei ein halb Tage davon habe ich unter einer Brücke gehangen. Ich machte es wie beim Campen, wo die Lebensmittel an einen abstehenden Ast gehangen wurden, damit sie nicht von Bären oder anderen Tieren gefressen wurden. Ich kannte mich etwas aus im Klettern und wusste wie ich es anzustellen hatte. An diesen Tagen aber hatten sich Beißer unter mir versammelt. Ich kam nicht weg. Irgendwann ertönten Schüsse und lockten sie weg. Für mich ein Zeichen das es Menschen gab. Ich hatte kein Wasser mehr und nichts mehr zu Essen. Also folgte ich den Schüssen, suchte mir einen erhöhten Aussichtspunkt und wartete auf die Dunkelheit. Und dann konnte ich zum ersten mal die Lichter des Güterbahnhofs sehen. Allerdings wusste ich da noch nicht was es war. Ich sah nur Licht und wusste das dort Menschen waren.
Am nächsten Tag schaute ich es mir aus sicherer Entfernung näher an. Es schien eine Siedlung zu sein. Allerdings herrschte auch hier scheinbar ein rauer Ton. Die Menschen waren bewaffnet. Einige schlugen sich. Und so wie sie aussahen, bedeuteten sie ärger. Allerdings hatten sie auch Lebensmittel. Ich sah wie morgens ein kleiner Trupp das Lager verließ und gegen Nachmittag wieder kam. Sie hatten einen gefesselten Mann dabei und einige Kisten die sie in das einzige gemauerte Gebäude brachten. Das musste ihr Lager sein. Vielleicht war es dumm aber es war auch verlockend.

In der nächsten Nacht hing ich meine Habseligkeiten unter die Decke einer alten Lagerhalle. Steigeisen und Seile samt Haken waren schnell gepackt. Ich schlich mich näher heran. Es gab Wachen und zwischen den Waggons gab es einzelne Feuer an denen Männer saßen. Ich wartete bis es ruhiger wurde. Ich kann nicht sicher sagen wie spät es wirklich war. Und dann schlich ich los. Es gab eine riesige Hall für Züge, hier war das Dach mein erstes Ziel. Die Mauer war nicht glatt und bot einigen Halt für die Steigeisen und mit dem Seil war es schließlich ein leichtes hinauf zu kommen. Das Dach von dem gemauerten Gebäude, da wo ich das Lager vermutete, war etwas entfernt aber mit Anlauf und einem guten Sprung war auch das zu schaffen. Ich lauschte und es war noch immer ruhig. Durch ein Dachfenster verschaffte ich mir Zutritt und dann… dann musste ich suchen. Wenn mal jemand kam, versteckte ich mich. Es war nicht das erste mal das ich mir auf diese Art und Weise Lebensmittel besorgte. Das Lager mit den Lebensmitteln war schnell gefunden. Es war wie ein kleiner Jackpot. Hier gab es tatsächlich alles! Ich schnappte mir einen der leeren Rucksäcke an der Wand und begann damit allerlei Dosen und Packungen hinein zu stopfen. Es gab sogar Cola. Echte Cola! Zwei Dosen mussten mit. Dazu auch ein paar Kekse, ein paar Dosen mit Bohnen, Ravioli oder Erbsen. Den Rucksack auf dem Rücken war ich bereit wieder zu verschwinden. An der Tür hielt ich noch mal inne, öffnete sie einen kleinen Spalt und lauschte. Mein Plan sah so aus durch die Tür zu verschwinden. In der Dunkelheit die Mauer zu erreichen und…

Es gab einen Schlag. Ich bekam noch mit wie mir was ins Gesicht schlug. Für einen Moment sah ich Sterne und dann wurde es dunkel. Anscheinend hatte ich doch die Aufmerksamkeit einer der Wachen auf mich gelenkt. Jedenfalls wartete sie bis ich raus wollte und schlug mir die Tür entgegen. Arsch!
Ich weiß nicht wie lange ich weg war aber ich merkte als ich wieder wach wurde. Mein Kopf dröhnte und ich hatte den Geschmack von Blut im Mund. Es dauerte bis ich meine Sinne auch nur Ansatzweise wieder beisammen hatte. Ich lag nicht, ich saß. Aber ich konnte mich nicht wirklich bewegen. Ich hob etwas den Kopf an, was das Dröhnen im inneren nicht besser machte. Ich blinzelte. Es war hell und in den ersten Momenten konnte ich nicht wirklich etwas erkennen.


@Raphael Black
Ich hoffe du hast dir den Anfang in etwa so vorgestellt. Ich kann auch noch mal ändern.


zuletzt bearbeitet 05.11.2018 17:52 | nach oben springen

#2

RE: Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 05.11.2018 18:17
von Raphael Black | 486 Beiträge | 1068 Punkte
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Kolonie Traitors

DAY 487, MARCH 2017


Die Dunkelheit zog über das Land, tauchte die Umgebung in die düstere Gewissheit der Nacht und der Tag bekundete sein Ende. Die letzten Sonnenstrahl verabschiedeten sich in die Ferne hinter einer großen Gebirgskette. Raphael stand auf den Wall und ließ seinen Blick über das von ihm Erschaffene schweifen. Der Bruder, der Freund, der Gefährte, der Partner neben ihm im stillen Einklang. Jeder Tag barg neue Gefahren, Gefahren die ausgemerzt werden mussten. Stunde um Stunde erschienen neue Untote, genügend um sie alle auszulöschen, wären da nicht die Mauern gewesen. Und die vereinzelten Lichter tauchten die Anlage in wohlige Dämmerung. Die Schüsse dürften auch andere Überlebende angelockt haben, darum mussten sie sich am nächsten Tag kümmern.


DAY 488, MARCH 2017


Die Kälte kroch den Männern durch Mark und Bein als sie das Gelände verließen. Er selbst führte den Stoßtrupp an, hatte er die besten Kenntnisse über das Gebiet, die Gedanken und Pläne die ihn das bekommen ließen, was er wollte. Stunden krochen ins Land, doch die Männer wurden fündig, keinen Kilometer entfernt wanden die Traitors ein Lager mehrerer Überlebender. Der Überraschungsangriff war geschickt und er verlor keinen seiner Männer. Doch das Gegenüber wurde ausgemerzt, es schaffte lediglich einer zu entkommen. Wie Hunde rannten die Männer dem Flüchtling hinterher, fingen ihn ein, brachten ihn zu ihrem Anführer - ihm. Er ließ vorerst Gnade walten, befohl zweien seiner Männer ihn in die Kolonie zu bringen, die anderen eigneten sich das an, was die Leichen nicht mehr gebrauchen konnten. Es war Nachmittag, die Sonne hatte die Erde erwärmt als sie im Güterhof ankamen. Die großen Tore öffneten sich und die Truppe betrat die Heimat. Mit einem lauten Krachen wurde das Metall hinter ihnen wieder verschlossen. Man brachte die Güter an ihren Ort, das laute Treiben interessierte den Anführer nicht, er setzte seinen Weg fort, fort um Gedanken zu ordnen und sich Notizen zu machen.


DAY 489, 1 o'CLOCK IN THE NIGHT, MARCH 2017


Ein Signalruf riss den Mörder aus seinem wohligen Schlaf. Sofort war er hellwach, die Müdigkeit verdrängt, der Geist klar. Das Funkgerät machte sich erst durch ein Rauschen bemerkbar, schließlich erklang eine Stimme am andere Ende. Ein Eindringlich, wohl ein Einzelner, doch die Männer suchten nach weiteren. Raphael verkündete, dass er sogleich am Lager eintreffen würde. Keine fünf Minuten später hatte er den dunklen, nur durch wenige Feuer erhellten, Hof überquert und erschien wie ein Schatten am Eingang ihres Vorratslager. Ein bewaffneter Untertan deutete auf ein junges Mädchen, die Locken von Blut verschmiert. Belustigt blickte er auf die Bewusstlose hinab. Er fragte nach weiteren Eindringlingen, doch sein Gegenüber schüttelte den Kopf, sie suchten noch. War sie etwa allein eingebrochen und hatte das Unschaffbare versucht? Seine Neugierde war geweckt. Mit einem Fingerschnippen brachte man sie in eine der'Zellen' ins Hauptgebäude. Ein Zimmer mit Waschbecken, Bett und einem Stuhl. Fürs erste war die Nacht beendet.


DAY 489, 8 o'CLOCK IN THE MORNING, MARCH 2017


Hatte Raphael den Rest der Nacht an dem Bett des Mädchens gesessen, wortlos gewartet bis sie die Augen öffnete und wieder zu Bewusstsein kam. Keine Müdigkeit lenkte den Black ab, er war ruhig und hellwach. Er besah sich das Gesicht der Kleinen, zog Schlüsse, urteilte über ihre letzten Monate ehe Bewegung in den kleinen Körper kam. Die Atmung wurde hastiger, der Körper hatte den Ruhezustand des Schlafes verlassen. Die Augenlider wackelten und öffneten sich einige Minuten später. Sie bemerkte ihn nicht, seine Anwesenheit noch ungewiss für sie. Ein Räuspern seinerseits und er hatte ihre Aufmerksamkeit. Ein Grinsen überzog seine Lippen und er faltete die Hände auf seinem Schoß zusammen. "Guten Morgen, Liebes. Hast du gut geschlafen?" Mit einem Klopfen an der Wand signalisierte er der Wache vor der Tür, dass es Zeit war, sie zu wecken, sie war seine Stiefmutter. Auf den ersten Blick die liebe Frau voller Verständnis, die Frau der man vertrauen konnte. Der Mörder hielt dem Mädchen ein Glas Wasser entgegen. "Trink. Wir warten noch auf einen weiteren Gast. Nur wenige Minuten, dann wird er zu uns stoßen."

@Jersey @Irina Black - ich hoffe für euch beiden passt es auch.



       

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#3

RE: Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 06.11.2018 10:46
von Jersey (gelöscht)
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›Dreck elender! Was zur…‹ Das denken schmerzte, mein Kopf dröhnte. Taubheit, ich fühlte eine Taubheit in meinen Gliedern die nur langsam zu entweichen schien. Mein Rücken fühlte sich an als hätte ich Mühlsteine geschleppt. Meine Lippe schmerzte und ich schmeckte Blut. Meines?

Auf meinem Weg nach Washington habe ich bereits einige Gruppen und Menschen erlebt. Mit einigen war länger unterwegs, mit anderen kürzer. Mit einigen freiwillig, mit anderen nicht. Menschen bedeuteten in den meisten fällen ärger. Besonders in schwer bewaffneten Gruppen. Und vor allem immer dann, wenn die Mehrheit aus Männern bestand denen man Nachts lieber nicht begegnete. Am Anfang war es meine Naivität, die mich in die erste Gruppe schickte. Beim zweiten mal war es Dummheit und beim dritten mal unvorsichtiges handeln. Es war vielleicht nicht die cleverste Idee die ich hatte, aber manchmal musste man Risiken eingehen. Ich war klein, konnte mich leise bewegen und ich war flink. Die besten Voraussetzungen - eigentlich. Bisher ging es immer gut. Vielleicht wurde ich zu leichtsinnig.

Ich blinzelte in ein Licht und langsam wich die Taubheit aus meinem Körper. Mehr als ein krächzendes Stöhnen brachte ich noch nicht hervor. Meine Kehle war trocken, mein Mund war trocken und es schmeckte nach Blut. Ein ekelhafter aber doch bekannter Geschmack an den man sich wohl nie gewöhnt. Langsam kamen Bilder zurück. Es war Nacht. Eine Wand, ein Dach, ein Sprung… Der Lagerraum. Der gut gefüllte Lagerraum und die Cola. Echte Cola! Und dann der Schlag. Ich erinnerte mich mit einem dumpfen dröhnen in meinem Kopf. Ich blinzelte ins Licht, hob langsam die Hand an meinen Kopf.
Ein Räuspern erklang und meine Augen öffneten sich schlagartig. Die Bilder in meinem Kopf wurden klarer. Und auch mein verschwommener Blick wurde schärfer. Ich richtete mich auf, zu schnell. Hinter mir war eine Wand, gab mir halt aber hinderte mich auch zu fliehen. Die Worte des Mannes hallten hämisch durch meinen Kopf. Mein Blick versuchte den Mann zu erfassen. Mühsam schob ich mir einige Haare aus dem Gesicht.
Er war groß, trotz das er saß. Seine kräftigen Hände lagen ruhig und gefaltet auf seinem Schoß. Er blickte mich aus dunklen Augen an und das erste was mir auffiel war die Narbe über dem linken Auge. Ich starrte ihn an, ließ meinen Blick einen Moment wandern. Es war ein kleiner Raum und nur spärlich ausgestattet. Instinktiv versuchte ich Abstand zu gewinnen, erfolglos. Ich bedachte ihn mit einem Blick, den tausend Flüche nicht hätten beschreiben können.
Die Taubheit war nun gänzlich aus meinem Körper gewichen und hatte Platz gemacht für ein unheilvolles Gefühl das langsam begann meine Beine hinauf zu kriechen.»Was…?«, meine Stimme war krächzend. Seine Hand hob sich und hielt mir ein Glas Wasser entgegen. Und erneut erklang seine Stimme. Wir warteten? Warum? Auf wen? Alles in mir streubte sich das Glas anzunehmen aber der Durst war größer. Ich griff danach und leerte es in einem hastigen Zug, wischte mir mit dem Handrücken über den Mund und verzog das Gesicht. Meine Lippe schmerzte aber dafür war der Geschmack von Blut weg. Ich blickte ihn an, versuchte ihn einzuschätzen, versuchte nicht in Panik zu verfallen. Ich ahnte was kommen würde, suchte nach einem Ausweg. Ein Gast…

Ich blickte ihn an und in meinem Kopf begann es zu arbeiten. Mein Blick wurde lauernd. »Hören sie Mister…«, begann ich mit noch immer leicht krächzender Stimme, »… es tut mir Leid, ehrlich. Ich habe nicht viel genommen…«. Mein Blick ging zur Tür als Schritte vorbei gingen und es wieder ruhig wurde. Meine Atmung wurde kürzer. »Ich bin schwanger«, brachte ich als nächstes, fast schon in trotzigem Ton, hervor. Ich log ihn an, versuchte mich zu schützen, versuchte an das zu appellieren was man früher Menschlichkeit nannte. Vielleicht würde es ihn oder den anderen abhalten. Vielleicht würde es mir Zeit verschaffen. Vielleicht…
Erneut waren Schritte vor der Tür zu hören. Sie blieben stehen. Instinktiv ging meine Hand dahin, wo ich mal ein Messer trug. Ich griff ins leere und rutschte noch etwas höher. Der Blick des Mannes löste eine Unruhe in mir aus. Ich wusste nicht mal was es war. Aber was auch immer gleich passieren würde, ich würde mein Leben teuer verkaufen.

@Irina Black & @Raphael Black


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#4

RE: Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 12.11.2018 16:38
von Irina Black (gelöscht)
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Irina hatte nicht besonders gut geschlafen. Um ehrlich zu sein war dies mächtig untertrieben, denn schmerzliche Gedanken an ihre Familie hatten sie die Nacht über wachgehalten und sie nicht ein Auge zutun lassen. Auch wenn heute offiziell ihr freier Tag war, gab es so etwas in ihrem Leben, in dem, was sie tat, nicht. Eine Angelegenheit, eine Katastrophe jagte die nächste und es war nur eine Frage der Zeit bis ein neues Ereignis sich auftat, das ihre Aufmerksamkeit erforderte. Sich zu entspannen, fiel ihr schwer. Wie hätte sie dies auch tun können, nachdem, was vorgefallen war? Ein Geräusch ließ sie aufhorchen und ihre Stirn legte sich in Falten. Ein Klopfen an der Tür ihres Wagons, in dem sie sich eingerichtet hatte, führte dazu, dass sie aufstand, sich etwas überzog und dem Mann folgte. Auf dem Weg zu ihrem vorläufigen Ziel, dem Hauptgebäude, erläuterte er ihr in allen Einzelheiten, was vorgefallen war und brachte sie auf den aktuellen Stand. Stattdessen verengten sich ihre Augen bei der Erwähnung des Eindringlings - wohl eine einzelne Person, der es gelungen war, sich durch ihre Verteidigung zu schleichen.

Mit einem leisen Seufzen ging sie auf die verschlossene Tür zu, vor der sich die Wache erneut postierte, öffnete diese, um einzutreten und hinter sich die Tür ins Schloss fallen zu lassen. Geduldig beobachtete sie die Bewegungen des Mädchens. Ihr war sofort klar, dass es hier weder um belanglose Dinge ging noch um irgendeine Bitte, die sie zuvor an ihren Stiefsohn gerichtet hatte, sondern um mehr. Um was es dabei ging, ahnte sie aus irgendeinem Grund, unterbrach sie jedoch und machte sich innerlich auf alles gefasst, während sie das Wort ergriff. "Guten Morgen.", ein warmes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel, das sowohl Raphael als auch dem Mädchen galt, das fast ängstlich auf dem Bett kauerte. "Ich hoffe, ihr musstet nicht lange warten?" Irina sah ihn mit ihren dunklen Augen fortwährend an, während sie langsam ein paar Schritte in seine Richtung ging. Es gab nicht viele Zeitpunkte, in denen sie ihren Gefühlen mehr vertraute als ihren Verstand - dies war ein solcher Zeitpunkt. Wie war es möglich? Wie wahrscheinlich war es in den Wirren der Apokalypse ihr Fleisch und Blut vor sich zu sehen? Für gewöhnlich hätte sie es angezweifelt, aber sie tat es nicht, denn auch wenn ihre Tochter deutlich älter geworden war als sie sie das letzte Mal mit eigenen Augen erblickt hatte, war sie es unverkennbar. In all der Zeit hatte sie Cathy, ihre Tochter, niemals vergessen, die sie einst zurückgelassen hatte. Schlimmer noch, sie hatte damals ihren eigenen Tod vorgetäuscht. Und konnte sich vorstellen, wie schmerzvoll es für sie beide gewesen sein musste, als Charles seine geliebte Frau und Cathy ihre Mutter verloren hatte. Wie schmerzhaft würde es erst werden, wenn sie irgendwann die ganze Wahrheit erfuhr, die Wahrheit darüber, dass Ariana nur eine Tarnung gewesen war? Eine Notwendigkeit, ein Mittel zum Zweck? Sie ließ sich von der Wahrheit, die plötzlich für sie im Raum stand, nicht beeindrucken und zeigte keinerlei Reaktion darauf, obwohl sie nicht wusste, wie viel Raphael tatsächlich ahnte - falls er im Laufe der Stunden, die er nun bei ihr zu sein schien, auf den Gedanken gekommen war. Vorerst ließ sie beide in dem Glauben, das Mächen vor sich nicht zu kennen, keine Verbindung zu ihr zu haben. Denn sie konnte schlichtweg nicht die Wahrheit aussprechen. Die ganze Wahrheit würde nur weitere Fragen aufwerfen, die sie im Augenblick nicht bereit war zu beantworten. Noch nicht.

Irina versuchte die richtigen Worte zu finden, als sie sie sich schließlich auf den Rand des Bettes setzte, zu ihr gewandt, und die Hände ineinander faltete. Sie befeuchtete sich die Lippen und versuchte möglichst taktisch klug vorzugehen. Wenn sie die falschen Worte wählte, würde es Cathy wohl geradewegs gelingen, sich um Kopf und Kragen zu bringen. Und das musste sie verhindern. "Wie geht es dir?", wollte sie unvermittelt wissen. "Wie ich hörte, hat man dir letzte Nacht ziemlich zugesetzt.", es war keine Frage, nur eine reine Feststellung und sie sah sie fragend und auch neugierig auf eine Antwort wartend an. Ihr Blick wurde für einen Moment weicher, ehe sie sich wieder fasste und eine ernstere Miene aufsetzte. In ihrer Stimme schwang jedoch noch immer ein gewisser sanfter Ton mit. "Ich möchte dir helfen, wenn ich es kann. Aber dazu musst du mit uns reden, wir sind nicht deine Feinde.", betonte sie und beobachtete ihre Reaktion.



@Raphael Black
@Jersey


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#5

RE: Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 05.12.2018 13:34
von Raphael Black | 486 Beiträge | 1068 Punkte
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Kolonie Traitors

Sein Blick ruhte weiterhin auf der kleinen zierlichen Gestalt, welche sich nun im Bett aufgesetzt hatte. Raphael sah, dass sie den Raum sondierte, vielleicht sogar nach Fluchtwegen suchte. Das sie nicht wusste, wen sie vor sich hatte, dass sie nicht wusste, was passieren würde oder was er gar tun würde. Und er ließ sie weiterhin im Unklaren. Vielleicht fing sie irgendwann von allein an zu reden. Und er wartete.
Doch die Freundlichkeit in seinem Sein konnte nicht überspielt werden, der gute Gastgeber in ihm verlangte ihr wenigstens das Glas Wasser zu reichen. Schließlich sollte sie nicht gleich der Annahme sein, dass er ein schlechter Mensch sei. Das sollte erst viel später kommen. Ihre Stimme war krächzend, jemand der länger nicht gesprochen hatte, jemand dessen Kehle staubtrocken war. Nach seinen Worten hielt er sich wieder an die Stille, lehnte sich zurück und überschlug die Beine. Weiterhin ruhte sein Blick auf dem Mädchen, sah wie sie hastig das Glas Wasser trank und erstmal blieb er stumm.

Raphael wusste um den Klang seiner Worte, Dinge die sie vermitteln konnten und er genoss den Ausdruck auf ihrem Gesicht, der Ausdruck der Angst, des Unwissens. Das Wasser und vielleicht auch seine Ruhe hatten die junge Dame dazu getrieben, nun mehr als nur ein Wort zu sprechen. Vielleicht ahnte sie, was ihr Auftauchen hier, die Art und Weise ihres Eindringens, für Auswirkungen haben könnte. Ein schwaches Lächeln zog sich auf seine Lippen und langsam beugte er sich wieder zu ihr vor. Raphael schnalzte mit der Zunge ehe er nun zu eigenen Worten ansetzte, doch er kam nicht mal zum Aussprechen dieser, denn an ihre kurze Erklärung fügte sie noch schnell an, dass sie schwanger wäre. Diese Ausrede, so vermutete er stark, brachte ihn zum Lachen. Einen schallendes Gelächter seinerseits erfüllte den Raum, ehe er sich die Hand an die Brust haltend wieder beruhigte. Doch seine Augen blickten noch immer amüsiert. "Ich habe schon lange nicht mehr so herzlich gelacht, danke dafür." Raphael fuhr sich mit der Hand durch das Haar und legte diese dann unter sein Kinn, den Ellenbogen auf die Beine und sie so besehend stützte er den Kopf ab. "Du gefällst mir, wirklich. Die Schwangerschaft, gute Idee. Aber was soll diese Lüge denn bewirken?" Betont rätselnd legte er seine Stirn in Falten und seine Augen weiteten sich als er ihren Gedankengängen nachging. Gedanken, die er mutwillig versucht hatte anzuregen. "Erwartest du etwa eine Bestrafung in körperlicher Form für dein Handeln? Denkst du unser Gast wird dir den Diebstahl aus dem Leib prügeln?" Erneut löste er sich aus seiner Haltung, streckte nun die Beine aus und verschränkte die Arme. "Wenn wir solche Leute wären, würde mir deine Schwangerschaft auch nichts ausmachen oder mich daran hindern." Raphael arbeitete doch viel lieber mit Leuten, die in die Psyche der Menschen eindringen konnten und wenn das nicht half, ja, dann wand er auch körperliche Gewalt an. Aber doch nicht bei dem Kind, so in seinen Augen. Nicht wenn es nicht nötig war.

Vor der Tür waren Schritte zu vernehmen und Raphael nahm stark an, dass es sich jetzt um Irina halten würde. Freudig klatschte er in die Hände. "Ich glaube unser Gast trifft just in diesem Moment ein." Der Blick des Mädchens glitt zur Tür, doch er selbst fixierte sie weiter. So sah er auch nicht den Ausdruck auf Irinas Gesicht, auch wenn er vielleicht nur flüchtig war. Irgendwie hatte dieses kleine Geschöpf ihn an jemanden erinnerte, vermochte er aber nicht sagen an wen, Intuitiv hatte er nach ihr rufen lassen, mit dem eigentlichen Gedanken, dass eine Frau doch am vertrauenswürdigsten sein könnte. Und Irina war nett, konnte nett und zauberhaft sein, jedermann musste sie in ihr Herz schließen. Erst nach einigen Augenblicken sah er nun auch zu seiner Stiefmutter, welche ein warmes Lächeln auf den Lippen hatte. Wäre sie nur seine erste Stiefmutter gewesen, vielleicht hätte sich so einiges in dem Leben des kleinen Raphaels geändert. Er nickte ihr mit einem Zwinkern zu und faltete schließlich die Hände in seinem Schoß zusammen. Er würde erst einmal die beiden Frauen miteinander reden lassen und sich dezent im Hintergrund halten.
So sah er wie sich Irina neben das Mädchen setzte und versuchte, ein Gespräch ins Rollen zu bringen. Er tat so, als ob er über irgendetwas immens wichtiges nachdenken würde, das Gespräch der beiden ihn nicht interessierte und dennoch lauschte er jedem einzelnen Wort. Irgendwann stand er auf und ging auf die Tür zu, den beiden Damen den Rücken gekehrt. Er öffnete diese nun einen Spalt breit und befahl dem Wachmann, dem gemeinsamen Gast etwas zu Essen zu bringen. So lehnte er sich nun neben der Tür an die Wand und wartete, bis man die Bestellung herbei bringen würde.




Entschuldigt mich Ladies, ich hoffe es ist so genehm! @Jersey @Irina Black



       

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#6

RE: Washington - City of hope (Raphael & Jersey & Irina)

in Verschobene Plays 09.12.2018 10:14
von Jersey (gelöscht)
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Es war nicht das erste mal das ich in einer solchen Zelle saß. Und trotzdem war es anders. Es ist jedes mal anders. Warum zur Hölle habe ich mich nur dazu hinreißen lassen? Hunger. Es war Hunger. Ein einfacher Überlebenstrieb. Wahrscheinlich war es auch genau das, was mich einen Fehler hat machen lassen…
Der Mann saß ruhig auf seinem Stuhl. Die Hände im Schoss gefaltet blickte er mich aus seinen dunklen Augen an. Ich würde behaupten diese Art von Männern zu kennen. Sie waren alle gleich. Und doch war an diesem hier etwas anders. Er war zu ruhig. Eine Tatsache die mich vielleicht beruhigen sollte, bewirkte genau das Gegenteil. Ich rutschte auf der Pritsche so weit nach hinten bis ich die Wand im Rücken spürte. Sie war kalt und unnachgiebig, fast so wie der Blick aus dunklen Augen. Es machte mich unruhig. Ich konnte mir vorstellen was mich erwarten würde - und doch wieder nicht.
Ich weiß nicht was es genau war aber ich begann zu reden. Versuchte mich zu rechtfertigen, versuchte sogar die Schwangerschaftskarte zu spielen. Als ob eines von beiden, in Zeiten wie heute, etwas brachte. Es war ein Versuch, gewachsen aus Unsicherheit. Ich konnte seine Reaktion beobachten. Zunächst war es nur ein schwaches, kaum merkliches lächeln. Dann aber brach er in ein schallendes Gelächter aus. Eine Mischung aus Wut und Trotz, legte sich in meinen Blick. Er hatte mich durchschaut und das in Bruchteilen von Sekunden. Ein Umstand der ihn in meinen Augen keineswegs harmloser erscheinen ließ. Er sprach weiter und lag dabei gar nicht so falsch. Zugegeben in meinem Kopf malten sich noch schlimmere Gedanken aus, aber im Grunde hatte er Recht. Ja das dachte ich. Vielleicht war es mein Blick der ihm verriet das er richtig lag. Aber vielleicht brauchte dieser Mann auch gar keine Bestätigung. Sein Gegenargument jedenfalls machte für mich Sinn. Warf aber weitere Fragen auf. Mein Blick lag weiterhin wortlos und misstrauisch auf dem Mann. Er streckte sich, als wären wir in irgendeinem Wohnzimmer beim Familien treffen. Als wäre das alles normal - aber es war doch normal. Heute war es normal.

»Aber was…«, war ich dabei meine Stimme zu erheben als sich vor der Tür etwas tat. Die Tür wurde entriegelt und öffnete sich. Und zu meiner Verwunderung war es eine Frau, die hereinkam. Ich hätte gewettet es wäre ein Kerl. Ein Teufel. Eben jemand wie der große Mann mit der Narbe über dem Auge. Sie grüßte mit einem freundlichen guten Morgen. Floskeln aus einer anderen Welt. Es wirkte so irreal.
Langsam kam sie näher, warf dem Mann einen Blick zu und wandte sich schließlich in meine Richtung. Sie sah mich aus braunen Augen an und setzte sich langsam zu mir auf das Bett. Und als sie mich ansprach und fragte wie es mir ginge… Ich hatte plötzlich das Gefühl als würde ich sie kennen. Da war etwas das ich nicht beschreiben konnte. Und ich war mir ziemlich sicher das ich sie nicht kannte. Und sie mich genauso wenig, ansonsten hätte sie bestimmt anders reagiert. Aber für eine zufällige Begegnung, vielleicht irgendwo auf dem Stützpunkt, war das Gefühl zu stark. Vielleicht lag es am Hunger oder den Schlag den ich abbekommen hatte. Keine Ahnung, in dieser Welt lief doch nichts mehr wie es laufen sollte oder?
Ich drückte mich noch ein Stück weiter nach hinten und blickte sie misstrauisch fragend an. Schließlich aber nickte ich nur knapp, »ja hab was abbekommen - ich werde es schon überleben«. Ich versuchte in ihrer Mimik zu lesen, in ihren Augen. Aber wie schon bei dem Mann schien es nicht wirklich möglich zu sein. Und dennoch war da etwas in ihrer Stimme. Sie sprach weiter, wollte mir helfen, sie wären nicht meine Feinde… Alles in mir sträubte sich und sämtliche inneren Stimmen warnten mich zu vertrauensvoll zu sein. Und dennoch - da war etwas in ihrer Stimme. Etwas das vertrauen schenkte, beruhigte, Ängste nahm - ich kann es nicht in Worte fassen aber es war da. Unerklärbar. Mein Blick wanderte noch immer misstrauisch von ihr zu dem Mann und wieder zurück. Er saß ruhig da. Sagte kein Wort und beobachtete uns.
»Okay…«, begann ich krächzend und räusperte mich leicht um meine Stimme zu erhalten. »Ich bin alleine. Ich habe kein Lager. Ich wollte mir nur etwas zu essen beschaffen. Ich bin keine Gefahr… ich… ich versuch nur alleine zu überleben«, begann ich damit all das abzuspielen was einem das Leben retten konnte. Ich bildete mir ein die Gruppe einzuschätzen. Wer so ein Lager hatte sammelte nicht selber. Nicht nur. Wer so ein Lager hatte plünderte von anderen. Ich hatte schon einige Gruppen, wenn auch kleinere, gesehen. Und im Grunde handelte ich nicht anders, nur das ich niemanden für sein Gut umgebracht hatte, jedenfalls noch nicht. Also versuchte ich ihnen klar zu machen das es bei mir nichts zu holen gab. Und das waren doch die Antworten die sie wollten… hoffte ich und erklärte noch einmal: »Ich bin wirklich keine Gefahr«, während ich erneut meinen Blick zwischen beiden hin und her wandern ließ.

@Irina Black & @Raphael Black


Raphael Black findet das gut.
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