Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
Date
WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥
#1

~in the beginning, we all are lambs~ Skaya/Matt

in Verschobene Plays 16.12.2019 19:00
von Matthew Nolan | 86 Beiträge | 237 Punkte
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Kolonie Hotel

Ich hatte keine Ahnung, was hier los war...
Zwar wurde in den Medien berichtet, dass es derzeit viele Krankheitsfälle gab und man lieber nur das Haus verlassen sollte, wenn es nötig war, aber dennoch waren die Straßen voll. Nicht nur vom Berufsverkehr, sondern auch von Autos, die scheinbar vor hatten, länger zu verreisen. Viele hatten sogar Gepäck auf den Dächern zusammen gezurrt. Der Verkehr zog sich wie Kaugummi, aber Lacey wollte unbedingt zur Mall chauffiert werden. Während wir aber in diesem heillosen Chaos standen, kippte die Stimmung im Auto allmählich. Sie wurde nahezu unerträglich und alles begann letztendlich damit, dass Lacey beschloss, aus zu steigen. Natürlich folgte ich ihr, war aber nicht schnell genug, als sie schon von einem Fahrrad, dass nicht minder bepackt war, umgerissen und zum stürzen gebracht wurde.

Ich weiß nicht, ob man es ironisch oder Glück nennen sollte, doch das Krankenhaus war nicht weit. Sie hatte sich die Hand aufgeschlagen und es war klar, dass wir an diesem Tag in keine Shoppingmall mehr gehen würden. Während ich ihr aufhalf und dann das Auto abschloss, bemerkte ich mehr und mehr Menschen, die auch zu Fuß und mit Rucksack unterwegs waren. Und dann fiel mein Blick auf die Bildschirme, die in einem Elektronikgeschäft die aktuellen Nachrichten hinter dem Schaufenster zeigten. Ich beschloss, den Wagen stehen zu lassen und erklärte Lacey, dass wir zum Krankenhaus laufen würden. Währenddessen spukten die Bilder weiter in meinem Kopf herum. Und ich fragte mich...was mussten wir tun?

Ich hatte schnell ihre Eltern informiert, die ebenfalls in der Stadt fest steckten. Sie waren ohnehin auf dem Weg nach Hause gewesen und würden danach kommen. Mister Cavendish klang aber nicht locker, als wir sprachen. Er wirkte furchtbar angespannt und hatte uns auch gebeten, an Ort und Stelle zu bleiben. Auch im Krankenhaus herrschte Chaos. Die gleichen Bilder auf den Bildschirmen. Die gleichen Nachrichten... Jetzt konnte ich auch hören was gesagt wurde.
Ich machte mir das Chaos zu Nutze und suchte einen Arzt oder eine Ärztin, um sie wenigstens für eine schnelle Behandlung zur Seite zu ziehen. Und ich wurde fündig. Ich wusste, wie man mit Menschen redete, weshalb es nicht schwer war, sie schnell davon zu überzeugen, uns zu helfen. Danach durften wir in einem Zimmer auf ihre Eltern warten. Lacey war zwar schon volljährig, aber das hatte keine Auswirkungen auf die Sorgen, die sich ihre reichen Eltern machten. Deshalb hatte ich diesen Job überhaupt erst bekommen... Seit Jahren passte ich schon auf die jüngere Frau auf und es war nicht immer ein Zuckerschlecken.

Ich kannte den Blick ihrer Eltern schon, aber heute war er anders. Sie sahen nicht nur besorgt aus... Da war noch mehr. Mister Cavendish zögerte nicht lange, uns aufzuklären. Wir mussten auf das Anwesen, ausserhalb Washingtons. Es war doppelt gesichert und lag meilenweit entfernt von der Stadt. Es ging um diese Krankheit...
Während wir redeten, hörte man, wie es draußen lauter wurde. Und kurz darauf konnte ich vernehmen, wie etwas umfiel. Splitterndes Glas. Was zum Teufel?
Als ich los ging, um nachzusehen, kam die Ärztin zurück und schloss die Tür hinter sich. Ich musste nicht viel sagen, als ich vorschlug, dass wir sie mitnehmen. Es war uns nur noch möglich, das Fenster zur Flucht zu nutzen. Die Notaufnahme befand sich zum Glück im Erdgeschoss.
Und wenig später saßen wir im Auto und versuchten durch den Verkehr aus der Stadt zu kommen...Alle um uns herum drehten durch...

"Ich muss meinen Bruder anrufen..." fiel mir ein, als noch immer im Stop and Go vor uns hin brodelten. Das alles war so schnell gegangen, dass ich ihn tatsächlich kurz vergessen hatte. Ich war noch immer perplex von dem, was ich gesehen hatte. Also kramte ich mein Handy hervor und wählte seine Nummer. Ich erreichte ihn recht schnell. Er würde versuchen, uns mit dem Fahrrad noch zu erreichen. Die Sorge, die sich in dem Moment in mir ausbreitete, war kaum zu beschreiben. Ich hatte gesehen, wie schnell es bei Lacey gegangen war...
Aber er schaffte es. Und wir mussten uns am Ende zu viert auf den Rücksitz quetschen. Als hätte der Stau nur darauf gewartet, löste er sich bald etwas auf und wir konnten die Stadt verlassen...




Eine Stunde später...

"Wie geht´s dir?" fragte ich die dunkelhaarige Ärztin, nachdem ich klopfte und dann in ihr Zimmer kam. Jeder hatte eines bekommen und es waren noch einige frei. Diese Villa war riesig und ich konnte schwören, ich würde mich hier bald verlaufen. "Das ging alles echt schnell... ". Ich machte ein paar Schritte, in das Zimmer hinein. Sie hatte sich ziemlich schnell entschieden, mit uns zu kommen. Ich war neugierig und wollte wissen, wieso? Und ausserdem war sie hier die Einzige, die Niemanden kannte. Also wollte ich das ändern.
"Ich bin übrigens Matt...Die Leute sind voll in Ordnung... Ein wenig snobistisch, aber sonst top..." erklärte ich und fragte mich gleichzeitig, was sie wohl gedacht hatte, als ich mit Lacey zu ihr gekommen war. Die Tochter meiner Arbeitgeber war nämlich eine wahrhaft verwöhnte kleine Zicke.
"Ist noch jemand in Washington... Familie von dir? Vielleicht können wir Mister Cavendish darum bitten, sie hier auch aufzunehmen.". Ich sah sie nicht die ganze Zeit an, sondern ließ meinen Blick zwischendurch auch durchs Zimmer huschen, ehe ich mich an eine Wand lehnte und sie endgültig ansah. Abwartend, was sie von meinem Vorschlag hielt.

@Skaya Martinez





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#2

RE: ~in the beginning, we all are lambs~ Skaya/Matt

in Verschobene Plays 17.12.2019 12:51
von Skaya Martinez (gelöscht)
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Man konnte es wohl als Schicksal bezeichnen, dass sie in dem Moment, in dem die Welt über sie hereinbrach, auf Matt und seine Begleiter gestoßen ist. An die Details kann sie sich nicht erinnern, alles ging so unglaublich schnell, doch als sie in eines der Patientenzimmer gestürmt war, um sich vor… ja, vor was eigentlich?... zu schützen, hatte ihr die kleine Gruppe an Menschen angeboten, mit ihnen zu kommen. Vermutlich hatten sie der Ärtzin damit das Leben gerettet, denn nur wenig später wurde das Krankenhaus vollends überrannt. Ob es Überlebende gab wusste sie nicht, doch eines war klar: sie wäre vermutlich nicht darunter gewesen, wäre sie im Krankenhaus geblieben. Sie war Ärztin. Sie wusste, wie man Wunden versorgt, wie man Krankheiten heilt und sie besaß ein ordentliches Maß an Empathie. Sachen, die unterm Strich ziemlich nützlich sein konnten, ihr im Kampf gegen eine Zombiehorde jedoch wenig bringen würden. Sie hatte noch nie im Leben einem anderen Menschen absichtlich körperliches Leid zugefügt, geschweige denn eine Waffe in den Händen gehalten. Doch in dem Moment, als die Scheiben um sie herum zerbarsten und die Panik sich durch ihren Körper fraß hatte sie sich gewünscht, sie hätte sich vorbereitet und sich irgendwie verteidigen können. Doch wie sollte man sich auf etwas vorbereiten, was unmöglich war? So richtig verstand sie noch immer nicht, was da draußen vor sich ging. Menschen wurden krank, starben und… kamen wieder. Unmöglich eben. Und doch hatte sie es mit eigenen Augen gesehen. Aus lauter Furcht und Mangel an Alternativen hatte sie sich der kleinen Gruppe von Menschen angeschlossen. Sie waren durch eine Gegend gefahren, in der sie nie zuvor gewesen ist, und letztendlich an einem ziemlich eindrucksvollen Anwesen gelandet. Unter anderen Umständen hätte Skaya beeindruckt die Fassade hinaufgeschaut und das architektonische Wunder vor sich betrachtet, doch das Leben zog wie ein Film an ihr vorbei. So viele Menschen waren heute gestorben. So viel Leid und Kummer war aus dem Nichts in ihr Leben getreten. Niemand hatte das kommen sehen. Umso härter hatte sie der Schlag erwischt. Ein Krankenhaus, in dem die Hälfte der Menschen nicht dazu in der Lage war, auf sich selbst aufzupassen. Einige lagen im Koma, andere waren verletzt, wieder andere auf Medikamente angewiesen. Sie alle brauchten Hilfe und würden allein nicht über die Runden kommen. Und was tut sie? Sie flüchtet. Lässt die Menschen, die ihre Hilfe benötigen zurück und rettet sich selbst. Während der Autofahrt hatte sie ihre Gefühle zu unterdrücken versucht, hatte sich in ihre eigene kleine Welt zurückgezogen. Jetzt, wo sie allein in irgendeinem der zahlreichen Zimmer war, brachen die Schuldgefühle über sie herein und sie kann die Tränen nicht länger zurückhalten. Sie lässt sich auf den Boden vor dem Bett gleiten, lehnt sich mit dem Rücken an dieses und beginnt, hemmungslos zu schluchzen. Die Arme hat sie dabei schützend um den eigenen Körper geschlungen und lässt ihren Gefühlen freien Lauf. Die sonst so stark wirkende Frau fiel einfach in sich zusammen und ließ sich von ihren Gefühlen davontragen. Wäre sie im Krankenhaus geblieben, wäre sie mit aller Wahrscheinlichkeit gestorben. Doch so mussten andere Sterben, denen sie vermutlich hätte helfen können. Und nun drohte sie ihr schlechtes Gewissen umzubringen. Das war wohl das, was andere Menschen als Karma bezeichneten.

Wie lange sie so dasaß und sich im Selbstmitleid badete konnte sie nicht sagen, doch es musste einige Zeit vergangen sein, denn als Matt zu ihr ins Zimmer kam waren die Tränen längst versiegt. Dennoch hatte der Tag seine Spuren hinterlassen. Sie wirkte erschöpft. Körperlich, aber vor allem geistig. Würde sie sich ins Bett legen würde sie vermutlich 24 Stunden durchschlafen. Noch immer auf dem Boden sitzend hebt sie den Blick und versucht sich an einem leichten Lächeln, welches jedoch kläglich scheitert. Seine Frage will sie reflexartig mit einem ‚gut‘ beantworten, tut es aber nicht. Warum auch? Nichts war okay, und das wusste Matt genauso gut wie sie. „Ich denke der Tag schafft es nicht unter meine Top 10..“ antwortet sie stattdessen und hievt sich vom Boden hoch, da es der Anstand von ihr forderte. Das war typisch Skaya. Die Welt um sie herum ging unter und dennoch konnte sie ihre anerzogene Höflichkeit nicht abschütteln. „Ich bin Skaya. Danke, dass ihr mich mitgenommen habt.“ Wie die Gesichte andernfalls für sie ausgegangen wäre lag wohl auf der Hand, das musste sie nicht extra ansprechen. Sie war ihm definitiv etwas schuldig. Als er über die Familie im Untergeschoss zu sprechen beginnt ringt sie sich nun doch ein leichtes Lächeln ab „Das ist kein Problem, wirklich. Sie erinnern mich an meine Eltern.“ Welche so ziemlich die letzten Menschen auf der Welt waren, an die sie jetzt denken wollte, aber sie konnte es sich nicht leisen wählerisch zu sein. Ob die Lage in Sacramento – ihrer Heimat – auch so schlimm stand? Ob es ihnen gut ging? Fragen, die sie sich lieber nicht stellen sollte. Um vom Thema abzulenken erkundigt sie sich also nach Lacey „Wie geht es deiner Schwester?“ Sie hatte den Namen vergessen – etwas sehr Untypisches für sie - und war sich auch nicht sicher, ob die beiden wirklich verwandt waren oder sie im Eifer des Gefechts etwas verwechselt hatte. Doch es tat gut, nicht über sich selbst nachdenken zu müssen. Lieber machte sie sich Sorgen um andere. So war sie schon immer. Umso verwunderlicher, dass sie bei ihrer überstürzten Flucht aus dem Krankenhaus keinen Gedanken an die Menschen um sie herum verschwendet hatte. Als Matt sich nach ihrer Familie erkundigt und das Thema damit wieder in unangenehmere Gefilde lenkt streicht sie mit einer Hand über die akkurat auf dem Bett ausgebreitete Tagesdecke, um sich irgendwie davor zu drücken, Matt direkt ansehen zu müssen. Die Situation war ihr unangenehm. Sie gehörte hier nicht her. „Nein, ich habe niemanden in der Gegend. Vielleicht kann ich mich eine Nacht hier ausruhen, und morgen versuche ich..“ sie war davon ausgegangen, dass das Gespräch eine andere Wendung annimmt. Dass Matt ihr auf eine höfliche Art mitzuteilen versuchte, dass sie sich doch lieber einer anderen Gruppe anschließen und ihnen nicht länger zur Last fallen sollte. Umso erstaunter ist sie, als Matt sie unterbricht und ihr anbietet, dass sie bleiben könnte. Nun richtet sich ihr Blick doch auf den jungen Mann vor sich, ihre Verwirrung dürfte ihr deutlich anzusehen sein. „Das würdest du für mich tun?“ Konnte sie dieses Angebot wirklich annehmen? Ihre Chancen standen im Team deutlich besser als allein, aber diese Menschen waren Fremde für Skaya. Genauso wie Skaya eine Fremde für die Familie war. „Wieso?“ haucht sie ihm entgegen und versucht zu verstehen, was er ihr da gerade angeboten hatte.

@Matthew Nolan


Matthew Nolan kümmert sich darum.
Matthew Nolan liebt es!
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#3

RE: ~in the beginning, we all are lambs~ Skaya/Matt

in Verschobene Plays 18.12.2019 12:24
von Matthew Nolan | 86 Beiträge | 237 Punkte
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Kolonie Hotel

Es war nicht schwer zu erkennen, dass sie sich ihr lächeln aufzwingen musste, als ich hinein kam. Aber ich lobte sie innerlich dennoch für den Versuch. Es war nicht einfach, in solchen Situationen den Kopf oben zu behalten. Ich selbst schaffte es meist recht gut, auch wenn es mir hier unmöglich erschien, etwas Positives zu finden. Das Wichtigste, nämlich mein Bruder, war hier. Das war wohl das Einzige. Aber ich konnte das alles ohnehin nicht wirklich einschätzen, denn die Fetzen, die ich aus den Nachrichten mitbekommen hatte, was alles auf den Straßen los war... Es wirkte alles so unwirklich. Nein, das realisieren dieses Tages lag gerade wirklich nicht in meiner Macht.
Ein leichtes Schmunzeln huschte über meine Lippen, als sie sagte, dass dieser Tag nicht unter ihre Top 10 kam. Humor hatte sie also wenigstens noch. Dennoch, ihre Augen sprachen eine ganz andere Sprache und meine Frage danach, was sie vielleicht zurück gelassen hatte, wurde größer.
"Skaya... ein ungewöhnlicher Name...aber irgendwie cool... Ich könnte nie jemanden einfach zurück lassen, wenn er offensichtlich Hilfe braucht. Und ich bin verdammt froh, dass ich sie nicht wirklich überreden musste." erwiderte ich auf ihre Vorstellung. Ich hatte früh lernen müssen erwachsen zu werden, aber den Jugendjargon hatte ich bisher trotzdem nicht gänzlich abgelegt. "Sind deine Eltern auch reiche Unternehmer?" fragte ich dann, auf ihre Aussage hin. Die Frage jedoch war eher halb ernst, halb scherzhaft gestellt und eine wunderbare Brücke, um das Gespräch aufrecht zu erhalten. Dann brachte sie mich zum lachen. Nur kurz, denn ich kam mir schon blöd dabei vor. Immerhin konnte ich deutlich sehen, dass es ihr nicht gut ging. Also erstickte ich es schnell. Nur ein hochgezogener Mundwinkel zeigte mein Amusement darüber noch an. "Sie ist nicht meine Schwester. Und die Cavendishs sind auch nicht meine Eltern. Ich arbeite für die Familie...Fungiere sozusagen als Bodyguard und Chauffeur für Lacey. Es wird echt gut entlohnt...Auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend sein kann. Aber was erzähle ich... Man kann das nicht mit deinem Beruf vergleichen.".
Ich war etwas verwundert, als sie sagte, dass sie vielleicht eine Nacht hier bleiben und dann wieder los ziehen würde. Doch nach aussen hin zeigte ich nur eine leicht gerunzelte Stirn. Sie sah mich ohnehin gerade nicht an. Und ich lenkte gleich ein, indem ich ihr anbot, dass wir mit meinen Arbeitgebern reden konnten.
°Wieso?°
Wieso fragte sie. Das war eine echt gute Frage, denn ich sollte eigentlich keinen Grund haben, so etwas anzubieten. Aber das war nun einmal ich. Zwar lag es nicht in meiner Macht, dahingehend eine Entscheidung zu treffen, aber ich wollte es wenigstens versuchen.
"Du hattest keine wirkliche Wahl, als mitzukommen. Ich will mir nicht vorstellen, wie es mir gehen würde, wenn mein Bruder es nicht zu uns geschafft hätte. Er ist alles, was ich habe." erklärte ich dann und hoffte, sie würde verstehen, wie ich es meinte. "Hier ist so viel Platz...und es gibt einen Panicroom mit haufenweise Vorräten.". Ich zuckte mit den Schultern und sah sie direkt an, während ich mich von der Wand abdrückte und einen Schritt auf sie zu tat. Dabei verschwanden meine Hände in den Taschen meiner Jacke. "Ich habe Hunger und... ich will wissen, was hier los ist. Unten ist ein Fernseher. Wie sieht´s mit dir aus? ". Das war nur ein Angebot. Dabei reichte ich ihr meine Hand um ihr, falls sie sich dafür entschied, aufzuhelfen.
"Ich kann dir auch was bringen, wenn du... lieber allein sein willst.". Ja, meine hoch eingestellte soziale Ader zeigte sich wieder mehr denn je. Ich hatte ja keine Ahnung, was noch alles auf uns zukommen würde... Wozu wir im Stande waren und welche Entscheidungen getroffen werden mussten...

@Skaya Martinez





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#4

RE: ~in the beginning, we all are lambs~ Skaya/Matt

in Verschobene Plays 03.03.2020 13:57
von Skaya Martinez (gelöscht)
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Dass man ihr ihren kurzen Nervenzusammenbruch deutlich ansah war ihr durchaus bewusst. Vermutlich sah sie selbst aus wie ein Zombie mit ihren aufgequollenen Augen, den zerzausten Haaren und der unnatürlich blassen Hautfarbe, welche wohl dem Schock zuzuschreiben ist. Sie rechnet es Matthew hoch an, dass er sie nicht darauf anspricht oder sich gar über sie lustig macht. Sie wüsste nicht, wie sie reagieren würde, denn sie fühlt sich ohnehin schon viel zu verletzlich. Normalerweise war Skaya eine selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben stand und genau wusste, was sie wollte und wie sie ihre Ziele erreicht. Doch das hier war nicht normal. Und würde es vermutlich auch nie wieder werden. Ein kurzer Blick zu Matthew verdeutlicht ihr, dass er die letzten Stunden besser weggesteckt hatte als sie. Vielleicht war er aber auch einfach gut darin, seine Gefühlswelt zu überspielen. Bei seinen Worten zuckt sie unmerklich zusammen. „Ich könnte nie jemanden einfach zurücklassen, wenn er offensichtlich Hilfe braucht.“ Bäms. Er sprach genau das aus, weswegen sie sich ohnehin schon Vorwürfe machte. Sie hatte die Menschen im Krankenhaus zurückgelassen, um ihre eigene Haut zu retten. Sie hatte sowohl gegen ihren eigenen Ehrenkodex als auch den alles Ärzte verstoßen. Sie war sich fast sicher, dass Matt die Worte anders gemeint hatte, aber dennoch treffen sie sie wie ein Schlag ins Gesicht. Sie muss sich räuspern, um den Kloß im Hals loszuwerden, antwortet jedoch nicht. Was soll sie auch sagen. Erst als er das Thema auf ihre Eltern lenkt steigt sie wieder in das Gespräch ein. Sie hasst es, über die beiden zu sprechen, aber es war um Welten besser als ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. „Meine Familie lebt in Sacramento. Mein Vater ist Chefarzt und meine Mutter Anwältin. Vermutlich sind sie längst tot.“ Sie erschreckt selbst darüber, wie kalt und distanziert diese Worte ihre Lippen verlassen. Als würde sie über Fremde sprechen und nicht die eigenen Eltern. Zugegeben, ihr Verhältnis zu den beiden war nie das Beste und in den letzten Jahren war der Kontakt immer spärlicher geworden, aber dennoch blieben sie Familie. Vielleicht reagierte sie nur so gefühlskalt, um an dem Gedanken, dass ihre Eltern tatsächlich nicht mehr leben könnten, nicht zu zerbrechen. Aktuell traute sie sich selbst und ihren Gefühlen nicht über den Weg. Später würde sie die Worte sicher bereuen. Um sich nicht noch mehr in irgendetwas zu verhaspeln lenkt sie das Thema auf Matts Schwester, die gar nicht seine Schwester ist. Hoppla. „Entschuldige.“ In dem ganzen Trubel hatte sie wohl die falschen Schlüsse gezogen, doch Matt schien es ihr nicht übel zu nehmen. „Sie sind deine Arbeitgeber?“die Überraschung ist ihr deutlich anzusehen, denn damit hatte sie tatsächlich nicht gerechnet. Aber es machte keinen Unterschied. Ohne die Cavendishs wäre sie jetzt vermutlich nicht hier. Und Matthew auch nicht. Also hatte die Sache doch noch etwas Gutes. „Ich kann gerne nach Lacey sehen. Ich denke etwas Ablenkung würde mir gut tun und wenn ich dabei noch helfen kann…“ sie zuckt mit den Schultern, als wäre es keine große Sache. Und das ist es auch nicht. Sie half gerne. Und wenn die Cavendishs ihr wirklich erlauben würden hier zu bleiben war das das mindeste, was sie tun konnte. Als Matthew auf sie zukommt und ihr die Hand entgegenstreckt greift sie nach dieser und lässt sich von ihm auf die Beine ziehen. Seine Worte – dass es wirklich keine Umstände machen würde, wenn sie bliebe – entlocken ihr ein leichtes, warmes Lächeln, welches diesmal sogar ernst gemeint ist. „Danke. Wirklich.“ Aus einem Impuls heraus legt sie die Arme um seine Schultern und zieht ihn in eine kurze Umarmung. Sie hat keine Ahnung, wie er auf die plötzliche Nähe reagieren würde, doch es war ihr egal. Sie brauchte gerade jeden Trost, den sie bekommen konnte. Nachdem sie sich wieder von ihm gelöst hat tritt sie einen Schritt zurück, lächelt ihn unsicher an und geht anschließend mit ihm nach unten, wo der Rest der Familie beisammensitzt. Sie stellt sich auch hier nocheinmal vor und drückt ihren Dank aus. Anschließend wendet sie sich Lacey zu, um deren Verletzungen zu untersuchen, was allerdings nicht all zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Es war soweit alles in Ordnung. Nachdem sie fertig ist gesellt sie sich wieder zu Matthew, welcher gerade wie angedroht das Vorratslager geplündert hatte. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Mit den Vorräten würden sie eine ganze Zeit lang über die Runden kommen, "Was denkst du, wie es weiter gehen wird?" so richtig begreifen konnte sie die Situaton noch immer nicht. Vielleicht wollte sie es auch einfach nicht. Sie war noch nicht bereit, sich der Realität zu stellen. Aber das würde sie müssen, früher oder später. Warum also nicht gleich damit anfangen.

// Entschuldige die ewige Wartezeit Ich bin jetzt wieder voll da!
 @Matthew Nolan


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