Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
Date
WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥

#1

{{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 10.01.2019 19:24
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten


@Sophie Hanson


Die Zeit verging so unendlich langsam und trotzdem wusste er nicht mehr, welcher Tag heute war und gäbe es im Aufenthaltsraum keine Uhr, wäre ihm die Zeit auch ungewiss. Die letzten Monate oder waren es schon Jahre, egal, waren so eintönig. Zwar musste er öfter als es wohl üblich war, die Einrichtungen wechseln, aber im Prinzip immer der selbe Ablauf. Versuchte er Spaß zu haben, sich an den anderen Insassen auszutesten, wurde er bestraft. Nicht körperlich, das durften sie nicht, hätte ihm aber bei weiten große Freude beschert. Nein, sie bestraften ihn mit Isolation und darin bestand das Problem. Solomon, der eigentlich nicht Solomon hieß, hatte es geschafft den wahren Gebieter über diesen Körper zu verbannen, in die hinterste Kammer seines Seins zu sperren. Der Psychologe, der eigentlich gute Mensch hatte die Kontrolle verloren. Solomon war zu Tage getreten, er war schon immer da, existent und irgendwann hatte er sich gezeigt, ist präsenter geworden und hat das Ruder in die Hand genommen. Oh, sie hatten gekämpft, doch er hatte gewonnen. Und der Körper wurde verurteilt und eingesperrt - doch man traute sich nicht ihn in ein Gefängnis zu sperren, man sagte er wäre psychisch krank, gefährlich für andere und für sich selbst und so landete er in einer forensischen Psychiatrie nach der anderen. Das Problem bestand, wenn er allein war, dass er irgendwann doch nicht mehr so ganz allein war. Denn der eigentliche Gebieter des Körpers, kämpfte weiter, versuchte wieder die Oberhand zu bekommen. Doch Solomon war stark, stark genug ihn zurück zu weisen und doch ertrug er seine Anwesenheit nicht. Unter Menschen bekam er sie nicht mit, doch allein mit seinen Gedanken - hörte er die Schreie. Und so saß er seine Strafe ab, versprach sich wieder zu benehmen, bis der nächste Vorfall geschah.

Er war noch nicht lange in dieser Anstalt, bis jetzt war er auch noch nicht zu weit gegangen, beziehungsweise waren seine Taten bis jetzt unentdeckt geblieben. Doch heute sollte ein guter Tag werden. Die Verurteilten saßen im Gemeinschaftsraum und sollten ihr Frühstück unter Bewachung einnehmen. Danach hatte er sein übliches Psychiatergespräch. Er würde wohl wie immer auf der Liege platz nehmen, die Hände auf dem Bauch falten, sich die Decke ansehen und über den selben Mist reden, wie immer. Man brachte ihn zum Therapieraum, seiner eigenen Therapeutin - meistens jedenfalls. Man hatte nämlich beschlossen, dass er Einzeltherapie benötigte, jemandem, der sich nur auf ihn konzentrierte. Irgendwie mochte er die Aufmerksamkeit, die man ihm entgegen brachte. Wie immer betrat er mit einem breiten Grinsen den Raum und wollte Misses Dawson begrüßen, die so erbärmlich unattraktive Frau, welche ihm versuchte zu 'helfen'. Wollte er sich aber nicht helfen lassen, denn schließlich war er perfekt. Doch als er sich zum Sessel wand, auf welchem sie normalerweise saß, erkannte er, dass es auf einmal zwei Sessel gab und beide besetzt waren. Mit hochgezogenen Augenbrauen und neugierigem Blick besah er sich das neue Gesicht. Eine junge Frau, blond, vielleicht um die 20, die Nervosität in den Augen geschrieben. Sein Grinsen wurde breiter, mit wirklicher Freude ließ er sich nun gegenüber der Frauen auf seinen Platz nieder und bedachte lediglich die Blonde mit wirklichem Interesse. Misses Dawson räusperte sich und versuchte Solomons Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch vergebens fing sie nach einer Weile doch an zu sprechen. 'Quinn', es hatte nicht lange gedauert bis sie ihn mit dem Namen ansprach, welchen er sich selbst gegeben hatte - Solomon war für Dawson keine Option gewesen, schließlich bedeutete dieser Name Frieden und er war das komplette Gegenteil. 'Ich möchte dir Miss Hanson vorstellen. Sie macht während ihres Studiums ein Praktikum bei uns und wurde mir zugeteilt. Somit ist sie jetzt auch für dich zuständig.' Das Grinsen wandelte sich in ein etwas netteres Lächeln um, heute wollte er Miss Hanson noch nicht verschrecken. "Wie schön! Es freut mich wirklich dich kennen zu lernen! ich genieße zwar die Stunden mit Megan, doch irgendwann langweilt sie mich auch." Dawson räusperte sich erneut. 'Dr Dawson!', erwiderte sie nur. Solomon hielt nichts von diesen Höflichkeitsfloskeln und als er beim durchstöbern seiner Akten ihren Vornamen in Erfahrung gebracht hatte, redete er sie nur noch so an - zu ihrem Missfallen. Solomon verleierte nur die Augen, fixierte die Blonde sogleich aber wieder mit seinem Blick. "Du wirst doch wohl aber keine Angst vor mir haben, oder?"

Ach die blöden Feiertage haben mich wirklich vergesslich gemacht. Ich hoffe der Anfang ist so in Ordnung für dich und ich habe dir nicht zu viel angedichtet. Meld dich ruhig bei mir, wenn etwas nicht stimmig ist, ich ändere es gern wieder ab.




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#2

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 12.01.2019 22:59
von Sophie Hanson (gelöscht)
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@Solomon Q. Strange


Es war üblich, dass man während der Ausbildung verschiedene Stationen zu durchlaufen hatte, aber auf diesen Einsatz hätte Sophie gut und gern verzichten können, denn sie hatte nicht vor, später in so einem Bereich zu arbeiten. Ihre Zukunft sah sie im OP und fieberte da eindeutig Izzie nach. So gern sie auch mit Menschen zu tun hatte - sonst hätte sie kaum diesen Beruf gewählt - würde sie sich nicht zutrauen, in die Psyche eines Menschen zu blicken und ihm zu helfen, die Vergangenheit zu bewältigen. Allerdings sah der Ausbildungsplan zumindest Grundsätze in diesem Bereich vor, denn es war ja nicht auszuschließen, dass in der Notaufnahme jemand landete, den man erst einmal seelisch zusammen flicken musste. Sophie schulterte ihre Tasche, als sie den Trakt betrat, dessen Türen mehrfach abgesichert waren. Hier gab es sogar einen Pförtner, dem sie mit einer schnellen Geste ihren Ausweis vorzeigte und somit Einlass bekam. "Danke", der Mann konnte ja nichts dafür, dass sie hier sein musste. Auf den Gängen war es seltsam ruhig, als sie sich auf die Suche nach Dr. Dawson machte, mit der sie heute wohl unterwegs sein musste. Nach einer Weile hatte sie diese im Schwesternzimmer gefunden und stellte sich lächelnd vor. "Guten Morgen. Ich bin Sophie Hanson und muss meinen Einsatz hier ableisten", obwohl sie sich Mühe gab, hatte die Psychiaterin sie durchschaut: "Guten Morgen. Sie wollen nicht hier sein, richtig? Sie halten das für Zeitverschwendung. Ich verspreche ihnen, es wird nicht so langweilig, wie sie denken." Sophie biss sich auf die Lippe. "So offensichtlich?", fragte sie etwas zerknirscht und Dr. Dawson schüttelte lächelnd den Kopf. "Nein, aber ich weiß, was die Studenten sich über diesen Teil sagen. Hier ist die Akte von dem jungen Mann, zu dem Sie mich zuerst begleiten." Sophie nahm den Stapel Papier entgegen und setzte sich.
Die nächste Stunde war sie damit beschäftigt, die Berichte zu lesen und als Dr. Dawson sie aufforderte, mitzukommen, war sie völlig überrascht, denn langweilig war das, was sie erfahren hatte, tatsächlich nicht.

Der Raum, in dem sie warteten, wirkte ungewohnt normal. Fast wie ein Wohnzimmer und damit doch ganz anders als die Krankenzimmer im Klinikbereich. Auch roch es hier nicht nach dem üblichen Desinfektionsmittel. Beherrschend waren zwei Sessel und eine Liege. Es dauerte gar nicht lang, bis die Tür sich öffnete und Sophie betrachtete den Eintretenden. Er sah nicht aus wie das, was sie erwartet hatte. Ein musternder Blick traf die Blondine und sie sah ertappt zur Seite. Das war mit Sicherheit die falsche Reaktion, zeugte nicht von Selbstbewusstsein, also musste sie das ändern. Rasch suchte sie den Blickkontakt wieder und lächelte. "Guten Tag, Quinn", nahm sie die Begrüßung auf und ignorierte den Spruch, den er über die Psychiaterin machte - auch das Duzen ließ sie über sich ergehen, vielleicht war das hier so üblich? Allerdings sprach die Reaktion der anderen Frau dafür, dass dem nicht so war. "Angst?", ganz falsch. Eine Gegenfrage spiegelte Unsicherheit. "Ich habe keine Angst, Quinn. Sollte ich?" Megan mischte sich ein und zückte den Stift und das Klemmbrett. "Vielleicht fängst Du einfach damit an, von Deiner Vergangenheit zu erzählen", schlug sie vor und witterte wohl die Gelegenheit, etwas mehr aus ihrem Patienten heraus zu bekommen.


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#3

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 13.01.2019 01:57
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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@Sophie Hanson


Solomon behielt das neue Geschöpf ganz genau in den Augen, ließ er sich nicht von der Anwesenheit Megans beirren. Man hatte ihm ein neues Spielzeug geschenkt! Hatte man denn gewusst, welch Freude man ihm damit bereiten würde? Noch war er am Zweifeln. Einerseits versuchte man ihm jedweden Gefallen zu untersagen, da er nicht ganz kooperierte was die Therapie anging. Andererseits konnte man versuchen ihn damit zu locken. Aber woher sollten sie wissen, dass er sich so über neue Unbekannte Gesichter freute? Kluge Köpfe konnten wohl darauf schließen. Aber eigentlich zählte er Dawson nicht zu den besonders klugen Köpfen, nicht im Vergleich zu ihm selbst. Anscheinend jedoch sollte sie eine Koryphäe darstellen - sonst dürfte sie wahrscheinlich nicht mit ihm arbeiten. So einige waren schon an ihm gescheitert, waren Tränenüberströmt aus dem Zimmer gerannt, als er ihre wunden Punkte getroffen hatte. Seine Hand, sein Messer waren tödlich, doch seine Stimme und seine Gedanken waren nicht minder gefährlich. Viele vergaßen das auch er einst die Lehre der Psyche studiert hatte - etwas was Solomon mit dem letzten Besitzer nicht verbannt hatte. Schließlich war diese Tatsache recht nützlich. Zu wissen wie andere Menschen dachten, ahnen zu können, wie sie handeln würden - eine Begabung die man sich behalten sollte.

Ein Schmunzeln trat auf seine Lippen als er bemerkte, wie Miss Hanson schnell von ihm wegsah. Doch genauso schnell versuchte sie seinen Blick wieder einzufangen, nicht anmerken zu lassen, dass sie eben kurz Schwäche gezeigt hatte. Aber ihr sei verziehen, schließlich war sie bestimmt nicht auf jemanden wie ihn vorbereitet gewesen. Ihr Lächeln wirkte keineswegs aufgesetzt, etwas scheu. Es war sicherlich ihr erster Tag und sie hatte noch etwas Mut in den Knochen. "Wenn du niemandem einen Anlass dazu gibst.. - eher nicht." Aber er würde es auch nicht ganz ausschließen. Gerade als er sich wundern wollte, warum Megan noch nicht dazwischen gegangen war und dieses wundervolle aufkeimende Gespräch unterbrach, tat sie dies auch. Für einen kurzen Moment entwich ihm sein aufgesetztes Lächeln und seine Züge drückten Missfallen aus. Doch schnell bekam er seine Fassade wieder aufrecht, besann sich aber noch immer nicht auf seine Psychiaterin. Ihre Frage.. nur allzu bekannt. Solomon antwortete jedes Mal auf diese Frage, doch hatte er immer eine Geschichte zu erzählen, die sich bisher nicht einmal wiederholt hatte. Wahrscheinlich würde sie einige wahre Dinge über ihn wissen, die Umstände, weswegen es zu seiner Einweisung kam, sein Beruf, welcher in den Akten vermerkt war, seinen wahren Namen. Sie wusste wohl alles über den vorherigen Besitzer, in der heutigen Zeit würde sich das alles schnell nachvollziehen lassen, doch wusste sie nicht annähernd genug von Solomon und wie er den anderen einfach ersetzt hatte. Niemand wusste wann Solomon entstanden war, wann er seine Finger im Spiel hatte.
So lehnte sich der ehemalige Seelenklemptner zurück, während er noch immer die Blonde beobachtete. Die Gestik und Mimik von Megan kannte er, sie war nichts neues, aber ein neues Objekt saß genau vor ihm. Ein Bein angewinkelt umschloss er dieses mit den Armen während er seinen Kopf auf das Knie bettete. "Vielleicht fängt Miss Hanson auch einfach an, etwas aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Ich denke das würde mich etwas redseliger machen. Anfangen könnten wir ja mit ihrem Vornamen und Beziehungsstatus!" Ein breites Grinsen umspielte seine Lippen während er der jungen Studentin zuzwinkerte. Heute würde eine schöne Stunde werden.




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#4

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 16.01.2019 08:34
von Sophie Hanson (gelöscht)
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Kein Eintrag in irgendeiner Akte hatte sie auf das vorbereiten können, was hier gerade passierte. Selbstverständlich hatte sie die Berichte gelesen, die handschriftlichen Notizen diverser Ärzte und Gutachter. Auch Dr. Dawson hatte Einiges hinzu geschrieben, aber dennoch hatte sich für die Blonde kein klares Bild abgezeichnet. Zeit genug, um mit Megan über das Vorgehen zu sprechen, war ihr nicht geblieben und so hatte man sich nur kurz darauf verständigt, dass Sophie einfach nur dabei sitzen und zuhören würde. Ein Plan, der schon beim Eintreten des Mannes zerschlagen worden war, als wüsste er ganz genau, an welchen Stellrädchen er schrauben musste. Auf eine Art faszinierend, auf die andere Art doch etwas beängstigend und daher hatte der Mann auch völlig richtig gelegen. "Ich glaube nicht, dass jemand vor mir Angst hat ... aber vor Dir?", Sophie hatte keine Ahnung, ob es eine geschickt gestellte Frage war. Jeder Psychologe hätte ihr wohl auf den Kopf zugesagt, lieber zu schweigen, als möglicherweise alles noch schlimmer zu machen. Aber wieviel schlimmer konnte es werden - wenn man die lange Geschichte des Patienten bereits gelesen hatte?

Megan unterbrach kurz darauf den kleinen Dialog und kam direkt auf den Punkt. Natürlich würde Sophie es nicht in Frage stellen, aber ihr war nicht entgangen, dass die Miene von Quinn sich kurz verändert hatte. Vielleicht war es nicht die geschickteste Weise gewesen, um das Gespräch in Gang zu bringen und richtig. Diesmal hatte die junge Ärztin sich nicht geirrt, denn sogleich griff der Mann das Gesagte wieder auf und er schien völlig zufrieden mit diesem Verlauf. Unschlüssig, was sie tun sollte, warf sie Megan einen Blick zu, hoffte, dass diese sich noch einmal einmischen würde, aber die notierte gerade etwas und es war Sophie unangenehm, dass wahrscheinlich ihr Name in dieser Akte auftauchen würde.
Das Grinsen konnte sie nicht erwidern. Sie hatte nicht vor, ihre Vergangenheit hier auszuwalzen, ihre Freunde, Bekannte oder wen auch immer. Die gesamte Situation war einfach grotesk. "Sophie", gab sie letztlich widerwillig zu, zwang sich aber, nicht zu ablehnend zu klingen. Sie musste vermutlich noch einiges im Umang mit Menschen wie Quinn lernen. "Und ich habe keinen Freund. Jetzt Du."

@Solomon Q. Strange


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#5

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 16.01.2019 18:41
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten


@Sophie Hanson



Solomon war noch nie bei seinen Sitzungen so gut gelaunt gewesen. Die Blonde hatte frischen Wind mitgebracht und etwas an sich, was Megan so ganz fehlte. Und Megan fehlte seiner Meinung nach recht viel. Doch er wunderte sich, hätte wetten können, dass sich seine Psychologin öfter einmischen würde - doch tat sie es nicht. Vielleicht lag es daran das sie hoffte, er würde vielleicht etwas mehr aus sich herauskommen. Doch er würde auf jedes Wort, jeden Satz, jede Regung und jeden Gefühlsausdruck achten, welchen er von sich geben würde. Er war kontrolliert, daran würde auch die Neue nichts ändern.
Auf ihre Frage hin ertönte ein Lachen seinerseits. "Gewiss genügend. Dafür habe ich gesorgt." Sein Grinsen verblasste nicht, denn es stimmte was er sagte und er genoss jeden Moment von Angst in den Augen anderer. Noch hatte er die Angst nicht in ihren Augen gefunden, Zweifel, Vorsicht - aber keine Angst. Und noch brauchte sie die auch nicht haben. Man würde sie ihm schneller wieder wegnehmen, als er sie kennen lernen könnte und das wollte er nicht. Er mochte den frischen Wind, die Abwechslung von der Eintönigkeit und er würde darauf bestehen, dass sie bei seiner nächsten Sitzung wieder dabei sein würde. "Angst ist etwas ganz besonderes, eines der stärksten Gefühle. Angst offenbart einem so viel und gewährt dir einen Einblick in die Seele eines anderen. Sie verschafft Kontrolle. Durch Angst kannst du jeden in die Knie zwingen - nicht wahr, Megan?" Ob Megan vor ihm Angst hatte? Die beiden kannten sich noch nicht lang genug und Solomon war der Meinung, dass sie noch der Ansicht war, sie hätte alles unter Kontrolle und könnte ihn brechen. Wie falsch sie damit lag.

Für einen kurzen Moment beobachtete er Dr. Dawson, die während dem Gespräch von ihm und der Blonden fleißig Notizen schrieb. Er würde sie sich zu einem späteren Zeitpunkt sicher einmal durchlesen. Doch nach dem letzten Mal war Megan vorsichtiger gewesen und achtete stets mit Habichtaugen darauf, dass er nicht wieder etwas mitgehen ließ. Die Blonde erregte seine Aufmerksamkeit wieder, als sie ihm ihren Namen verriet. "Sophie", es war nur ein Flüstern und sein Lächeln normalisierte sich für einen Moment. "Welch schöner Name." Kannte man nun den Vornamen eines anderen konnte man peu à peu privater werden, meistens merkte es das Gegenüber erst viel zu spät. Nur musste man sich langsam vorantasten und Solomon wusste wie er das anstellen müsste. Nur schien Sophie auch nicht allzu dumm zu sein. Als sie ihm nun in einem knappen Satz mitteilte, dass sie Single war, lehnte sich Solomon entspannt in seiner Liege zurück. "Das ist gut zu wissen", warum ließ er aber unbeantwortet. Für einen Augenblick trat Stille ein und er überlegte, überlegte was er heute erzählen würde. Vielleicht würde er von ihm erzählen? Demjenigen der er verdrängt und verbannt hatte. "Wie du dir vielleicht vorstellen magst, bin auch ich Single. Eine Beziehung in einer solchen Anstalt zu führen ist nicht allzu leicht und ich würde mir keinen der hier festsitzenden aussuchen wollen." Solomon holte kurz Luft nur um sie erneut anzustrahlen. "Aber ich hatte eine Beziehung. Mehrere sogar. Nie sehr langlebig, ich hatte mein Leben genossen - genieße es noch immer. Ich fühle mich frei am besten und brauche niemanden der mir sagt was ich tun soll." Nachdenklich legte er einen Finger ans Kinn. "Aber ich erinnere mich noch an Morgan. Ach sie war toll. Wir haben zusammen studiert und sie war ausgezeichnet im Bett - wirklich! Daran werde ich mich auf ewig erinnern. Doch sie wollte mehr und interessierte sich zunehmender für mich. Ich hätte es ja gern bei der Bettgeschichte belassen, aber sie war zu neugierig. Zu neugierig um herauszufinden das etwas nicht stimmt." Nun legte Solomon einen gespielt traurigen und entrüsteten Gesichtsausdruck auf. "Und plötzlich war sie verschwunden, hat mich allein gelassen. Ich glaube man sucht noch heute nach ihr..." Was geschehen war musste er nicht sagen, Sophie würde sicherlich mit ihrem klugen Köpfchen drauf kommen.
Strange räusperte sich und wand sich für einen kurzen Moment Megan zu. "Ich denke das dürftest du noch nicht wissen. Vergiss es nicht aufzuschreiben."




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#6

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 26.01.2019 11:50
von Sophie Hanson (gelöscht)
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Auch sein Lachen konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass seine Worte ihr einen Schauer über den Rücken jagten. Selbstverständlich war ihr klar, dass sie keine Angst zeigen durfte, aber diese Art, mit der er es beinahe schon beiläufig bestätigte, mahnten sie zur Vorsicht. Megan schwieg dazu, vielleicht wollte sie heraus finden, wie der Mann im direkten Zusammenspiel reagierte. Vielleicht war es auch ein Test für Sophie. In ihre Gedanken hinein hörte sie die Stimme des Patienten und musterte ihn aufmerksam. Das, was er sagte, ließ sie ahnen, dass sie es mit einem intelligenten Menschen zu tun hatte. Das wiederum konnte ihn noch gefährlicher machen, als jemanden, der stumpf mit einer Waffe in der City herum ballerte. Die gefährlichsten Mörder waren jene, die ihre Taten einschätzen und die Konsequenzen vorher absehen konnten. Diesmal mischte sich Megan doch ein und enthob die Blondine somit einer Antwort. "Angst verhilft uns auch zu ungeahnten Kräften. Sie kann uns stärker machen und nicht zuletzt ist es häufig das Adrenalin, welches uns zu Höchstleistungen anzutreiben vermag", es war kein direkter Widerspruch, aber die Ärztin wollte ihm die andere Seite vor Augen halten und Sophie ließ ihren Blick zwischen den beiden hin und her gleiten. Es kam ihr vor, wie ein stiller Schlagabtausch und noch konnte sie nicht erahnen, wer als Sieger aus diesem Duell hervor gehen würde. Insgeheim hatte die Argumentation des Mannes viel mehr Gewicht, aber Sophie würde sich hüten, das zuzugeben.

Erst, als Quinn ihren Namen wiederholte, bemerkte sie den Fehler und war verwundert, dass Megan nicht viel eher eingegriffen hatte. Sie war leichtsinnig genug gewesen, dem anderen ihren Vornamen zu nennen, statt sich - wie es sich gehörte - mit vollständigem Namen vorzustellen. "Danke", presste sie hervor und überlegte noch, wie sie den eigenen Fehler ausbügeln könnte. "Ich denke nicht, dass es für Dich eine Rolle spielt", behauptete Sophie und war sich diesmal absolut sicher. Was sollte er mit dieser Information auch anfangen? Sie war Single, er saß hier - noch eine ganze Weile - fest. Vermutlich würden sie sich nie wieder über den Weg laufen, denn nach diesem katastrophalen Auftakt konnte Dr. Dawson sie unmöglich noch einmal in so eine Sitzung mitnehmen. Dass Quinn noch - oder wieder - Single war, war tatsächlich keine Überraschung und Sophie nickte zu den Worten. "Aber hier bist Du nicht frei", gab sie zu bedenken und lehnte sich auf dem Stuhl zurück. Sein nachdenkliches Gesicht war ihr nicht entgangen und sie fragte sich unwillkürlich, was genau jetzt in dem Mann vorgehen mochte. Dass er eine Beziehung - oder mehrere - gehabt hatte, konnte sie sich schwer vorstellen, nach allem, was sie über ihn gehört hatte. Und trotzdem machte er einen fast schon entspannten Eindruck auf die junge Frau. Während er weiter redete, verstummte das Geräusch des kritzelnden Stiftes von Megan. Sophie ahnte, dass die Worte neu sein mussten. Viel unheimlicher als das, was er sagte, war das, was er ungesagt beließ. Die Blondine schluckte und suchte noch nach Worten, als Quinn nahtlos zur Tagesordnung überging, so, als beträfe ihn das hier alles gar nicht. "Warum hast Du sie ... gehen lassen?", erkundigte sich Sophie und zuckte mit den Schultern, als könne sie es wirklich nicht verstehen. "Hast Du sie geliebt?", dabei war sie gar nicht sicher, ob er zu solchen Gefühlen überhaupt fähig war. Megan war inzwischen fast schon vergessen, bis das Kratzen des Stiftes wieder einsetzte, als sie der Aufforderung folgte, sich weiter Notizen zu machen.

@Solomon Q. Strange


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#7

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 05.02.2019 17:00
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten


@Sophie Hanson



Solomon hatte es darauf angelegt Megan wieder zum Sprechen zu Bewegen. Sie war ihm eindeutig zu ruhig geworden, was bedeutete, dass sie neue Schlüsse über ihn zog. Ob diese nun der Realität entsprachen oder doch nur ein Griff ins Leere waren, vermochte er noch nicht zu sagen. Absichtlich ließ er sie immer im Ungewissen, flechtete ein Netz aus Vermutungen und Unwahrheiten um sich herum. Was passieren würde, wenn sie etwas über ihn herausfand, was stimmte? Nichts, Solomon empfand keine Angst, kein Ertappen und doch lag ihm viel daran sie auf die falsche Fährte zu locken und lieber Grundsatzdiskussionen ins Rollen zu bringen. Denn noch war er verstummt und gewann die Kontrolle nicht zurück - solang war alles gut. Doch Vorsicht war besser als Nachsicht.
Er ließ Megans Worte für einen Moment wirken und schnalzte mit der Zunge. "Dann würde ich dir ans Herz liegen nie herauszufinden, was für Kräfte sich in mir entfalten, sollte ich doch einmal Angst verspüren." Der Blick mit dem er sie bedachte war durchdringend und sollte ihr in Mark und Bein gehen.

Fürs erste würde er sich wieder mit Megan zufrieden geben, war doch die junge Sophie viel interessanter als das alte Spielzeug. Ihr Danke ließ er zwar unkommentiert, doch er würde wieder etwas finden, was er auf ihre Worte antworten könnte. Und so purzelte der nächste Satz von ihren Lippen, etwas was den allzu übermütigen Solomon kurz verstummen ließ. 'Aber hier bist du nicht frei'. Für einen kurzen Moment verkrampfte sich der Psychologe und lehnte sich ein Stück weiter vor. Er flüsterte, so leise das es nur Sophie verstehen konnte, denn das Gekritzel des Bleistiftes würde es Megan nicht ganz verstehen lassen. "Freier als du denkst, Darling." Das Lächeln was noch seine Lippen umspielte war nicht das nette, einnehmende, es war das kranke für welches Solomon bekannt war. Doch nach diesem kleinen Schlagabtausch lehnte er sich wieder zurück, seine Muskeln entspannten, genauso wie seine Gesichtszüge. Heute würde er noch einigen Stoff zum Nachdenken haben.

Nach dieser nun wirklich wahren Geschichte entstand eine kurze Pause in welcher er das Gesicht seiner Gegenüber nur allzu genau musterte, Megan war Profi doch erkannte er das Erstaunen in den Augen als er mehr verriet als sonst. Vielleicht dachte sie sie hätte ihren großen Erfolg mit ihm, lag es aber einzig allein an der interessanten Sophie. Nun war es Solomon der mit den Schultern zuckte. "Ich habe sie nie gebraucht. Da war es ganz einfach." Solomon war damals zum Ich geworden, wenn auch noch nicht so behauptend wie jetzt. Damals haben sie sich den Körper noch zu gleichen Stücken geteilt, doch heute hatte er ihn übernommen. Für ihre nächste Frage brauchte er auch einige Sekunden, überlegte hin und her und beschloss, doch wieder etwas mehr zu verraten. "Er hatte sie geliebt." Solomon selbst hatte noch nie solche Gefühle empfunden, ihm nur zugesehen, versucht zu verstehen und irgendwo fand er Verständnis, wusste aber, dass er sich selbst nie eine solche Schwäche eingestehen durfte. "Hast du denn schon einmal geliebt? Wirklich und wahrhaftig? War dein Sein nur von einer Person erfüllt und hat es dich jede freie Sekunde verzehrt? Oder hast du schon einmal einen solchen Hass empfunden der dieses Gefühl aufwiegen würde?"




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#8

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 16.02.2019 20:00
von Sophie Hanson (gelöscht)
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Obwohl der Blick nicht direkt auf sie getroffen war, hatte Sophie ihn aufgefangen und musste schlucken, als sie die Intensität darin bemerkte. In jedem Horrorfilm hätte er damit einen Oscar gewonnen, aber sie war sich sicher, dass dies hier nicht gespilt war. Umso unheimlicher wurde das Ganze und die Blondine war froh, dass seine unverhohlene Drohung nicht ihr galt. Er hatte sie davor gewarnt, Angst zu haben, aber jetzt gerade spürte sie ein mulmiges Gefühl, das sich nur schwer unterdrücken ließ. Er spielte mit den beiden Frauen, dessen war sich Sophie absolut im Klaren und sie nahm sich vor, dieses Spiel nicht nach seinen Regeln zu spielen. Ein Vorhaben, das schon mit der nächsten Minute zum Scheitern verurteilt schien. Megan sagte nichts weiter, aber die Stimmung zwischen Quinn und Sophie hatte sich verändert. Seine Miene wirkte nicht mehr völlig entspannt und er lehnte sich nach vorn. Sophie, die schon vorher zurück gewichen war, war nun froh über diesen Umstand, denn sonst hätte sie nicht mehr viel von ihm getrennt. Die Distanz tat gut, auch wenn die Worte noch überdeutlich waren, obwohl er offensichtlich bemüht war, dass sie kaum verständlich wären. Dr. Dawson sah zwischen den anderen beiden hin und her und fragte dazwischen: "Bitte?" Aber Sophie hatte kein Interesse an einer Wiederholung, denn das Lächeln machte ihr nun tatsächlich Angst. Das erste Mal konnte sie etwas anderes sehen, als den freundlichen Patienten, der kooperativ seine Therapiesitzung wahrnahm. Erst, als er sich zurück lehnte, atmete Sophie auf. Sie schwieg, weil ihr keine passende Entgegnung auf das eben Gehörte einfallen mochte und Megan schien ebenso überrumpelt. Auf eine seltsame Art fühlte die Blonde sich von der Älteren allein gelassen. Schutzlos. Die Vermutung lag nahe, dass Quinn das ganz genau wusste oder auf ihrem Gesicht lesen konnte. Sophie presste die Lippen aufeinander und überlegte, wie sie hier am schnellsten raus kam, ohne Aufsehen zu erregen.

Die Formulierung war ungewöhnlich und das erste, was ihr an seiner Antwort auffiel. Sophies Interesse war geweckt und sie verwarf den Gedanken, sich zu entschuldigen. Ganz sicher war das nicht der Ablauf, wie das laut Lehrbuch zu laufen hatte, aber konnte so etwas Persönliches wie ein Therapiegespräch überhaupt in eine Form gepresst werden? Vermutlich nicht, das erkannte Sophie gerade und ihr dämmerte, warum es so wichtig war, auch diesen Teil der Ausbildung zu absolvieren. "Vielleicht hat sie Dich gebraucht", mutmaßte sie und stockte, als er weiter sprach. "Er? Er hat sie geliebt?", das war verwirrend, denn sie hatten doch über seine Freundin gesprochen. "Warst Du eifersüchtig?", Megans leises Schnauben sollte wohl deutlich machen, dass sie die falschen Fragen stellte, aber noch mischte sich Dr. Dawson nicht ein und so konnte auch Quinn weiter sprechen - seine Fragen stellen. "Ja ... vielleicht", gab sie zu und suchte nun selbst den Blick des Mannes. "Du kennst das Gefühl von Hass", sagte sie ihm auf den Kopf zu. Es fiel ihr schwer zu glauben, dass er so geliebt haben sollte. "Hat er sie so geliebt?"

@Solomon Q. Strange


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#9

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 17.02.2019 12:05
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten



@Sophie Hanson



Hatte er das Häschen gerade etwa verschreckt? Für einen Moment hatte er es sich zugestanden aus seiner aufgesetzten Haut zu fahren und hatte dabei fast alles ruiniert. Er sah die Panik in ihren Augen, die Angst über welche sie soeben noch gesprochen hatten. Betroffenheit, Entschuldigung und vielleicht ein schlechtes Gewissen, ein kurzes jähes Aufblitzen in den Augen des Psychopathen. Hatte er sie doch gerade in sein Herz geschlossen und wollte sie definitiv nicht vergraulen - so viel Spaß würde er in keiner anderen Sitzung haben wollen - man durfte sie ihm nicht nehmen! Noch nicht - wusste er doch zu wenig. Doch durfte auch er keine Schwäche zeigen, musste zu seiner alten Form zurückkehren und die alten Züge wieder auflegen. Megans 'Bitte' riss ihn aus den Gedanken und kurz wand er sich wieder ihr zu. "Nichts, nichts, Verzeihung liebste Megan. Lasst uns weitermachen!" Und mit diesen Worten klatschte er in die Hände. Während der nächsten Minute wurde es stiller und Sophie schien weiterhin zu schweigen, was ihm sehr missfiel. War ihre Unterhaltung doch bis eben noch so schön gewesen! Solomon zog eine Augenbraue hoch und überlegte, wie er das ganze wieder einrenken könnte. Dies schaffte er wohl mit seinen nächsten Worten. Er hatte erneut ihr Interesse geweckt.

Das was er gesagt hatte, durfte nichts neues für Megan gewesen sein. Sie wusste durch seine vorherigen Therapeuten von dem ursprünglichen Besitzer - schließlich war er auf dem Fach kein unbeflecktes Blatt. Hatte sich einen Namen mit seinen Arbeiten gemacht. Ein kleiner Streber war er gewesen, doch das alles kam Solomon nun zu Gute. Natürlich wusste er alles über ihn, doch das meiste interessierte ihn nicht. Hatte er sogar schon oft genug seinen Namen vergessen, nur wenn er sich meldete, fiel er ihm wieder ein. Doch es wurde immer weniger, immer seltener wollte er noch zu Tage treten, hatte wohl verstanden, dass diese Situation für ihn nicht mehr zu retten war und das Leben ihm nichts mehr zu bieten hatte. Doch Solomon bot es so viel und irgendwann würde er es wieder hier raus schaffen. "Oh nein, mich hat sie nicht gebraucht. Mich wollte sie nie kennen lernen. Doch das war nicht anders zu regeln." Als sie nun seine Antwort in eine Frage formulierte, sah er erst noch einmal zu Megan, ehe er sich wieder Sophie widmete. Der ahnungslose Ausdruck in ihrem Gesicht entlockte ihm ein kurzes herzhaftes Lachen. "Ach, davon hat sie dir noch nicht erzählt? Das ist aber gemein. Vielleicht kommst du ja noch drauf." Früher oder später würde er ihr eröffnen, dass er noch nie allein war, dass es ihn zwar schon immer gab, er aber viel später ans Licht getreten war. Schließlich war dieser Umstand kein Geheimnis, so sehr er es sich auch wünschte - somit konnte er also auch nichts verlieren. Und ihr weiteres Interesse wäre ihm gewiss.

Solomon schüttelte auf die Eifersuchtsfrage nur den Kopf, doch bedachte er Megan mit einem vernichtenden Blick. Sie sollte sich nicht über Sophie lustig machen, wenn sie das ach so wichtigste Detail des gemeinsamen Patienten einfach für sich behielt. Doch jetzt war es Sophie, die den Blickkontakt suchte und er ging mit Freude darauf ein. "Das war ja gar keine Frage, Sophie. Aber ja, ich kenne es. Ich kenne jedes nur vorstellbare Gefühl und bin in der Lage alles zu fühlen." Und langsam, langsam schien sie dahinter zu steigen, dass es nicht nur ihn gab, sondern auch 'er', den anderen. Mit einem Lächeln nickte er. Wusste er doch, dass sie klug war, auch wenn sie sich vielleicht noch nicht so gewiss war. "Vielleicht nicht so wie ich es beschrieben habe, aber es war eindeutig Liebe. Umso enttäuschter war er, als sie einfach verschwunden war. Ich habe es ihm nie erzählt. Wozu auch? Er hat es nie herausgefunden - glaube ich zumindest." Solomon biss sich mit den oberen Schneidezähnen auf die Unterlippe. Er wollte es gerade ansprechen, aber nein, einen Moment würde er ihr noch geben. Sie würde darauf kommen, da war er sich sicher. Doch nicht darauf, dass es drei in ihm gab.




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#10

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 18.02.2019 16:50
von Sophie Hanson (gelöscht)
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Sophie spürte Dankbarkeit, dass auch Quinn seine Worte nicht noch einmal laut aussprach. Megan indessen war damit ganz und gar nicht einverstanden und notierte wieder irgendetwas auf ihrem Block. Langsam aber sicher machte es Sophie verrückt, da sie sich denken konnte, dass ihre Aussagen und Fragen sich später genauso in dieser Akte wiederfinden würden, wie seine. Sie kam sich analysiert vor - von zwei Seiten. Megans Blicke machten es kein Stück besser und sie würde später mit der älteren Ärztin reden, dass sie nicht mehr in diese Sitzungen mitkommen wollte.
Von diesen Überlegungen konnte sie nun natürlich nichts vorbringen, sondern konzentrierte sich wieder auf das Gespräch und musste sich eingestehen, dass Quinn hier das bessere Gespür hatte und die Führung an sich reißen konnte. Seinen Unterlagen hatte sie entnehmen können, dass er schon viele solcher Sitzungen und Therapeuten gehabt hatte. "Ja, machen wir weiter", stimmte sie zu, obwohl sie es nicht wirklich ernst meinte. Aber welche Wahl hatte sie schon?

"Du redest, als hättest Du keine Wahl gehabt. Als hätte sie keine Wahl gehabt", stellte Sophie fest und kam sich vor, als würde sie barfuß über glühende Kohlen laufen. Sie hatte alles gelesen, was man ihr an die Hand gegeben hatte und doch hatte niemand sie auf das hier vorbereitet. Im Gegenzug dazu wusste Quinn die Situation sofort einzuschätzen, konnte sie für seine Zwecke gebrauchen und die Blondine fuhr sich kurz durch die Haare. Wenn Megan vernünftig wäre, würde sie das hier beenden, aber anscheinend boten sie ihr gerade ein faszinierendes Schauspiel und sie erhoffte sich neue Erkenntnisse. "Dr. Dawson?", sie wandte sich an die Therapeutin und erhoffte sich eine Erklärung, eine Antwort, die das weitere Vorgehen erahnen lassen würde. "Du könntest es ihr leicht machen und Deine Geschichte erzählen", schlug Megan vor und selbst Sophie hörte diesen Unterton, der dazu aufforderte, sich endlich zu öffnen. Sie war jung, hatte so etwas noch nie gemacht, aber es schien schwer vorstellbar, dass er auf diesen plumpen Trick reinfallen würde. Auf jeden Fall ging hier eine wichtige Information an ihr vorbei und Sophie rekapitulierte innerlich das Gesagte.
Das, was sich in ihrem Kopf langsam zu einem Bild zusammen setzte, war faszinierend und erschreckend zugleich. Sie hatte so etwas noch nie erlebt und hatte sich nicht vorstellen können, jemals damit konfrontiert zu werden. Außerdem fragte sie sich, was sie hier sollte, denn Patienten in der Notaufnahme würden eher nicht unter solch einer Störung leiden ... und falls doch, dann hatten sie in der Ambulanz sicherlich andere Probleme als Stimmen in ihrem Kopf. Sophie richtete sich auf ihrem Stuhl auf, um die nächste Frage zu überlegen, als es klopfte. Überrascht wandte sie den Blick zur Tür und starrte auf die junge Krankenschwester, die hastig näher kam und irgendwas von einem Notfall redete. "Ich geh...", weiter kam sie nicht, denn Megan schüttelte den Kopf: "Ich bin sofort wieder da." In der Blonden schrillten die Alarmglocken. Sie konnte nicht mit Quinn allein bleiben - auch, wenn Dr. Dawson zugegebenermaßen sowieso keine große Hilfe war.
"Hier. Das ist der Alarmknopf. Aber ich glaube nicht, dass Du ihn brauchst", Megan drückte ihr einen kleinen Kasten in die Hand und Sophie schloss ihre Finger darum.

Augenblicke später waren sie tatsächlich allein und sie kämpfte das seltsame Gefühl runter. Im Grunde gab es keinen Grund, sie glaubte auch nicht, dass er ihr etwas tun würde. Aber die Vorstellung vielleicht Megans Arbeit zu zerstören, indem sie sich falsch verhielt ... "Also ...", Sophie sah sich um. Sie hatte nichts zu schreiben, sie würde es sich so merken müssen.
"Nein, es war keine Frage. Ich formuliere es anders: Welches Gefühl magst Du mehr?", sie lächelte und lehnte sich zurück, während sie ihn musterte. "Du redest mit 'ihm'? Und 'er' wohnt bei Dir?", das war die Erklärung, die ihr Verstand dafür finden wollte, obwohl sie spürte, dass das nicht alles war. Verdammt ... ob Megan das wusste? Das kleine Kästchen in ihrer Hand wog schwer, aber sie fühlte sich kein Stück sicherer damit. "Wie lange bist Du schon hier? Kommt 'er' Dich besuchen?"

@Solomon Q. Strange


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#11

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 20.02.2019 17:33
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten

Sein Lächeln entflammte erneut als Sophie nur wenige Worte von sich gab. Sie sollten weiter machen. Er war also noch immer interessant, interessant genug, dass die Angst nicht überwiegen würde. Er würde sich fortan zusammen reißen müssen, schließlich würde man ihm ein neues Spielzeug nicht allzu schnell wieder erlauben. Aus diesem Grund beschloss er, einen Ganz zurück zu fahren.

Irgeendwie kamen sie nicht von diesem Thema los. Eigentlich hatte der Fantasist diese Geschichte nur beiläufig erzählt, doch niemand zeigte Interesse daran etwas anderes anzusprechen. Solomon verleierte im ersten Moment die Augen. Diese Reaktion gönnte er sich. Anscheinend müsste er nun eiter darauf eingehen. "Um das einmal festzustellen. Sie hatte eine Wahl gehabt, sogar mehrere. Hat sich nur für den falschen Weg entschieden. So etwas passiert nun mal. Und ich hatte auch eine Wahl gehabt - das habe ich immer. Nur hat es mir Spaß gemacht. Wie so vieles." Genauer wollte er ihr nun nicht erklären, was an der ganzen Sache besonders spaßig war. Das würde einige in der Tat sehr verschrecken und er schätzte sie so ein, dass es auch sie verschrecken würde. Heute wollte er human sein.
Als Sophie nun anstatt weiter mit ihm zu reden den Blick zu Miranda wand, sah er der Blonden danach. Anscheinend erhoffte sich die Praktikantin Hilfe von der Älteen. das sie diese wahrscheinlich nie bekommen würde, wenn es um ihn ging, würde sie vielleicht auch bald merken.
Auf die Bemerkung der Psychologin hin, schnalzte er nur mit der Zunge und schlug die Beine übereinander. "Meinst du nicht, das ist etwas unfair, Miranda? Warum muss ich hier eigentlich jedesmal etwas von mir erzählen? Bei dir muss ich mir auch alles selbst erarbeiten." Doch Solomon atmete nun einmal tief ein und seufzte gedehnt. "Naja. Ich habe viele Geschichten. Welche möchtest du denn hören, Sophie? Aber ich ware dich voraus. Im Grunde genommen erzählen ich nie die Wahrheit. Du musst also erkennen was stimmt und was nicht. Aber selbst das hat die gute Miranda wohl auch noch nicht geschafft."
Ja diese hatte sich so viele Notizen gemacht und als er es geschafft hatte, sich diese unter den Nagel zu reißen, hatte er erkannt, wie ungewiss sie über ihn war. Es war nicht schwer etwas über IHN herauszufinden, doch über Solomon - über ihn selbst wusste sie so gut wie nichts.

Eigentlich hatte sich Solomon geweigert etwas über sich zu erzählen. Doch jetzt sollte alles anders kommen. Im nächsten Moment öffnete sich die Tür und Susan, er mochte Susan nicht - sie war zu simpel, zu langweilig, eilte in den Raum. Sie erzählte etwas von einem Notfall und ehe er sich versah und es wirklich glauben konnte, stand die Therapeutin auf und verließ den Raum. Eine kurze Erklärung - nein, lediglich das siebald wieder da sein würde. Der Notfallknopf wechselte den Besitzer und die Tür ging wieder zu. Solomon hatte ihr noch nachgesehen, doch sobald das Schloss klickte, drehte er sich wieder zu Sophie - mit dem nettesten Lächeln das er aufbringen konnte. "Na das ist doch mal eine Überraschung!"

Und sie machte weiter, verhielt sich normal und wollte sich keinerlei Angst anmerken lassen. Bemerkenswert und vollkommen notwendig. Er lauchte ihren Worten, ihren Fragen. "Dann lassen wir mal die Fakten rollen. Ich glaube heute, mit dir werde ich konkret. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mich dir anvertrauen kann. Doch du darfst mein Vertrauen nicht enttäuschen - das würde mich sehr sehr traurig machen." Solomon lies eine Pause ehe er weiter redete. "Aber zuerst greifst du bitte auf den Sitz deiner Kollegin und schaltest das Aufnahmegerät, welches sie dort versteckt hat, aus." Plötzlich wurde seine Miene ganz ernst. "Du willst doch wissen, wer er ist? Du willst doch wissen, wer ich bin?"

@Sophie Hanson




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#12

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 22.02.2019 21:39
von Sophie Hanson (gelöscht)
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"Was macht Dir noch Spaß?", erkundigte sich Sophie und überging damit absichtlich seine Erläuterungen zu der Wahl, die er - oder sie - gehabt hätten. Die Blondine zweifelte daran, dass diese Frau tatsächlich eineWahl gehabt hatte, aber sein letzter Ausspruch relativierte alles vorher Gesagte und sie konnte sich denken, dass er nicht näher darauf eingehen wollte. Sie schwieg einen Moment und außer dem nervtötenden Gekratze des Stifts auf dem Block war zunächst nichts zu hören, bis Quinn sich wieder an die Psychologin wandte und seine Fragen direkt an sie stellte. Fast hätte die Blondine dabei geschmunzelt, denn irgendwie war es komisch, dass der Patient derart die Kontrolle übernahm. Aber es mahnte sie auch, vorsichtig zu sein, denn das hier konnte auch leicht nach hinten los gehen. Dr. Dawson sah von ihren Notizen auf und nahm den Mann genau in Augenschein: "Mit etwas mehr Kooperation könnte ich sicher einrichten, dass nicht immer die gleichen Fragen gestellt würden." Sophie sah Megan verblüfft an und drehte sich dann wieder von ihr weg, als Quinn sie ansprach. "Was ist Deine Lieblingsgeschichte?", ihr schien es ein guter Anfang zu sein, denn häufig waren diese Vorlieben eben doch am nächsten an der Wahrheit dran. Ob sie richtig lag, würde sich erst noch zeigen müssen. Dass selbst die Therapeutin noch keine Ahnung hatte, zumindest, wenn sie dieser Aussage glauben konnte, machte es allerdings nicht einfacher.

"Und was für eine", platzte Sophie heraus und war immer noch völlig perplex. Der Notfallknopf in ihrer Hand allerdings war ziemlich real, sodass sie sich langsam an den Gedanken gewöhnte, dass Megan sie tatsächlich mit Quinn allein gelassen hatte. Einmal atmete sie noch tief durch, dann stellte die Blondine die nächste Frage, ohne den Mann dabei aus den Augen zu lassen. Es gab keinen Grund, Angst zu haben. Sie brauchte nur diesen Knopf drücken und dann würden ein paar Leute zur Hilfe kommen. Das immerhin war die Theorie und diente der Sicherheit der Mitarbeiter. Sie kannte das Procedere. Vielleicht war das hier auch eine Art Feuertaufe? Quinn ging auf ihr Angebot ein und das war tatsächlich ungewöhnlich. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er einfach zustimmen würde. Sie glaubte ihm jedoch nicht, dass er ihr vertrauen würde. Sie selbst würde es jedenfalls nicht. Er machte eine Pause und auch Sophie schwieg, wartete, bis er wieder anfing zu sprechen. "Das ... was?", verwirrt sah sie zu dem Stuhl und bemerkte erst jetzt das kleine Kästchen. Ihr Blick ging zurück zu dem Patienten. "Aber ...", wie hatte er das gesehen? Warum wusste sie nichts davon? Sein ernster Blick traf sie eindringlich und sie griff mit der linken Hand rüber, um auf den Knopf zu drücken. "Es ist aus." Wahrscheinlich die größte Dummheit. Aber spielte es eine Rolle? Würde sie dem Wunsch nicht nachkommen, würde sie gar nichts erfahren. "Ja, das möchte ich", gab sie also zu und lächelte. "Verrätst Du es mir?"

@Solomon Q. Strange


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#13

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 23.02.2019 19:27
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten

Solomon überlegte. Was machte ihm noch Spaß? Eigentlich war das so ziemlich einfach, es vielen ihm tausend Dinge ein, Dinge die er nicht alle in Worte fassen konnte und wollte, sie waren verschreckend, verstörend. Er räusperte sich und kaute kurz auf seiner Unterlippe herum. "Meinst du neben dem sich entledigen von anderen Leuten? Tatsächlich viel. Ich habe einige Hobbies. Das Problem ist nur, dass mich viele Dinge so unendlich schnell ermüden. Heute zum Beispiel mag ich das eine und morgen finde ich es wieder ganz schrecklich. Ich mag die Abwechslung und hasse Eintönigkeit." Dabei fixierte Solomon Megan, die immer wieder das selbe Prozedere ablaufen ließ. Sophie war die Abwechslung und heute mochte er das. Wie auf's Stichwort wurde diese Eintönigkeit auch in ihrer nächsten Aussage thematisiert und Solomon schnalzte nur mit der Zunge. "Noch hast du meine Kooperation noch nicht verdient. Und ich bin mir auch fast sicher, dass du sie dir nie verdienen weirst." Mit diesen Worten verschränkte Solomon die Arme vor der Brust. Hatte er so viel Gefallen an dem Gespräch mit Sophie und der schweigenden Psychiaterin gefunden, dass es ihn jetzt umso mehr nervte, dass sie sich wieder einmischen musste. Sophie schien dies zu ahnen und versuchte ihn wieder in ein neues Gespräch zu wickeln. Mit freudigerem Ausdruck ging er wieder darauf ein. "Oh das ist einfach, meine Liebe! Kennst du Hans Christian Anderson? Ein dänischer Schriftsteller, aus dessen Feder die schönsten Märchen entstanden sind. Er schrieb ein Märchen das sich 'Die kleine Meerjungfrau' nennt. Das ist meine Lieblingsgeschichte. Wie sieht es bei dir aus? Welche Geschichte bewegt dich?"

Ihre Reaktion brachte den Fantasist zum Lachen. Sie schien mit der Situation komplett überfordert, fühlte sich unwohl, was ein Teil in ihm ihr nicht mal verdenken konnte. Doch heute mochte er sie und er würde sie heute beschützen - mehr vor sich selbst. Doch Sophie schien diese Situation, diese Gefühle überspielen zu versuchen. Er würde sie lassen, würde sie nicht provozieren und die Angst schüren, die Wahrheit verbergen. Der Griff um den Notfallknopf war fest und er selbst versuchte sich locker und gelassen zu geben. Es missfiel ihm wie sehr sie ihn umklammerte. Scheiß Erfindung, diese hatte ihm das ein oder andere Mal den Spaß gekostet. Doch sie würde ihn nicht drücken, da war er sich sicher. Er würde ihr ein Stück Fleisch hinwerfen und später würde sie ihm aus der Hand fressen. So würde es kommen, er wusste was er tat. Solomon schwieg während sie realisierte, was er da von ihr verlang, was Megan die ganze Zeit getan hatte um an Informationen zu kommen. Vielleicht verstand sie auch, dass Sophie der Köder war um ihn zu knacken. Doch er war klüger, leider viel zu klug für Megan. Er hatte ihre Bewegungen studiert, ihre Wortwahl, ihre Stimme und Ausdrucksweise. Megan verriet viel zu schnell was ihr Plan war und sie war nicht gut im Lügen. Man sollte sich schließlich nicht mit dem besten messen.
Solomon klatschte in die Hände. Sie hatte getan, was er erwartet hatte. "Ausgezeichnet. Megan verdient meine Antworten nicht. Doch du.." Diesen Satz beendete er nicht. Vielleicht weil er nicht mal wusste, warum sie es verdiente. "Leider kann ich dir nicht alles verraten. Das wäre zu einfach und ich liebe es kompliziert. Ich liebe Spiele, ich liebe Rätsel und ich möchte irgendwo auch ein Rätsel bleiben." Langsam beugte er sich wieder zu Sophie vor, das breite Lächeln hatte sich wieder auf seinen Zügen gebildet als Megan den Raum verlassen und Sophie das Aufnahmegerät ausgeschaltet hatte. "Ich bin ES. Er ist ICH. Und ICH hat ES Platz gemacht. ICH ist verschwunden. Aus ICH wurde ES. Und jetzt ist ICH nicht mehr ICH, denn ES ist es jetzt. Verstehst du?" Sigmund Freud hatte wunderbare Grundlagen geschaffen, Grundlagen die erklären aber auch verwirren konnten. "Na gut. Sagen wir es so. Ich bin nie allein und nein, ich höre keine Stimmen. Ich mag verrückt sein und ich bin es gerne, doch nicht wir alle sind es. Er war es nicht und mit ihm meine ich Kenneth. Kenneth existierte schon vor mir, dass ist der Mann über den du in ihren Akten das meiste finden wirst. Dieser schlaue Junge der selbst Psychologie studierte, der auch relativ bekannt unter den seiner wurde. Noch bekannter, weil er ein Geheimnis hatte. Sein Geheimnis war ich. Der Mann der mit ihm einen Körper teilte. Und jetzt gibt es keinen Kenneth mehr. Jetzt gibt es mich."

@Sophie Hanson




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#14

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 12.03.2019 19:23
von Sophie Hanson (gelöscht)
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Hätte man den ersten Teil seiner Antwort nicht gehört, wäre es vermutlich ein völlig normales Leben. Es gab viele Menschen, die sich für verschiedene Dinge begeistern konnten. Mitunter wechselten die Hobbies, manchmal suchte man sich etwas Neues. Auch Sophie hatte die Erfahrung schon gemacht. Die Art, wie Quinn das Ganze aber sagte und sein Blick, der noch immer starr auf die Psychologin gerichtet war, verrieten, dass mehr dahinter steckte. Die Spannung zwischen ihr und dem Patienten war fast greifbar und die Blondine fragte sich unwillkürlich, warum man nicht längst den Therapeuten getauscht hatte. Dass Megan keine Antworten bekommen würde, hatte Sophie innerhalb der ersten Minuten begriffen ... das musste doch bekannt sein? Folglich überraschte sie nicht einmal, als Quinn auch genau dies zum Thema machte und sie fragte sich, ob er sie zu den Menschen zählte, die sich die Zusammenarbeit verdient hatten. Seine vor der Brust verschränkten Arme schienen eine Schutzmauer zu bilden, vielleicht wollte er sich auch abgrenzen und somit deutlich machen, dass er an keinen weiteren Gesprächen interessiert war. Trotzdem versuchte die junge Ärztin es. Auf eine gewisse Art und Weise hatte der Mann ihren Ehrgeiz geweckt. Gerade, weil Megan sie so ins offene Wasser geworfen hatte, war es auch etwas wie Genugtuung, dass sie größere Erfolge zu verzeichnen hatte.

Die Antwort auf ihre Frage kam überraschend. Sie hätte nicht sagen können, womit sie gerechnet hatte, aber ein Märchen war es nicht. Noch dazu eines, das sie eher einem kleinen Mädchen zugeordnet hätte. "Natürlich kenne ich die Geschichte", erklärte sie also mit einem Lächeln und versuchte in seinem Gesicht zu ergründen, was ihn an dieser Erzählung so zu faszinieren schien. Stattdessen drehte er den Spieß bereits wieder um und Sophie hob leicht ihre Hand, um ihn zu stoppen. "Erst möchte ich wissen: Warum?", warf sie ein und fügte hinzu: "Dann beantworte ich Dir Deine Frage." Sie war nicht sicher, ob er sich darauf einlassen würde, machte sich aber selbst schon einmal Gedanken zu dem Ganzen. Sie wartete einen Augenblick und falls er antworten würde, konnte sie ihm ihr Lieblingsbuch nennen: "Die unendliche Geschichte", gab sie also bereitwillig zu und lächelte. "Ich nehme an, Du kennst das Buch?"

Natürlich war sie überfordert, als sie sich plötzlich mit Quinn allein in dem Raum wieder fand. Das, was sie eben noch über Bücher geplaudert hatten, war in den Hintergrund gerückt. Es war leicht, mit ihm zu reden und doch konnte sie nicht vergessen, dass er gefährlich war - so, wie er es selbst angedeutet hatte.
Der Notfallknopf war ihr Joker, aber er taugte nichts, wenn Quinn das Spiel schon lange durchschaut hatte und seiner Reaktion konnte sie entnehmen, dass er das getan hatte. Er war viel zu schlau, um sich in eine solche Falle führen zu lassen, das war ihr klar, als er das Aufnahmegerät erwähnte. Hatte Megan tatsächlich geglaubt, dass sie hinaus gehen und ihn so täuschen konnte? Sophie glaubte nicht einmal mehr daran, dass es wirklich einen Notfall auf der Station gegeben hatte und stellte sich innerlich darauf ein, noch eine Weile allein hier mit dem Mann zu verbringen.
"Ich sollte wohl 'danke' sagen?", erkundigte sie sich, meinte es aber gar nicht spöttisch, sondern eher neugierig. Bisher hatte sie nicht viel getan, um sich dieses Vertrauen zu verdienen und sie war auch gar nicht ausgebildet in diesen Befragungen - vielleicht war das der Trick. Die Tür war längst ins Schloss gefallen und Sophie beobachtete Quinn, der sich ihr entgegen beugte und zu sprechen anfing. Seine Einleitung, dass er Rätsel liebte, hätte sie nicht gebraucht, denn jeder Satz schien ein einziges Rätsel zu sein. Mühsam versuchte sie die Informationen aus dem Gehörten zu entnehmen und nickte leicht, so als würde sie tatsächlich verstehen. Multiple Persönlichkeitsstörung schoss es ihr durch den Kopf, aber sie sprach den Gedanken nicht laut aus. Das erste Mal hörte sie diesen Namen. Es war ein seltsames Gefühl und sie suchte den Blick, als könnte sie darin diesen anderen finden. Dass er Psychologie studiert haben sollte, erklärte Vieles. Darum also war er Megan derart überlegen. Darum konnte er diese Spiele spielen und gewinnen. "Aber Du bist schlauer als er", stellte sie fest. "Hast Du sie darum verschwinden lassen?" Irgendeinen Zusammenhang musste es geben und nach dem, was sie erfahren hatte, musste diese Frau zu Kenneth gehört haben. "Ist ... kann ich mit ihm reden?", ein gewagter Versuch, aber vielleicht wäre es möglich. Es gab schließlich niemanden, der zuhörte, das Aufnahmegerät war ausgestellt. "Ich verrate es auch niemandem. Du hast mein Wort", sie wusste selbst nicht, wie sie dazu kam, so etwas zu sagen, aber ihr war sofort klar, dass sie es ernst meinte. Das musste sie auch, denn eine Lüge hätte er wahrscheinlich sofort durchschaut.

@Solomon Q. Strange


Solomon Q. Strange findet das gut.
Solomon Q. Strange meldet sich freiwillig als Tribut!
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#15

RE: {{ I'm crazy and I don't pretend to be anything else.}} Sophie & Solomon

in Verschobene Plays 26.03.2019 18:03
von Solomon Q. Strange | 142 Beiträge | 394 Punkte
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Kolonie Die Auserwählten


@Sophie Hanson



Vorerst überging der Psychopath die Sache mit der Lieblingsgeschichte, waren sie doch gerade bei einer viel besseren angelangt, nämlich seiner. Keine andere Story konnte sich mit der seinen messen. Natürlich gab es ähnliche Menschen wie ihn, wurden in Filmen und Büchern aufgegriffen, doch er, er war ein Einzelexemplar. Er war besonders, er war zerstörerisch. Er war alles und jeder, er war die Welt. Doch die unendliche Geschichte, sie gefiel ihm, denn die seine würde auch unendlich sein, für die Nachwelt erhalten - dafür würde er sorgen, dass man ihn niemals vergisst.

Solomon machte es sich wieder gemütlich, überschlug die Beine und tat so, als würde er das Gespräch leiten, was im Endeffekt auch irgendwie stimmte. Sie tanzten alle nach seiner Nase, auch wenn sie es nicht wussten, er leitete sie, gab nur preis, was er preisgeben wollte und erfand, was er für richtig hielt. Nicht alles was seinen Mund verließ schien die Wahrheit zu sein, doch wenn er nur lang genug an seine Lügen glaubten, dann würde ein Teil seiner Seele diese akzeptieren und verinnerlichen. "Wofür bedankst denn du dich? Müsste ich mich nicht für dein Vertrauen bedanken? Das Vertrauen das du mir entgegen bringst, indem du das Aufnahmegerät ausschaltest?" Hätte sie es nicht getan, so hätte Solomon wahrscheinlich auch nicht geschwiegen, ihm gefiel die Unterhaltung mit Sophie. Und es wäre ihm ein leichtes gewesen, dieses zu zerstören.
Und er redete, redete weiter, waren es Rätsel oder doch verständliche Sätze für sie? Er für seinen Teil war sich jederzeit bewusst, was er von sich gab. Mit einem Schmunzeln endete er, wartete darauf, wie sie reagieren würde und faltete die Hände vor sich zusammen. "Oh, das würde ich nicht behaupten. Er war oder ist, sehr schlau, gebildet, klug. Ich würde ihn nie unterschätzen. Doch er war schwach und ich stark. Und jetzt bin ich es, der mit dir redete." Für einen Moment schwieg der Fantasist und legte Daumen und Zeigefinger ans Kinn. "Nein, nicht darum, glaube ich. Ich glaube es hat mir einfach sehr viel Spaß bereitet, sie sterben zu sehen." Den letzten Satz bedachte er mit einem Zwinkern und ließ die Blonde dabei keine Sekunde aus den Augen. Ein kurzes jähes Lachen, doch dieses brach schnell ab, was ihrer Frage zugrunde lag. Sein Blick verfinsterte sich. Nein - niemals würde er es wieder zulassen, dass Kenneth mit jemanden sprechen würde, niemals würde er es ihm gestatten, dass Licht zu erblicken und vielleicht die Möglichkeit zu haben, die Macht zurück zu erlangen. Solomons Züge glätteten sich wieder,, schaltete er sich innerlich für diesen Ausbruch. "Nein, Liebes. Du kannst nicht mit ihm sprechen. Dies steht niemandem frei und frage nie wieder danach."
Doch eine Sache musste er noch hinzufügen und dabei bedachte er den roten Knopf, welchen sie noch immer fest umklammert hielt. "Ich will dir ja keine Angst machen, doch bin ich der Meinung, dass du dieses Notfallteil auch getrost beiseite legen kannst. Wenn ich dir etwas antun wollen würde, dann wäre er kein Hindernis. Du magst zwar Hilfe rufen können, doch sie würden nicht rechtzeitig hier erscheinen. Ich bin schnell und konsequent."




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