Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
Date
WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥

#1

"Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.10.17 [Abgeschlossen]

in Verschobene Plays 24.09.2019 14:01
von Ethan Haddock | 562 Beiträge | 1333 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

"I´ll keep you in my heart, until we meet again"


Eigentlich hätte ich die Ruhe nutzen sollen... Ich wusste, dass mein Körper nah an seinen Grenzen verweilte und mir früher oder später wieder einen Strich durch die Rechnung machen würde. Aber es war noch Zeit, wenn ich nicht irrte. Wenn diese Gruppe mit dem T auf dem Rücken genauso strategisch denken konnte, wie ich, dann würden sie sicher erst bei Anfang der Dämmerung oder sogar noch später angreifen. Mitten am Tag wäre fatal und leichtsinnig. Und wenn sie schon so organisiert waren, sprach ich ihnen zu, nicht nur aus Dummköpfen zu bestehen. Sicher war es deshalb noch lange nicht, aber die Hoffnung darauf überwog.
Schon während ich durch die Gänge gegangen war, hatte mein Kopf sich mit ein paar wagen Erinnerungen gefüllt. Ich war nur einmal hier gewesen, als Kind und doch wirkte alles noch etwas vertraut, wenn auch sehr herunter gekommen.
Uns wurden Zimmer zu geteilt... Ich freute mich auf ein Bett mit Matratze und einem Raum, den ich schließen konnte, aber ich schaffte es einfach nicht, meine innere Unruhe abzuschütteln. Noellina war direkt nebenan. Ich fragte mich, ob sie lieber ein Zimmer zu zweit bezogen hätte, aber so war es mir lieber. Es war ja nicht so, als könne sie nicht jederzeit rein schneien. Einen Schlüssel hatte ich nicht und ich würde ihn auch nicht benutzen, um sie fern zu halten. Es war seltsam, wieder allein zu sein, nachdem wir die letzten zwei Wochen Seite an Seite verbracht hatten.
Mein Rucksack war schon auf dem Bett geparkt und Hersh hatte es sich auch bequem gemacht. Er liebte Betten ebenso, wie ich und ich gönnte ihm die weiche Unterlage. Mit einem halben Schmunzeln beobachtete ich ihn, wie er sich putzte und dann lang machte. "Bleib hier...bin gleich wieder da.".
Ich musste etwas finden, um mich zu waschen. Meine Sachen standen förmlich vor Schmutz und altem Blut, dass teilweise von Menschen und teilweise von Beißern war. Als ich aber aus dem Zimmer heraus trat, hielt ich auf dem Flur inne und legte meine Hand auf meine rechte Hosentasche. Mein Blick ging nach rechts. Irgendwo dort ging es doch zum Dach hoch... Ob ich es wagte? Da ich schon als Kind recht hyperaktiv gewesen war, hatte ich die Treppe schon damals entdeckt und wunderte mich tatsächlich, dass ich mich noch immer daran erinnern konnte. Meine Zigaretten hatte ich, also hielt mich nichts von der kleinen Pause ab, die ich mir im Begriff war zu gönnen.

Ich schlich leise in Richtung des Aufgangs, denn ich wollte kein Aufsehen erregen oder mich irgendwelchen Fragen stellen müssen. Hier kannte mich niemand und andersherum war es ebenso... Und ich hatte auch keine großen Ambitionen, jemanden näher kennen zu lernen. Das hier sollte doch nur als Zwischenstation dienen, auch wenn ich wusste, dass die Beständigkeit einer Kolonie wahrscheinlich das Beste für mich war.
Die Stufen knarzten unter meinem Gewicht und verrieten, dass ich gerade im Begriff war, nach oben zu gehen. Zwei Mal sah ich nach unten, um zu prüfen, dass niemand da war, ehe ich auch schon die Tür erreichte. Ich konnte sie schon riechen. Die frische Luft, die durch den leicht offenen Spalt nach innen strömte. Aber wieso war die Tür offen?
Als mein Blick gen Boden ging, sah ich ein kleines Holzstück, dass jemand zwischen Tür und Rahmen geklemmt hatte, damit die Tür nicht zuschlug. Hieß das, dass schon jemand hier war? Mist...
Dennoch, ich öffnete die Tür gänzlich und sah auf das Dach. Es war nur ein Teildach und recht übersichtlich. Es dauerte nur Bruchteile einer Sekunde, ehe ich sah, dass jemand am Rand saß. Eine Frau mit dunklen Haaren. Ich konnte sie nur von hinten sehen. "Ich will nicht stören, bei...was auch immer, aber...". Meine Stimme war erst noch locker und leicht gehoben, ehe sie sich umdrehte und dann aufstand. JUNE...

Es fühlte sich an, als hätte mir jemand so hart auf die Brust geschlagen, dass mein Herz für einen langen Moment aussetzte und mein Atem stoppte. Ich blinzelte ein paar Mal und mein Mund stand offen. Gleichzeitig bildete sich Unglaube auf meinen Zügen. Ich hob meine Hände an mein Gesicht und wischte einmal wild darüber, als wäre es von irgendetwas Störendem benetzt. Noch einmal sah ich auf. Das alles passierte relativ schnell, aber das bekam ich in diesem Augenblick nicht mit.
Meine letzte Erinnerung an June endete auch auf einem Dach. Jedoch waren wir nicht im Guten auseinander gegangen... Das alles wirkte gerade so nichtig...so egal... Und mir war auch egal, ob mir mein Kopf einen Streich spielen wollte. Innerlich war ich mir sicher, dass das keine Halluzination war.,
Viele Schritte brauchte ich nicht, um bei ihr anzukommen, aber es fühlte sich an, als würde eine Ewigkeit vergehen, ehe ich endlich meine Arme um sie legen konnte. Selten, aber nicht unmöglich... Tatsächlich bildeten sich kleine Salzwasserrinnsale auf meinen Wangen.
"Fuck...ich hoffe, ich bin nicht gestorben..." gab ich leise von mir, während ich sie noch immer fest hielt. "Du bist wirklich hier...oder...?".
Es fiel mir schwer, all die Emotionen, die mit diesem Moment einhergingen, zu deuten und zu sortieren, also lies ich allem einfach freien Lauf.
Mich durchströmte regelrechte Erleichterung und Euphorie... Eine Erleichterung, die ich nicht einmal gesucht hatte, aber dafür war es umso besser...

@June Bowen (Wenn ich schon zu weit geschrieben habe, lass es mich wissen. Ich schreibe auch gern nochmal um, wenn nötig^^ Ich wollte dich so unbedingt mit einbauen. )


"maybe I am the Villain in your story..."

"...but i am the Hero in mine"

June Bowen liebt es!
June Bowen knutscht es ab.
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June Bowen trinkt darauf!
zuletzt bearbeitet 27.11.2019 08:41 | nach oben springen

#2

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 24.09.2019 17:54
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Kolonie Einzelgänger

There wasn't a day where I didn't think about you...about us."


Es war der erste Tag eines Neubeginns gewesen.

Es war das erste Mal das June ausatmen konnte. Die erste Nach in welcher sie ohne aufzuwachen hatte durchschlafen können. Der erste Morgen in welcher sie sich in einem Bett ausgiebig gestreckt hatte. Der erste Tag an dem sie nicht um ihr Leben rennen musste. Es war ein Leben. Würde es eins bleiben?

Vor einem Tag war die Brünette hier doch eher zufällig ins Hotel gekommen dank einem jungen Herren, welcher sich hier als Anführer herausgestellt hatte. Mit einer Ziege war sie zum Hotel gelaufen, hatte bis zur letzten Sekunde nicht geglaubt das jemand ihr Asyl bieten würde, ohne sie in eine Falle zu locken und dann abzustechen. So viel Glück auf einmal, das konnte doch nicht möglich sein. Nicht nach zwei Jahren kontinuierlichen Hölle und dem stetigen flüchten und überleben. June Bowen hatte nie bis selten Glück. Sie stand niemals auf der Sonnenseite und nach der Apokalypse schon gar nicht. Sie würde wohl nie mehr erfahren was es heißen würde einfach mal unbeschwertes Glück zu erfahren. Außer einmal...ja das eine Mal, als die Welt ja sowas von in Ordnung gewesen war. Doch bis auch dieser Moment eine doch eher üble Wendung genommen hatte. Wo es rauf ging...ging es auch wieder runter. June befand sich seit ihrer Geburt an auf einer Achterbahn, doch bis sie das Hotel erreicht hatte, war sie gewiss auf dem Weg in die Hölle gewesen. Doch nun...tja nun schien es für die Ex-Junkie endlich wieder bergauf zu gehen. Die Frage war war nur, für wie lange?

Der Tag hatte sich bislang als ziemlich unspektakulär erwiesen. June war niemand der Gesellschaft wirklich liebte. Früher schon nicht, geschweige denn in der Apokalypse. Doch sie hatte sich gezwungen sich nicht gleich so unbeliebt im alten Hotel zu machen. Die Leute kannten sie noch nicht...sie kannte die Leute hier nicht. Sie brauchte die Verschnaufpause. Sie war für den Moment auf diesen Ort hier angewiesen. Ihr ganzer Körper befand sich im Strike Modus. Sogar das Gehen einer Treppenstufe nahm ihr die Luft zum Atmen. Die letzten Wochen waren einfach die reinste Strapaze gewesen. Irgendwann musste sich dies ja einmal rechen. Sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst; ihr Körper von Blessuren von Kopf bis Fuß überseht. Ihr Gesicht von Schürfwunden und einer geplatzen Lippe geziert. Ihre Arme und Beine so dürr, dass sie gar nicht mehr in den Spiegel sah. Sie brauchte das Hotel um wieder zu Kräften kommen zu können bevor sie die Suche nach Louis weiter aufnehmen konnte. Bevor sie den letzten Wunsch ihrer Zwillingsschwester erfüllen könnte. Es stand also noch viel auf dem Plan und für eine Welt die eigentlich kein Plan mehr benötigte, wusste June selbst nicht mal, wo sie beginnen sollte. Doch sie hatte ganz genau gewusst, wo sie am Nachmittag hingehen würde, nachdem sie sich Mühe gegeben hatte, um hier einige Leute kennenzulernen. Flüchtig aber so, dass man sie vielleicht nicht andauernd skeptisch musterte, wenn sie die Flure entlang lief. Das sollte für den Anfang reichen.

Noch am Vortag hatte die Brünette eine alte Treppenstufe gefunden, die nach oben auf das Dach führte. Doch da sie an jenem Abend einfach zu müde und fertig mit der Welt gewesen war um ihre Neugierde zu stillen, hatte sie beschlossen am nächsten Nachmittag das Gebiet zu erforschen.
Es würde gut sein einen Ort zu haben, an welchem man sich zurückziehen konnte. June brauchte so einen Ort. Es erinnerte sie an früher. An ihr Loft in D.C und an die vielen Stunden an welchen sie auf dem Dach in den Sternenhimmel gestarrt hatte. Es fehlte nur noch der Joint. Gott was würde sie jetzt geben, um sich wieder einmal so richtig wegzuballern. Um einfach all den Mist vergessen zu können welcher ihr in den letzten Monaten Wiederfahren war. Um die Gesichter der Männer zu vergessen, welche sie beinahe vergewaltigt und getötet hätten. Ja so etwas wäre wirklich der Jackpot gewesen.

Sie hatte ja nicht einmal mehr eine Kippe. Die letzte hatte sie vor zwei Wochen geraucht, kurz bevor sie Clarke eher unfreiwillig begegnet war. Momente, die ebenfalls benebelt werden müssten.

Sich also auf das Dach gewagt, hatte sie natürlich dafür gesorgt das die Türe einen Spalt offen bleiben würde, in dem sie ein Holzstück dazwischen gesteckt hatte. Sie wusste nicht, ob sich diese einmal geschlossen von müssen wieder öffnen würde und sie hatte nun wirklich keine Lust sich an der Hauswand irgendwie nach unten zu kämpfen. Zumal das alte Hotel doch ziemlich groß und brüchig war. Da würde sie am Ende noch die ganze Wand mit runter reißen. Die Leute sollten sie nicht schon nach dem ersten Tag rauswerfen, weil sie das halbe Gebäude zerstört hatte. Nein. June brauchte den Ort wohl mehr als die Leute sie brauchten.

Sich nach einer Weile, in der sie einfach so herumgetigert war und sich das Panorama rund ums Hotel reingezogen hatte, saß June nun am Rand des Daches.
Ihre Beine baumelten an der Fassade herunter, während sie sich auf ihren Händen zurücklehnte. Die Stille tat gut. Heute tat sie gut, gestern war es schön gewesen einige lebende Stimmen um sie herum zu hören. Eine ganze Woche lang war sie nach Grahams Tod alleine durch die Wälder geirrt. Hatte geglaubt endgültig den Verstand zu verlieren. Doch heute; heute brauchte sie eine Verschnaufpause. Sie wollte einfach nur den Moment genießen nicht wieder um ihr Leben rennen zu müssen und so bekam sie auch viel zu spät mit, dass ein ungebetener Gast die Türe zum Dach bereits geöffnet hatte. Man müsste meinen das die Sinne eines Menschen nun ausgeprägter sein sollten. Doch das war nicht der Fall. Zumindest nicht bei June und ihrem Momentanen katatonischen Zustand. Ihr Kopf war auf Sparmodus eingeschaltet und so schreckte sie erst hoch, als sie eine tiefe männliche Stimme hörte. Zuerst dachte sie sich nichts dabei, außer das sie genervt einen Seufzer ausstieß weil sie nicht mehr alleine hier oben sein würde.

"Verpiss dich, ich will meine Ruhe." Den Satz über die Lippen gebracht, hielt sie jedoch sofort inne. Wieso hatte diese Stimme gerade so vertraut gewirkt, wieso hatte sie so locker geantwortet, als würde sie mit einem alten Kumpel sprechen? Erschrocken über diese Erkenntnis drehte sich June abrupt in die Richtung des Eindringlings um. Nur um dann...

Ihr rutschte das Herz in die Hose. Für einen Augenblick glaubte sie, das ihr Atem einfach ausgesetzt hatte. Ein einziger Blick zu dem Mann gerichtet der beim Eingang stand hatte gereicht. Ein einziger Blick in diese dunkelblauen Saphir Augen. In diese Augen, welche eins ihre Seele regelrecht in ihren Bann gezogen hatten. Wie von einer Biene gestochen und wahrscheinlich nach einer Ewigkeit, verkrampfte sich jede Faser in ihrem Körper. Ihr Herz welches für Tod geglaubt einfach ausgesetzt hatte, sprang zurück ins Leben und fing plötzlich an gegen ihren Brustkorb zu hämmern. June wusste nicht wie und weshalb doch plötzlich befand sie sich im Stehen wieder. Kein Moment hatte sie ihren Blick von ihm genommen. Von dem Mann, welches einst ihr ganzes Leben komplett aus der Bahn geworfen hatte. Der Mann welches eins ihr Herz besessen hatte und sie geglaubt hatte nie mehr wiederzusehen.
Sie fand sich plötzlich in seinen starken Armen wieder. Spürte wie die Emotionen wie Meteoriten auf sie einprasselten während diese einst verloren geglaubte Vertrautheit sie übermannte. Ihren Kopf gegen seine Brust gedrückt und ihre Arme um ihn geschlungen, konnte sie nicht wirklich wahrnehmen was gerade passierte. Sie glaubte nicht einmal hier zu sein. Sie glaubte nicht einmal das dass hier, real war. War sie schon so durch das sie sich das gerade nur einbildete und sie in Wirklichkeit auf dem Dach eingeschlafen war? Ihr war es egal, sowas von egal, denn sie würde ihn nicht loslassen. Würde nicht aufhören diese Wärme auf ihrem Körper zu spüren und würde ihre Tränen nicht zurückhalten. Wenn dies nur ein verrückter Traum war dann sollte er so lange anhalten, wie es nur ging. Egal was gewesen war, in diesem Moment war alles vergessen.

Erst als er sprach, zuckte June in seinen Armen zusammen. So als würde man sie wirklich aus einem Traum reißen. "Bitte bleib, ja?" Kam es nur flüstern von ihr, doch langsam begriff sie, was hier wirklich vor sich ging. Ethan lebte. Sie lebte. Doch konnte das wirklich sein?! Ihren Kopf nun von seiner Brust gehoben, hob sie ihre mit tränen gefüllten Augen, nur um dann diese vertrauten Gesichtszüge zu erkennen welche sich in ihre Seele gebrannt hatten. June schluckte schwer, starrte ihn einfach an, bevor sie sich dann von der Umarmung löste. Sie zitterte am ganzen Körper. "Ethan." Wie eine Ohrfeige, welche sie so richtig hellwach rüttelte, starrte June entsetzt zu dem Hüne vor sich. Zu dem Mann der eigentlich nicht hier sein sollte. "Definitiv Tod. Wir sind beide Tod, anders kann ich mir das hier nicht erklären und ich dachte ja immer, dich würden die Beißer sowieso früher als mich kriegen. "

@Ethan Haddock


      

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#3

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 24.09.2019 21:12
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Kolonie Einzelgänger

Hoffte ich wirklich, nicht gestorben zu sein? Anscheinend, denn ich hatte es gerade ausgesprochen und das, ohne dass es merkbar meine Gedanken passiert hatte. Einfach so...ohne Umschweife. Es schien, als hätte ich mich wieder gefangen, was mir jetzt gerade erst wieder richtig bewusst werden wollte. Und dass June hier war, vor mir...bei mir, war der Auslöser, der mich noch ein wenig mehr daran erinnerte, was eigentlich möglich war. Das hieß noch lange nicht, dass ich nicht mehr daran zweifelte, dass sie hier war, wenn auch langsam alles in meinen Verstand sickerte.
Nachdem ich mit dem Asylum alles verloren hatte, was mir lieb und teuer gewesen war, hatte ich fast aufgegeben. Hätte Noe mich nicht aufgesammelt und wieder aufgepeppelt, ich wäre bereit gewesen, aber...Jetzt war ich verdammt froh, noch glücklicher, als ohnehin schon, dass ich nicht die Flinte ins Korn geworfen hatte. Es wäre auch nicht mein Stil gewesen, nicht meine Art und Weise, diese Welt zu verlassen, aber auch ich, musste mich irgendwann geschlagen geben.
Nein...nicht mehr, nie wieder...
Ich spürte ihr Zucken deutlich. Es schien, als sei sie ebenso davon überzeugt, zu träumen oder das Zeitliche gesegnet zu haben. Ich hatte nicht daran geglaubt, noch einmal das Glück zu haben, jemanden wieder zu sehen, den ich kannte. Und sie war nicht irgendjemand... Es war June.
Ihr flüstern suggerierte mir, dass sie den Moment behalten wollte, als wäre es das Letzte, was sie tat. Mir ging es ebenso...und ich hätte nicht gedacht, dass mich so schnell und noch einmal etwas so überwältigen konnte. Hätte ich mir einen Menschen in diese Welt gewünscht, wäre es sie gewesen, denn wir teilten nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit. Ich hatte nicht daran gezweifelt, dass sie es schaffen würde...

Ich hatte keine Ahnung, wie lange die Umarmung dauerte, aber es fühlte sich so abrupt an, als sie sich wieder von mir löste. Und das war das erste Mal, dass es mich glücklich machte, sie weinen zu sehen. Noch einmal musste ich mir durch das dreckige Gesicht wischen, ehe ich es schaffte, sie endlich zu mustern. Sie war völlig kachektisch und übersät von den Spuren der letzten Wochen und Jahre. Es wirkte so unwirklich, aber ich redete mir innerlich zu, dass ich nicht halluzinierte. Und ich war verdammt froh darüber, dass ich keine Kurzschlussreaktion hervor gebracht hatte, so wie damals, am Flugzeug. Zum Glück war ich lediglich mit Zigaretten hier hoch gekommen. In den letzten Jahren hatte ich mich weiter entwickelt. Die Apokalypse und all ihre damit einher gehenden Unheile hatten mir mehr beigebracht, als mein Studium es je gekonnt hätte... Ich hatte dazu gelernt und auch wenn meinbseelischer Zustand noch immer nicht so stabil war, wie im Asylum, war er dennoch besser, als noch vor 5 Jahren....trotz aller Verluste...
Man lernte, das Geringste wert zu schätzen, wenn es jeden Moment zwischen den Fingern zerinnen konnte.

"Du kannst dich noch an meinen Namen erinnern... " gab ich schon scherzend von mir, als sie noch immer am Begreifen war. Ich war es auch, aber irgendwie war ich dennoch einen Schritt weiter. Als würden beide Gefühlsebenen zur gleichen Zeit in mir herrschen. Ihr nächster Satz schaffte es, mir ein weiteres Mal die Kinnlade herunter klappen zu lassen. Dabei war ich aber eher gespielt schockiert, als tatsächlich und wahrhaftig. "Dankeeee....du mich auch.", sagte ich dann, nach kurzer Pause, mit unbeeindrucktem Unterton. "Ich habe immer daran geglaubt, dass du es schaffen würdest...aber ich habe nicht damit gerechnet, dich wieder zu sehen." kam es dann, wieder nachdenklicher über meine Lippen, als ich auch schon ihre Hand ergriff. Mein Blick senkte sich, während mein Daumen immer wieder über ihre knöchigen Finger strich. Mir war egal, wie sehr sie mich vielleicht verflucht hatte, als ich sie das letzte Mal sah. Gerade fühlte es sich an, als sei das nie der Fall gewesen. Und dennoch...ich war erschrocken. Hatten wir uns tatsächlich so verändert?

"Ist schon ironisch, dass wir uns ausgerechnet hier oben treffen...oder?". Ich sprach aus, was ich dachte und doch hielt ich mich noch zurück, zu fragen, wie es ihr ergangen war. Wie lange war sie schon hier? Was war passiert? Hatte sie sich verändert?
Auch wenn ich das alles noch nicht wusste, war ich mir sicher, zu spüren, dass es ihr ebenso nicht gut ergangen war. Wer konnte das auch schon von sich behaupten? War es nicht eigentlich sogar egal?
Mich beschlich ein mulmiges und nur allzu bekanntes Gefühl... Es hatte sich schon vor Tagen angefangen, in meinen Verstand zu graben. Ich glaubte eigentlich nicht an Schicksal, auch wenn ich das ein oder andere Mal gern darüber sinnierte. Ich sah erst jetzt wieder auf und obwohl meine Gedanken noch immer rasten, sah ich sie direkt an. Ich durfte dieses Mal nicht die gleichen Fehler machen. Die Vorwürfe waren noch immer da, aber in den letzten zwei Wochen hatte ich es geschafft, sie weitesgehend zu ignorieren.
"Es gibt einen verdammt guten Grund, warum ich hier bin..." sagte ich laut, auch wenn es eher ein ausgesprochener Gedanke war. Er aus dem Zusammenhang gerissen, aber in meinem Kopf passte alles zusammen. Nein, ich glaubte eigentlich nicht daran... aber es war wieder einmal eine Aktion, die hätte gründlich nach hinten los gehen können...Und wieder brachte es etwas Gutes mit sich.
Sie war hier, verdammt...

@June Bowen


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#4

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 25.09.2019 20:20
von June Bowen | 523 Beiträge | 1223 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Hätte man June damals gesagt das sie heute noch leben würde, nachdem die ganze Stadt im Chaos ausgebrochen war, dann hätte sie nur laut losgelacht und demjenigen den Stinkefinger gezeigt. Sie hatte anfangs keine Sekunde daran geglaubt es jemals lebend aus der in Flammen aufgehenden Stadt zu schaffen. Nicht bis sie mit Louis einige Wochen später in den Wäldern untergetaucht war. Bis dato hätte sie mit allem gerechnet. Das Ganze war so surreal gewesen, das sie anfangs geglaubt hätte sich in einem wirklich schlechtem Horror-Film wiederzufinden. Ein Film welchen sie nach den ersten Minuten schon ausgeschaltet hätte bevor sie sich einen Joint auf ihrem Dach genehmigt hätte und sich selbst was Spannendes zusammen fantasiert hätte. Es hatte sich alles wie ein böser Traum angefühlt bis sie eines Morgens aufgewacht war und realisiert hatte das die Welt wohl wirklich komplett am Arsch war. Doch seit dem Moment an, hatte sie sich geschworen nicht so schnell ins Gras zu beißen. Sie hatte den schwersten Teil überstanden und wenn sie schon so weit gekommen war, dann würde sie bis zum bitteren Ende kämpfen. So stur wie June war hatte es sich auch bis jetzt ausgezahlt.

Denn niemals....aber auch wirklich niemals hätte sie damit gerechnet diese dunkelblauen Augen jemals wiedersehen sehen zu können. Es gehofft? Es sich gewünscht? Jeden Tag.
Doch daran geglaubt...nicht einmal im Traum. Und so konnte sie es auch immer noch nicht glauben das sie nun genau in diese Blickte. Dass sie diesen Mann gerade umarmt hatte, der eins ihr Herz besessen hatte. Glaubte sie an Schicksal? An zwei Menschen die einfach zusammen gehörten, obwohl alles aber auch wirklich alles dagegen sprach? Sie hätte es bis heute - bis jetzt nicht geglaubt. Wie groß standen die Chancen, das so etwas eintreten würde?! Gleich Null - Zero. Sie hätte noch eher daran glauben können das Louis durch diese Türe treten würde. Lebendig und mit seinem typischen Grinsen im Gesicht. Sie hatte mit ihm überlebt. Sie hatte mit ihm zusammen die schlimmsten Jahre ihres Lebens durchlebt. Er war nach dem Ausbruch der Seuche immer an ihrer Seite gewesen. Er hätte sie finden können - womöglich durch purer Zufall, doch die Chancen wären nicht unmöglich gewesen. Doch Ethan? Nein. Das hier war ein Zeichen. Was auch immer es bedeuten sollte, in diesem Moment war es der Brünette ja sowas von Scheiß egal. Während einige Tränen weiter über ihre Wage kullerten und ihre Augen entsetzt zu dem großen Hüne vor sich blickten, kam sie sich gerade wie in einem Flashback vor. War es Ironie das sie sich damals am ersten Abend auch auf einem Dach besser kennengelernt und zum ersten Mal geküsst hatten?
June musste lachen. Ja sie lachte laut los. Hielt sich die Hand vor den Mund und lief einige Schritte nach rechts und nach links. Sie war doch verrückt oder etwas nicht? Immer wieder sah sie zu Ethan der weiter an Ort und Stelle stand. Sie sah zu dem Mann, welcher wie Ethan aussah, anders - mitgenommener - älter. Die Spuren der Zerstörung hatten auch vor ihm keinen Halt gemacht. Doch der Glanz in seinen Augen war immer noch da. Schwach doch vorhanden und das reichte ihr, um zu begreifen das ER real war.

"Ich hab zwar schon ein paar mal eine auf den Kopf bekommen aber wie du weißt ich hab ich einen harten Dickschädel." Schließlich blieb sie stehen. Fuhr sich mit ihren Händen durch ihr verweintes Gesicht, bevor sie dann einen Schritt auf ihn zu wagte. Verständnislos schüttelte sie den Kopf, kam ihr das Ganze hier doch so surreal vor. Er schaffte es ihr ein schräges grinsen auf die Lippen zu zaubern. Es war das erste Mal seit Wochen, das sich ihre Mundwinkel zu einem halbwegs schiefen, aufrichtigen lächeln hoben. "Ich habe mir oft gewünscht, das du irgendwo munter und wohlauf durch die Wälder rennen würdest. "Gott wie hatte sie diese Stimme vermisst. Wie hatte sie...dass hier vermisst! Eine Person vor sich stehen zu haben die lebte, atmete und bei der sie wieder ein Stück sie selbst sein konnte. Es fühlte sich so an, als würde ihr in diesem Moment ein riesiger Stein vom Herzen fallen. Ja, dieser Augenblick fühlte sich wie pure Euphorie an. June konnte nach Wochen des Terrors endlich einmal richtig ausatmen. Man konnte es ihr in diesem Moment sicherlich ansehen, bevor Ethan auch schon nach ihrer Hand griff. So nahe standen sie wieder vor einander, so als wäre es erst gestern gewesen. So als wären die letzten zwei Jahre für einen Moment einfach ausradiert. Zumindest kam es June so vor als sie für eine Millisekunde zu ihren Händen sah, bevor sie ihren Kopf hob, als Ethan erneut sprach. Seine Züge hatten etwas sanftes, aufrichtiges angenommen was unwillkürlich ihr Herz wieder zum Schlagen brachten. Es kam ihr so vor wie...Heimat.

"Wir hätten uns damals eine Hütte auf irgend einem Dach bauen und diese niemals mehr verlassen sollen." Ein Gedanke, welcher sie zum Lächeln brachte. Wären die Dinge damals anders gelaufen...wäre die Zeit anders gewesen - wäre er nicht gegangen und sie so stur gewesen. Vielleicht hätten sie dann diese Hölle sogar gemeinsam durchleben können. Doch alles nur Wunschdenken. Am Ende zählte es doch nur, das er nun hier vor ihr stand. Lebendig. Mehr hätte sie sich nicht wünschen können. Sein nachdenklicher Blick zwang sie dazu seine Hand zu drücken, während ihr Gesichtsausdruck sich veränderte. Sie konnte genau erkennen das seine Zahnräder in seinem Kopf wieder auf Hochtouren arbeiteten. Doch genau diese Momente hatte sie die Jahre so schmerzlich vermisst.

Ihren Kopf sachte zur Seite gelegt konnte sie in diesem Moment einfach nicht anders als endlich einmal wieder aufrichtig zu lächeln, während sie seinen Satz schließlich beendete. "Du bist hier, weil du es immer geschafft hast mich zu finden." Ihre Hand nun an seine Wange gelegt, blickte sie ihm tief in die Augen, bevor sie dann ihre Mundwinkel zu einem Grinsen verzog. Das hier fühlte sich gerade real an. Es fühlte sich nach etwas an. June fühlte sich wieder lebendig. "Auch wenn du ganz schön lange auf dich hast warten lassen." Wie immer schaffte es die Brünette genauso wie früher ihren Humor nicht unter Kontrolle zu halten. Vielleicht war es gerade nicht angebracht, doch wenn einer es nachvollziehen konnte dann er - denn schließlich war er auch ein Meister darin ernste Situationen mit einem Witz herunterzuspielen. "Ein Taxi hätte es vielleicht auch getan. Dann hättest du dir einige Kilometer ersparen können." Sachte mit dem Daumen über einen Kratzer an seiner Wange gefahren, ließ June schließlich von ihm ab. Hob ihre Hände und fuhr sich nun erneut durch ihr müdes Gesicht. Die Erkenntnis war nun wirklich eingetroffen. Das er lebte und das er verdammt nochmal hier war. Wenn es nicht Schicksal war...was war es dann?!

Ihre Emotionen nun sichtbar heruntergeschluckt, räusperte sich June schließlich, bevor sie ihren Kopf hob und Ethan zu mustern. "Wie...wie geht es dir?" Ihren Kopf zur Seite gelegt, wusste June nicht wirklich wo sie beginnen sollte. Es gab so viel...es gab so verdammt viel, was ihr auf der Zunge brannte. Egal was zwischen ihnen damals vorgefallen war, in diesem Augenblick streiften ihre Gedanken nicht mal im geringsten das vergangene. Es gab wichtigeres. Wo war er die ganze Zeit gewesen, wie war es ihm ergangen? War er immer noch der Mann, der er einst gewesen war? "Naja...mal abgesehen von dem ganzen..." June hob ihre Hände und fuchtelte damit herum. "Mist hier...wie hast du das Hotel gefunden? Wie lange bist du schon hier?!" Plötzlich sprudelten alle Fragen über ihre Lippen, bevor sie diese aufhalten konnte. Es tat einfach so unendlich gut ihn zu sehen und just in diesem Augenblick fühlte sich die Apokalypse nicht einmal mehr so schlimm an. Denn er war da und sie fühlte sich endlich zu Hause angekommen.

@Ethan Haddock


      

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#5

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 27.09.2019 11:35
von Ethan Haddock | 562 Beiträge | 1333 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Sie wirkte leicht manisch, als sie plötzlich begann zu lachen und dann ein paar Schritte ging. Erst in die eine, dann in die andere Richtung. Währenddessen hielt sie sich die Hand vor den Mund. Ich konnte dieses Verhalten mehr als nachvollziehen und lies sie einfach machen. Ich hätte ausrasten können... ebenfalls zweifeln, aber dieses Mal war ich derjenige, der die Ruhe anscheinend ein wenig mehr beherrschte. Es lag nicht daran, dass meine Kraft am schwinden war, sondern daran, dass ich ein Stück weit meinen neuen kleinen Seelenfrieden auf sog. Es half ungemein.
Sie sah gar nicht so aus, dass sie noch so viel Energie hervor bringen konnte, wie gerade hier, aber ich spürte den Drang auch. Den Drang, das ganze durch willkürliche Bewegungen zu kompensieren. In meinem Kopf spielte ich die nächsten Tage, ja vielleicht sogar Wochen durch, auch wenn ich gar nicht wissen konnte, was passieren würde. Eins war jedoch klar. Dass June hier war, machte diesen Ort noch einmal um einiges attraktiver. Aber eigentlich wollte ich nicht hier bleiben...oder? Wo wollte ich hin? Es gab doch immer ein Ziel, doch...
Plötzlich bemerkte ich, dass ich keine Ahnung hatte, wo es nach dem Hotel hingehen sollte. Kein Plan...kein Ziel. Das war untypisch, aber ich wusste ja auch, dass es hier erstmal noch genug zu tun gab. Und gerade war ein denkbar schlechter Zeitpunkt, wieder an das Weiterziehen zu denken. Und ich wollte auch gar nicht, denn gerade war nur wichtig, dass sie hier war.

Endlich blieb sie stehen und erhob wieder das Wort. Ich nickte wohl wissend und schmunzelnd. Ja, June hatte definitiv das Zeug zum Überleben, wenn auch nah an der Grenze. Aber das war ja inzwischen bei uns allen der Fall, wenn man es so betrachtete. "Ich war in den Wäldern unterwegs. Die letzten zwei Wochen...ähm...vier..". Es war sicher nicht seltsam, dass man sich verquatschte. Oft lies ich es sogar absichtlich so wirken, dass ich mir nicht sicher war, auch wenn das nicht stimmte. Aber hier war ich tatsächlich über meine eigenen nicht vorhandenen Erinnerungen an die zwei Wochen gestolpert. Diese zwei Wochen, bevor mich Noellina gefunden hatte. "Also warst du auch draußen unterwegs. Du bist nicht schon länger hier?" fragte ich dann ganz direkt. Ich hatte so gehofft, dass sie hier her gehörte, aber es war schon ersichtlich, dass sie anscheinend ebenfalls erst hier angekommen war.
Und das machte den Zufall noch größer oder vielleicht auch nicht...
Wenn wir beide im Wald unterwegs waren in den letzten Wochen, immer wieder aneinander vorbei gelaufen waren...dann wäre es doch eigentlich logisch, dass wir uns an dem einzigen denkbar sicheren Ort zusammen finden, oder? Aber... da alle Menschen Individuen waren und eigenständige und manchmal nicht nachvollziehbare Entscheidungen trafen...beließ ich es bei Zufall.

Da sie wieder näher bei mir stand, trat ich noch ein Stück näher heran. Ich zog endlich meine Zigaretten aus der Hosentasche und zog zwei aus der Packung, um ihr eine zu reichen. Ein Ritual, welches wir auch schon früher oft praktizierten. Auch wenn ich selbst nicht mehr viele hatte, würde ich sie doch jederzeit mit ihr teilen. Ich konnte nicht verhindern, dass Bilder vor meinem inneren Auge auftauchten. Lange Abende... Gespräche und vor allem diese Momente, in denen Worte nicht nötig gewesen waren. Mein Hirn wollte sich fast überschlagen, doch ich schaffte es, mich weiterhin auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
"Wenn ich gewusst hätte, was passiert, dann...hätten wir das sicher getan." gab ich zu und schon bildeten sich neue Bilder. Sie waren in meinem Kopf erzählt und deutlich sichtbar wie Erinnerungen, auch wenn es nie geschehen ist.
"Du weißt, dass die Seuche der Grund war, aus dem ich kurzfristig eingezogen worden bin, oder...?". Es war seltsam, so offen darüber reden zu können. Seit zwei Jahren...hatte ausser meiner Schwester niemand davon gewusst, dass ich Soldat gewesen war. Und mit Hayley hatte ich darüber nicht mehr geredet...
Doch June wusste es auch. Sie war diejenige hier, die das meiste über mich und meine Vergangenheit wusste. Und noch wichtiger war, dass sie über noch mehr, als meinen ehemaligen Beruf informiert war. War es positiv? Sie würde nie jemanden davon erzählen...dessen war ich mir sicher.
"Es hat also keinen Nutzen gehabt, dass ich gegangen bin.". Keinen Nutzen, ja... und es war eigentlich noch schlimmer. Den diese kurze letzte Zeit, ehe die Zivilisation tatsächlich zusammen brach, war prägend für mich gewesen. Ich hatte Menschen erschossen, auf Befehle hin. Menschen ohne Waffen...auch Frauen, Kinder. Ich hatte einfach eine Weile funktioniert.
Und das, obwohl ich es besser gewusst hatte....

Die Berührung ihrer Hand auf meiner Wange war vertraut und wohltuend. Ich schloss für einen Moment die Augen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich es so schnell wieder zu lassen konnte, mich für wenigstens eine Sekunde fallen zu lassen. Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich sie auf ihre Worte hin an. Ich sah zufrieden aus...Es war ja auch nicht unmöglich, aber...eine Seltenheit. "Man ist eben nur beliebt, wenn man sich rar macht..." kam es sarkastisch von mir, als sie behauptete, ich hätte lange auf mich warten lassen. "Mein Wagen hatte keinen Sprit mehr. Er steht noch am... Er ist weit weg geparkt.". Noch immer begleitete mich flüchtig der Gedanke daran, den Pick Up irgendwann zu holen, aber ich sah selbst ein, dass das gerade fast unmöglich war.
Jede Sekunde, in der ich sie ansah, kam erneut Freude in mir auf. Sie fragte, wie es mir geht und nun endlich zog ich auch mein Feuerzeug heraus, um uns die Zigaretten anzuzünden. Es war ja rein verständlich, dass andere Dinge gerade Vorrang hatten und wir deshalb einfach alles drum herum ein wenig vergaßen.
Mit einem tiefen Zug, startete ich eine Antwort auf ihre Frage nach dem Befinden. "Ich bin jetzt Hundebesitzer...". Wieder eine Antwort, die zwar informativ war, aber eher so gelegt, dass sie um das eigentliche herum führte. Es gab so viel zu erzählen und doch wollte ich nichts davon aussprechen...Nicht wegen ihr, sondern wegen eben dem, was damit einher ging.
Noch einmal griff ich nach ihrer Hand und zog sie sanft in Richtung Rand des Daches, wo ich mich setzte. Ich wollte Kräfte sparen und fand es deshalb notwendig. Erst, als ich saß, redete ich weiter. "Ich war vor zwei Wochen kurz davor, aufzugeben... Meine Erinnerungen sind...nicht ganz auf dem Damm, was die zwei Wochen vorher betrifft...Ich denke so wenig wie möglich darüber nach und...ich will es auch nicht. Ich habe eine Freundin wieder getroffen... Ich verdanke ihr mein Leben." . Meine Worte waren nachdenklich und langsam gesprochen. Und das war schon mehr, als jeder andere auch nur von mir erwarten konnte. June kannte mich, wusste über so vieles Bescheid... Es war nicht einfach, aber auch nicht immens schwer, ehrlich zu sein.
Und eigentlich wäre es mir ohnehin viel lieber, über sie zu reden, denn ich war mindestens genauso darauf erpicht, wie sie, mehr zu erfahren. "Ich habe meinen Kompass benutzt.". Mit hochgezogenen Augenbrauen vollendete ich diesen...scheinbaren Scherz. "Ich war schonmal hier. Vor vielen Jahren und habe mich noch in etwa an die Richtung erinnert.". Auch wenn ich eben schon vor hatte, ihr zu erklären, dass Feinde auf dem Weg waren, entschied ich mich jetzt dagegen. Erst wollte ich diese Augenblicke hier oben mit ihr noch etwas genießen, ehe ich ihr eine weitere Last auferlegte.
"Und jetzt bist du dran. Was hast du in den letzten zwei Jahren gemacht? Was ist mit Louis?... Ist er auch hier?". Auch wenn ich wusste, dass ich mit dieser Frage in ein sprichwörtliches Wespennest stechen könnte, wollte ich es doch wissen. Ich wollte wissen, wie es um sie steht und es einschätzen können. Mein Blick lag beobachtend auf ihr und abwartend... Ich würde an ihrer Reaktion schon sehen, was der Fall war.

@June Bowen
Ich hoffe, ich habe nix vergessen^^


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#6

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 08.10.2019 20:21
von June Bowen | 523 Beiträge | 1223 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Es glich einfach alles einem falschen Film. Doch irgendwie wünschte sich June das es nicht so war. Auch wenn der Moment so surreal vorkam, wollte sie danach greifen und konnte dabei ihre Augen nicht von der Gestalt vor ihr lösen. Ja, sie musste lachen, schüttelte den Kopf und lief völlig fassungslos hin und her. Konnte ihr wirklich so etwas passieren? Konnte man nach so langer Zeit so großes verdammtes Glück haben? SIE?! Sie lachte weiter, nein...June gehörte doch nie zu diesen Menschen. Es hatte eine verdammte Apokalypse gebraucht das man ihr zeigte, wie sehr man sie doch verabscheute. Also war Ethan nun real? Als sie nun vor ihm stehen blieb und seine tiefe Stimme hörte, rüttelte er sie somit wach. Er sah so aus, wie sie ihn in Erinnerung gehabt hatte. Älter, mitgenommener doch die Apokalypse hatte noch keinem wirklich gutgetan. Er war hier...hatte sie gefunden, auch,wenn sie noch damit haderte es wirklich verstehen zu können. Vor allem das wieso. Schicksal oder gar purer Zufall? June wollte dem ersten in diesem Moment mehr Glauben schenken denn alles andere ergab einfach keinen Sinn in ihrem dampfenden Kopf. Sie sah ihn schweigend and...zog regelrecht seine ganze Gesichtszüge ein nur um sicherzugehen das er sich nicht gleich wieder vor ihr auflösen würde. Es würde ihr abermals das Herz brechen und dieses Mal würde sie wohl damit zugrunde gehen. Dann würde sie selbst bereit sein endlich ihren Frieden finden zu wollen. Dann hätte man ihr den krönenden Schlag ins Gesicht verpassten können.
Doch nein, Ethan sprach und antwortete auf ihre wirren, übersprudelnden Fragen. Es tat so gut ihm dabei zuzuhören. So verdammt gut, denn es war ein Gefühl, das sie längst vergessen hatte. Ein Geist der Vergangenheit der zurück gekehrt war. Wieso blieb jedoch ein Rätsel.

June musste auf seine Frage hin, leise auflachen. "Ich war bis gestern ebenfalls irgendwo in den Wäldern verschollen. Gabriel hat mich gefunden und mir das Hotel hier gezeigt." Ein Schulterzucken folgte. Hätte es sein können das sie schon seit Tagen im gleichen Wald umhergeirrt waren? Sich dabei immer knapp verfehlt hatten? Nach dem heutigen Tag wäre es nicht undenklich, eher zum Weinen aber dann doch wieder zum Lachen. Dass er auf ihren Spruch hin ein Häuschen auf dem Dach zu bauen einging, brachte ihr ein fahles Lächeln ein. Wieder war da ein kurzer so vergessener Moment der Vertrautheit, bis er jedoch den Ausbruch und somit auch sein Verschwinden ansprach und ihr Lächeln automatisch erlosch. Sie hatte lange nicht mehr an diesen Moment gedacht.

Der Moment als alles den Bach heruntergegangen war als sie ihm schreiend nachgerufen hatte bevor er die Türe vom Loft für immer zugeknallt hatte. Sie waren damals im Streit auseinander gegangen. Ethan hatte ihr das Herz herausgerissen. Doch sie ihm womöglich auch. Zumindest war es einer der tausende von Gefühlen gewesen, welcher sie damals gehabt hatte. Doch vielleicht war er ja nicht einmal in der Lage gewesen sie zu lieben oder gar zu vermissen? Was wusste sie schon was in seinem wundervollen Kopf vorging? Sie hatte sich danach oft Gedanken darüber gemacht - der Streit, die Eskalation und dann sein endgültiges Verschwinden. Doch heute...oder besser gesagt jetzt. Jetzt wusste sie, wieso er nicht zurückgekehrt war. "Später ist der Groschen dann gefallen, ja." June legte ihren Kopf zur Seite und sah ihn für einen Augenblick einfach still schweigend an. Sie hatte sein dämliches Gesicht so vermisst. "Einige Tage hatte ich mich noch gefragt, ob es einfach nur eine gute Ausrede gewesen war damit du nicht zurückkommen musst doch...das hat sich hiermit wohl erledigt."Einen Schritt Abstand von ihm genommen, ließ sie jedoch nicht von ihm ab. "Du hast für dein Land gekämpft...du hast wenigstens etwas getan," ehrliche Worte, denn was hatte June schon großes getan, um all das hier aufzuhalten? Sie hatte ihre Schwester nicht einmal beschützen können als sie sich im Labor für sie geopfert hatte. Wie ein Wiesel war sie mit eingezogenem Schwanz einfach los gerannt nur weil sie ihr gesagt hatte, sie hätte die Zukunft für ein neues Leben in ihrem Rucksack. Was hatte ihr das alles gebracht? Es mit ihrem eigenem Leben zu beschützen, nur um sich dann alleine in dieser abgefuckten Welt wiederzufinden? Rein gar nichts. June schüttelte den Kopf, um ihre Gedanken abzuwerfen. Am Ende brach es sowieso nichts, die Schuldgefühle hatte sie sowieso schon innerlich aufgefressen.

Beinahe froh darüber das Ethan nun auf ihren Witz einging, fing June an wieder nervös neben ihm hin und herzugehen. Musste dann dabei belustigt die Lippen heben. "Du bist ein Meister darin, so viel steht fest und...ein Wagen? Du sitzt auf einer Goldmine weißt du das?!" Die Hände in die Arme gestammt und nun wieder stehen geblieben hob sie überrascht ihren Blick. "Ein Hund? Wo ist er?" Wie immer wechselte oder sprang Ethan von einem Thema zum nächsten, aber das sollte ihr Recht sein, es hatte sie noch nie gestört und sie wusste, dass er dies tat, weil er vielleicht unsicher war, ob das ganze sonst nicht in eine falsche richtung glitt. Dennoch war sie überrascht zu hören, dass er ein Tier an seiner Seite hatte. Sie wollte den Hund sehen. Jede neue Abwechslung tat irgendwie gut. Es hielt sie wach, guter Dinge und ließ sie nicht an ihrem Dasein zweifeln. Während der dunkelhaarige Hüne nun nach ihrer Hand griff und sie mit zum Dach zog, sprach er aus heiterem Himmel nun Gedanken aus, welche zuvor noch ihre eigenen gestreift hatten. Bei seiner Berührung zuckte June unwillkürlich zusammen. Erschrocken über diese erneute Nähe, doch zugleich erleichtert.

Beinahe ertappt, zog June die Luft ein bevor sie sich neben ihm setzte und ihm dabei weiterhin zuhörte. Sie wusste, nein, sie kannte Ethan. So etwas würde er nicht einfach so preisgeben, wenn er sich nicht davon befreien wollte. Er war ein Mann der wichtige Worte, stets mit bedacht wählte und so kam wieder dieses vertraute Gefühl in ihr auf, das er ihr trotz dem ganzen Mist, welchem ihm wohl Wiederfahren war, noch traute. Sie drückte seine Hand. Er sollte wissen das sie da war. "Gewisse Dämon haben wohl auch vor der Apokalypse keinen Halt gemacht." Sachte mit ihrem Daumen über seinem dreckigen Handrücken gestreichelt, wurden ihre Züge sanfter. "Ich bin froh, dass du wohlauf bist. Dass du hier bist und das du jemanden gefunden hast, der dir geholfen hat." Ja, das war sie wirklich. Es gab keinen Grund ihre Ehrlichkeit nicht offenkundig zu machen. Sie wusste das Ethan ein Kampf mit sich selber führte. Dass er es niemals leicht gehabt hatte, doch war sie auch froh darüber das er ihr damals davon erzählt hatte. Es hat ihr damals die Füße unter dem Teppich weggerissen es so zu erfahren doch war sie zeitgleich erleichtert gewesen. Denn so hatte sie endlich hinter die ganze Fassade blicken können. Hatte Zusammenschlüsse machen können die vorhin nicht möglich gewesen waren. So ja...sie war unendlich dankbar, dass er heute hier vor ihr stand und es schmerzte zu hören, dass er an einem Punkt angekommen war, wo er keinen Ausweg mehr gesehen hatte. "Ist Sie auch hier?" Erkundigte sich die Brünette bevor sie noch einmal lächelnd seine Hand drückte bevor sie diese dann los lies, um sich zurück auf das Dach zu lehnen. So wie sie es schon hunderte von Male neben ihm getan hatte.

"Du warst schon einmal hier?" June hob erstaunt eine Augenbraue. "Was suchte man an einem Ort wie diesem bloß? Also vor Apokalypse? Das Hotel hier hat seine besten Jahre aber auch schon seeeehr lange hinter sich." June lächelte müde während sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht blies. Sie hatte nicht wirklich Lust darüber zu reden, was auf ihrem Weg so alles passiert war. Es war unwichtig und Erinnerungen die sie am liebsten gerne vergessen würde. Emotionen die sie im Moment nicht verspüren wollte. Nicht hier und jetzt wo sie Ethan neben sich sitzen hatte. "Ich bin alleine hier." Kommentierte sie seine Frage daher knapp bevor sie die Augen schloss. Einen Moment lang sah sie Louis Gesicht vor ihrem inneren Auge. Die Explosion im Labor als sie von dort wegrannten. Die Männer die sie gefangen genommen hatten, die ganzen Beißer die Graham vor ihr aufgefressen hatten und all der restliche Mist. Nein - Ethan hatte weiß Gott schon genug Probleme. Er litt selbst, da würde sie ihm keine Bürde aufbinden. "Wie heißt dein Hund?" Die Augen nun geöffnet da sie deutlich seinen Blick auf sich spüren konnte, schenkte June ihm ein schiefes Lächeln. Er würde schon begreifen, dass sie noch nicht dazu bereit war.


@Ethan Haddock


      

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#7

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 13.10.2019 09:48
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Kolonie Einzelgänger

Und wenn das Schicksal zuschlägt, werden die Rollen noch einmal neu verteilt...
Ich spitzte die Ohren, als sie sagte, dass sie auch im Wald herum geirrt war...und das bis gestern Abend noch. Wie klein die Welt doch war, aber gut, es war wie schon erwähnt auch nicht abwegig, dass wir uns gerade hier, an einem zentralem und augenscheinlich sicherem Punkt treffen. Ich konnte wetten, dass das Hotel viele Ankömmlinge hatte, die sich aus den Wäldern hier her schlugen und ich war froh, dass ich June nicht früher getroffen hatte, denn noch vor zwei Tagen war mein Zustand mehr als labil gewesen und hätte womöglich zu Dingen geführt, die ich vielleicht später bereut hatte. Schon Noellina konnte von Glück reden, denn als sie mich fand, war von Menschlichkeit und sozialem Verhalten wohl kaum die Rede gewesen...zumindest, was mich betraf.
Lieber hatte ich fast zwei Wochen geschwiegen und mich zurück gezogen. Auch etwas, dass ich eher als untypisch bezeichnen würde, wenn es um meine Person ging. Aber notwendiges Übel, wenn alles, worüber man reden könnte, die Verluste sind, die einen in diesen besagten Zustand gebracht hatten...
Noellina konnte keine Illusion sein, denn auch wenn ich mich sehr darüber gefreut hatte, dass sie wie aus dem Nichts aufgetaucht war, wäre sie sicher keine der ersten Personen gewesen, die ich mir herbei gewünscht hatte. Einfach, weil ich keine sehr enge Verbindung zu ihr gepflegt hatte, als wir uns kannten. Aber genau dieses Vertraute hatte ihr den Fuß in die Tür gebracht und mir geholfen, wieder zu hoffen...

"Eine Ausrede..."wiederholte ich nachdenklich und meine Augen gerade aus starrend. Es war ersichtlich, dass diese Aussage mich nicht gerade freudig stimmte, denn sie wa absolut falsch getroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Wort mir so widerstreben könnte, wie dieses gerade. Mein Mund verzog sich unpässlich, ehe ich noch etwas dazu sagte. "Ich war damals verdammt ehrlich zu dir, in jeglicher Hinsicht...Selbst dann, als es alles hätte kaputt machen können...und das hat es auch...irgendwie...Ich wusste das und doch...".
Noch immer blieb mein Blick in der Ferne hängen, als ich eine kleine Pause machte, doch bald schon redete ich weiter. Ich wollte das klar stellen, denn ich hatte gedacht, niemals die Chance dazu zu bekommen. "...doch habe ich es gesagt... dir gezeigt. Der Zeitpunkt war einfach schlecht gewählt, würde ich sagen. Aber... ich habe dich nicht angelogen. Ich hätte es gar nicht gekonnt...". Glaubte ich zumindest. Und jetzt wusste sie das auch. Ja, es schmerzte zu hören, dass sie damals gezweifelt hatte, auch wenn ich es ihr eigentlich gar nicht verübeln durfte. Unser Streit kam nicht von ungefähr und er hatte wie eine Bombe in unsere nicht definierte Beziehung eingeschlagen. Als ich damals ging, war ich mir sicher, dass ich eine weitere Liebe zurück gelassen hatte... Wie war es nur möglich, dass ich alles, was mir lieb und teuer war, einfach hinter mir ließ oder durch meine selbstzerstörerische Art in die Flucht schlug. Keine Frage, ich hatte sowieso gehen müssen, aber... Ich wäre wieder gekommen...oder?

"Das habe ich wohl..." antwortete ich, als sie behauptete, dass ich auf einer Goldmine saß. Okay, wenn man es so betrachtete, konnte ich mich
furchtbar glücklich schätzen, hier zu sein und zu wissen, dass ich nicht allein war. Vor 4 Wochen war es kein Problem für mich gewesen, immer mal wieder ein paar Tage für mich zu haben. Auch bevor ich damals das Asylum erreichte, hatte ich zwei Monate allein verbracht. Deshalb war ich auch wieder eimal los gezogen, zusammen mit Hersh. Und dafür hatte ich büßen müssen. Die Frage war ja immer noch, ob meine Anwesenheit überhaupt etwas geändert hätte. Aber vielleicht wüsste ich dann wenigstens, ob jemand überlebt hatte, Vielleicht aber... wäre ich mit ihnen gegangen.
Hoffnung war nicht vergebens. Das hatte ich sowohl vor zwei Wochen, als auch heute wieder gelernt. Und ich war tatsächlich ein Mensch, der bis zum Schluss einen Funken davon in sich trug. June hatte ihn weiter angefacht und doch ließen meine Dämonen mich nicht los.
"Er ist unten, in meinem Zimmer...Ich habe ein verdammtes Zimmer und ein Bett...". Man sah mir an, dass ich das noch einmal realisierte. Hatte ich alles als zu selbstverständlich gesehen? Ich wusste jedenfalls, dass ich mich zu sicher gefühlt hatte, denn sonst wäre ich nicht gegangen.
"Die Frage ist nur, ob er mir Platz macht, denn er hat es sich auf dem Bett schon bequem gemacht.". Endlich erschien wieder das bekannte amüsierte Lächeln auf meinem Gesicht, welches ich in den letzten Wochen für verschollen geglaubt hatte.

June hörte aufmerksam zu. Das hatte sie schon immer gekonnt. Doch das wichtigste war mir, dass sie nicht urteilte. Denn meiner Meinung war das hier ein Zeugnis von Schwäche in höchster Form. Es war so oder so kein leichtes Unterfangen, aber es war auch erleichternd. In dieser Sekunde beschloss ich, dass ich meiner Begleiterin unbedingt noch sagen musste, wie dankbar ich war, dass sie mich nicht im Stich gelassen hatte. Und als könne June meine Gedanken lesen, fragte sie, ob sie auch hier war. Ich sah sie daraufhin an, regelrecht fixierend und nickte. "Japp... Sie ist ziemlich erschöpft. Wir haben harte Tage hinter uns.". Plötzlich wirkte ich wieder knapper in meinem Ton und meiner Wortwahl. Mein Blick wich von June, die neben mir saß, wieder nach gerade aus. Ich wollte gar nicht wissen, warum June so genau nachgefragt hatte. Wohl möglich bildete ich mir auch nur ein, dass es so war, weil ich... Hatte ich ein schlechtes Gewissen? Nein... das nicht. Aber dennoch waren da Dinge, die ich June nicht auf die Nase binden wollte. Warum auch? Ich bereute es nicht, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Noellina viel hinein interpretierte. Das konnte sie dementieren, wie sie wollte... Ich war mir hier sicher, keiner Einbildung zu unterliegen.
Aber ich wusste, dass ich mich von jeglicher Verantwortung und Nähe auf Gefühlsbasis fern halten wollte und musste. Das machte Junes Anwesenheit nicht leichter.
Auch wenn die Hoffnung, dass sie nach zwei Jahren Überleben, auch weiterhin überleben würde, in mir schrie, fütterte mich das Teufelchen auf meiner Schulter mit Szenarien und Zweifeln, die mir das Gegenteil aufzeigen wollten.


Ich zuckte mit den Schultern, als sie fragte, was man hier damals wohl suchte. Es war für mich einfach nicht mehr relevant. Nur, dass ich dadurch den Weg hierher gefunden hatte. Noe hatte jetzt meinen Kompass... Etwas, das bedeuten sollte, dass ich nicht einfach so verschwinden konnte. Jedenfalls nicht, ohne ihn.
Gut, zur Not konnte man sich nach der Sonne richten, aber... das war ja nicht immer gegeben. Und jetzt, wo es langsam auf den Herbst zu ging, konnte man sich darauf nicht verlassen.
Ich konnte nicht verhindern, dass mein Ausdruck von Sorge geprägt war, als sie sagte, dass sie allein hier war. Ohne zu zögern, aber auch ohne sie direkt anzusehen, legte ich meinen Arm um sie. Dabei war mein Blick noch immer gerade aus gerichtet, ehe er etwas nach unten triftete. Auch wenn sie sich knapp gehalten hatte, war ich mir zu 99 Prozent sicher, dass diese Antwort bedeutete, dass Louis nicht mehr unter den Lebenden weilte. Und ich konnte ihren Schmerz darüber mehr als nachvollziehen. Ich hatte meine Schwester zweimal verabschieden müssen...
Ihre Frage riss alles aus dem Kontext. Ich wusste, was sie da vor hatte und auch wenn ich eher dafür gewesen wäre, dass sie sich aussprach, lenkte ich ein. Es war deutlich merkbar, dass meine Schultern etwas sanken. Keine Resignation. Eher eine abgeschwächte Unterform davon. Und so entschied ich, ihr wenigstens das Angebot zu machen. "Du kannst jederzeit darüber reden. Vielleicht erzähle ich dir dann irgendwann, was bei mir so los war.". Ich versuchte meinen Ton locker zu halten, aber er war noch immer leicht angespannt. Dabei sah ich sie auch wieder an und legte dann den Kopf leicht schief, ehe ich auf ihre Frage antworte.
"Hershell...Er ist ein Golden Retriever... Ich habe ihn vor über einem Jahr am Moor gefunden. Er ist echt klug...". Meine Augen huschten an ihr vorbei und dann drehte ich meinen Kopf in Richtung Tür, die der Wind kurz auf und wieder zu geschlagen hatte. Das Holzstück klemmte dabei noch immer und sorgte dafür, dass die Tür nicht gänzlich zuschlug. Nach einem letzten Zug drückte ich meine Zigarette aus und warf sie vom Dach.
"Vielleicht sollten wir wieder runter gehen, ehe deine tolle Konstruktion gegen den Wind verliert. Du kannst mir zeigen, wo ich mich waschen kann.".
Ein Schmunzeln unterstrich meine Worte, als ich auch schon aufstand und ihr meine Hand reichte, um ihr hoch zu helfen.

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#8

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 14.10.2019 15:25
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Kolonie Einzelgänger

June hatte einen wunden Punkt getroffen. Sie konnte es sofort in seinem Gesicht erkennen, wie dieses sich bei jedem ihrer Worte anspannte, beinahe abschätzend. Doch hey, zumindest war sie ehrlich zu ihm. Sie hatte ihre Gedanken laut ausgesprochen so wie sie es immer tat. Dass er dies nun völlig falsch aufnahm, das hatte sie nicht wissen können und doch wusste sie das es eine arschige Aussage ihrerseits gewesen war. Doch wirklich..."Das kam jetzt vielleicht falsch rüber doch trotz allem habe ich,bis am Schluss nie verstanden, was du von mir wolltest." Und wieder streute sie weiter Salz in die Wunde, doch hatte es sie noch nie aufgehalten Ethan knall hart zu sagen, was sie dachte. Sie glaubte sogar das er dies an ihr schätzen würde. Warum sollte sie also jetzt damit aufhören? Nur weil die Menschheit etwa am Abgrund stand? Sie mit einem Bein bereits in ihrem Grab stand? Nein. Das Thema hatte sie lange beschäftigt...er hatte ihr das Herz gebrochen und nein, sie hatte nicht daran geglaubt das er zu ihr zurückkommen würde. Er hatte ihre Welt damals komplett auf den Kopf gestellt, doch es war etwas gewesen was sie so an ihm geliebt hatte. Nur das Ende hätte schöner sein können. Doch was waren Wünsche schon? Was bedeuteten sie? Nichts außer das man am Ende dann doch enttäuscht wurde. June hatte sich auch keine Hoffnungen gemacht das er wieder in ihr Loft treten würde - zumindest redete die sture Brünette es sich heute noch so ein. Dass sie damals Tagelang kein Auge mehr zudrücken konnte, das verschwieg sie dem Hünen wohl auch noch heute. "Ich glaube dir. Nur musst du verstehen das Leute nicht in deinen Kopf schauen können." June zuckte mit den Schultern, bevor sie dann Platz neben Ethan auf dem Dach nahm. Ja sicherlich hätte sich die Brünette auch netter ausdrücken können, vor allem jetzt da sie ihn wieder gefunden hatte, doch lag der Schmerz trotzdem immer noch tief. Verborgen doch er war da und June hatte schon immer Mühe damit gehabt ihre Emotionen im Griff zu halten, in diesem Moment konnte man es ihr bestimmt auch ansehen, während sie angespannt in die Ferne blickte. Zum Glück lockerte Ethan die Stimmung jedoch wieder auf, dafür war sie ihm nun mehr als dankbar. Immerhin lebten sie nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft und June war froh darüber das er ihr so offen erzählte wie es ihm so ergangen war. Sie war froh, dass er in seinem Zustand wohl nicht alleine gewesen war. Sie hatte selbst mit an sehen müssen wie er sich verändern konnte. Wie er von einem Moment zum anderen einfach nicht mehr Ethan war. Es war nicht leicht damit umzugehen und June hatte in dieser Hinsicht damals kläglich versagt. Hatte nicht gewusst, wie sie damit umgehen sollte, bis alles in einem schrecklichen Streit eskaliert war, was am Ende alles ruiniert hatte.

"Ich würde sogar behaupten, dass das Bett hier bequemer als bei mir zu Hause ist." Ein Schmunzeln wich auf ihre Lippen, während sie Ethan von der Seite musterte. "Doch womöglich habe ich auch noch nie so lange geschlafen wie gestern." Sie zuckte erneut mit den Schultern, bevor sie die Kippe schließlich durch ihre Finger schnippte welche dann geradewegs die Hauswand herunter flog. "Da könnte man sich glatt daran gewöhnen." Doch vermutlich würde June es nicht so weit kommen lassen. Das Hotel hier war ein Luxus welcher June sich nicht leisten konnte. Früher oder später würde sie sowieso etwas Dummes anstellen was sich hochkantig aus der Kolonie katapultieren würde. Es war alles nur eine Frage der Zeit. Sie hatte ja schon damit angefangen...
"Mit jemandem zu kuscheln hört sich aber auch nicht schlecht an." Fügte sie dann noch ohne Hintergedanken hinzu bevor sie sich weiter auf das Dach zurücklehnte und die Landschaft vor sich unter die Lupe nahm. Sie war neugierig zu wissen, wer die Frau an seiner Seite war. Daher hatte sie auch gleich gefragt, ob sie auch hier war. Jemand der Ethan gerettet hatte. Sie musste also nerven aus Stahl haben, so viel stand fest. Womöglich hatte sie das geschafft, wozu June sowieso nie fähig gewesen wäre. Sie würde es wohl niemals erfahren. "Das kann ich mir gut vorstellen. Du siehst ebenfalls nicht gerade munter aus. Du solltest dich auch ausruhen."
Sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht gewischt, konnte man ihr wohl ansehen das seine Frage bezüglich ihrem Bruder einen wunden Punkt getroffen hatte. Doch sie wollte nicht darüber sprechen, denn es kam ihr in diesem Moment belanglos vor. Sie lebte, das sollte ihm reichen. Alles andere war nur unnötige Last, welche sie ihm in seinem Zustand nicht aufbinden wollte. Er sah zwar fit aus, was seinen momentanen Geisteszustand anging, doch wenn es ihm die letzten Wochen so schlecht gegangen war, wollte sie keinen falschen Schritt wagen. Sie wollte jetzt einfach den Moment mit ihm genießen und den ganzen Mist um sie herum mal für einige Minuten vergessen. So schloss die Brünette ihre Augen und lauschte dem Wind zu. Sie war ihm dankbar, dass er nicht weiter fragte und so öffnete sie nun die Augen um zu ihm rüber zu schielen.

"Irgendwann vielleicht...bei viel Alkohol." Kommentierte sie dann ebenfalls locker seinen Satz bevor Ethan dann von seinem neuen Weggefährten anfing zu erzählen. "Hershell..."Wiederholte sie schmunzelnd den Namen, "gefällt mir." Mit einem nicken, drehte June nun ebenfalls ihren Kopf in richtng Eingang um. Ihre Sicherheitsvorkehrung für die Türe war noch nicht sonderlich gut getestet. "Ich habe keine Lust mir hier oben den Arsch abzufrieren." June musste grinsen, während sie zusah wie der Hüne sich langsam neben ihr aufrichte. "Eine Dusche könnte dir wirklich nicht schaden, du stinkst wie ein nasser Hund." Grinsend nach seiner Hand gegriffen ließ sich die zierliche Brünette auf die Beine helfen bevor sie sich noch den staubigen Hintern abklopfte und gemeinsam mit Ethan das Dach verließ.

June war zwar erst seit einem Tag hier im Hotel, doch zu ihrem erstaunen fand sie das Badehaus gleich beim ersten Anlauf im Untergeschoss. Die Bäder waren alt, groß und ziemlich heruntergekommen. Doch es hatte fließend Wasser von daher durfte man nun wirklich nicht zimperlich sein. Die große Türe also geöffnet, kamen sie so gleich in die Umkleidekabine, wo sie schließlich zum Stehen kam und sich zu Ethan umdrehte. "Hier wären wir. Frische Badetücher findest du da hinten im Schrank." Sich einmal durch ihre zersausten Haare gefahren, machte sich die Brünette also auf um den Raum wieder zu verlassen. Immerhin war sie nicht wirklich scharf darauf ihm beim Duschen zuzusehen. Naja...eiegtnlich schon, doch das gehörte nun wirklich nicht hier hin. "Ich werde dir was zum Essen besorgen, du musst sicherlich am Verhungern sein."

@Ethan Haddock


      

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#9

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 18.10.2019 12:50
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Kolonie Einzelgänger

Meine Augen huschten fragend zu ihr herüber, als sie sagte, dass sie nie gewusst hätte, was ich von ihr wollte. Das konnte man jetzt auf mindestens zwei verschiedene Arten auslegen. Wollte sie eine Definition unserer Verbindung, die wir damals hatten, oder wollte sie wissen, wieso diese überhaupt existiert hatte?
Das war hier die Frage und ich kam mir tatsächlich dumm dabei vor, es nicht sofort zu wissen. Mein Kopf war heute nicht mehr der Schnellste, auch wenn meine Gedanken sich noch immer überschlugen, also beschloss ich, ihr einfach auf beides zu antworten, so gut ich es konnte...
Knapp über zwei Jahre war es her, dass wir uns zuletzt sahen. Noch immer hatte ich Junes Gesichtsausdruck im Gedächtnis. Der, den sie trug, als ich sie auf dem Dach hatte stehen lassen und es so aussah, als war es das... Was auch immer es war, schien beendet. Doch ich wusste auch, dass ich wieder mit dem Gedanken gegangen war, zurück zu kommen. Denn auch Hartnäckigkeit war eine Eigenschaft von mir. Sicher nicht auf diese Weise, wie Junes "Stalker" sie an den Tag legte, aber dennoch...Ich gab nichts so schnell auf. Vor allem nicht, wenn es mir wichtig war und ich wusste, dass ich es brauchte.
Brauchen und brauchen waren hier zwei verschiedene paar Schuhe. Konnte ich ohne June leben? Ja... Hätte ich es gewollt? Nein...
"Ich musste mich bei dir nicht mehr verstellen... Ich musste mich von Anfang an nicht so zurück halten, wie ich es mein ganzes Leben vorher getan hatte. Und dir ging es auch so...nicht wahr?". Wir hatten uns unsere wahren Gesichter gezeigt, früher oder später und dennoch hat das vorerst keinen Abbruch bedeutet. Und auch wenn es ein gefundenes Fresschen war, die Schuld wieder einmal auf meine Krankheit zu schieben, wusste ich, dass ich selbst dafür verantwortlich war, wie es lief und dass es am Ende eben nicht gerade gut ausging. "Du warst neben meiner Schwester, die wichtigste Person, die ich noch hatte und wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich geblieben, egal wie sehr du mich vielleicht gehasst hast. Ich wollte nicht, dass es so endet.". Auch wenn ich damit nicht klar von Liebe oder anderen Gefühlen sprach, die von mir ausgegangen waren, konnte man doch gut zwischen den Zeilen lesen, wenn man denn wollte.
"Du warst immer echt...echter als jeder, den ich kannte. Und es tut mir leid, dass ich dich zurück gelassen habe...dass ich nicht da sein konnte, als es anfing.". Und dabei war ich gar nicht weit entfernt gewesen, als es begann. Denn wenn ich mit meiner Vermutung richtig lag, dann war Washington sogar der Ausgangspunkt der Seuche gewesen. Aber das behielt ich für mich.

"Ich kenne einen Ort, an dem sich noch zwei halbe Flaschen Schnaps verstecken..." gab ich zurück, allerdings nicht mehr ganz so ernst, aber dennoch zurück haltender, als sonst. Ich wollte ihr hier nichts aus der Nase ziehen, wofür sie nicht bereit war. Und alles was ich dazu sagte, waren nur Infos, mit denen sie anfangen konnte, was sie wollte. Sobald sie bereit war, war ich da... hoffte ich zumindest.
Als wir dann aufstanden und sie mir bestätigte, dass ich eine Dusche brauchte, sah ich sie scherzhaft strafend an. "Ich kann nichts dafür... Ich muss mit dem Hund kuscheln." erwiderte ich, allerdings auch von Sarkasmus geprägt und schmunzelte dann leicht. Ohne, dass es mir anzumerken war, dachte ich immer noch weiter. Mein Verstand war halb woanders und ging noch immer die nächsten Tage und Möglichkeiten durch, die sich hier ergaben. Und dabei war ich schon wieder an dem anstehenden Angriff vorbei geschrubbt, auch wenn er das primäre Ziel war.
Ich folgte June also stumm durch das Gebäude und freute mich, als sie erklärte, dass es hier fließend Wasser gab. Ein Luxus, wovon wir im Asylum noch geträumt hatten, aber mir hatte der Brunnen auch völlig ausgereicht. Von Frühling bis Herbst hatte ich mich damals draußen gewaschen und mich dann auch gern neben dem Brunnen luftrocknen lassen. Für einen Moment blieb ich einfach stehen, als June mir erklärte, wo die Handtücher waren. Ich bekam es schon mit, aber meine Gedanken kreisten noch immer um die verlorene Irrenanstalt. Ich vermisste sie... Und ich vermisste meine Leute, auch wenn ich sagen musste, dass meine unerwarteten Treffen, die aus dem Verlust des Asylums resultierten, mir wieder mehr Zuversicht spendeten. Vielleicht hätte ich Noe oder June nie getroffen, wenn das alles nicht passiert wäre.... Was wäre, wenn...

"Also ich werde dem Hotel auf jeden Fall eine super Bewertung auf Yelp geben." lies ich amüsiert und sogar etwas überrascht über meine Lippen kommen, denn das hier... Es war gar nicht vergleichbar mit all dem, was ich kannte. Schnell war ich dabei, meine Sachen abzulegen und hatte das Shirt schon auf den Boden fallen lassen, als die Hose folgen sollte, da erklärte June, dass sie etwas zu Essen besorgen würde. Sofort schnellte mein Blick wieder zu ihr. Kurz keimte in mir eine Heidenangst auf, sie wieder aus den Augen zu lassen. Für eine Sekunde war es sicher sichtbar...vermutbar in meinem Blick zu sehen.
"Du musst nicht verschwinden...Ich werde nicht gleich umkippen, wenn ich nicht sofort was zwischen die Zähne bekomme." sagte ich, wieder lockerer, als es sich anfühlte. Und auch wenn die Angst schnell wieder verflogen war, als ich mir selbst noch einmal innerlich erklärte, dass sie hier sicher war, war es mir lieber, wenn sie blieb. Dabei war es ein leichtes für mich, allein zu sein... Normalerweise...

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#10

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 25.10.2019 10:54
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Kolonie Einzelgänger

Ihr Blick kreuzen den von Ethan, welcher sie zwiegespalten interpretierte. Sie konnte nicht wirklich deuten, was er in diesem Moment wohl denken musste. Doch sie war sie zu 100% sicher, dass ihr Satz etwas in ihm ausgelöst hatte. Sie konnte sehen wie er überlegte und sie fragte sich, ob sie vielleicht gerade nicht einen wunden Punkt getroffen hatte. Der Elefant im Zimmer angesprochen hatte und das vielleicht sogar viel zu früh. Ihre Worte hatte sie nicht wie eine Anschuldigung oder eine Klage klingen lassen wollen. Nein, es war einfach nur ihre Meinung gewesen...ein Statement. Und doch glaubte sie das Ethan nun versuchte ihr entgegenzukommen, ihr eine Antwort zu geben auf eine Frage, die sie seit mehr als zwei Jahren mit sich herumtrug, doch bis dato niemals geglaubt hatte, jemals eine Antwort darauf zu bekommen. Er es war kein ständiger Begleiter gewesen aber sie musste sich eingestehen, dass sie oft an Ethan hatte denken müssen. Vor allem in wirklich schlimmen Momenten. In prekären Situationen wo sie sich gefragt hätte, ob es anders verlaufen wäre, wenn er neben ihr geatanden hätte. So viele Fragen. Zu viele welche sich gerade in ihrem Kopf bildeten. Es war ein Schock in hier neben sich hocken zu sehen. So lebendig. Doch plötzlich schien alles andere keine Bedeutung mehr zu haben. All die Zweifel, all die Wut die sich in ihr aufgestaut hatte. In diesem Augenblick war es verflogen, es hatte keine Wichtigkeit und doch hatte Ethan wohl das Gefühl, ihr eine Antwort schuldig zu sein. Sie lauschte seinen Worten gebannt zu und sie kaufte es ihm, ohne zu zögern ab. Immerhin teilte sie seine Meinung. Sie hatte sich niemals vor ihm verstellt oder jemals auch nur einen Grund gehabt, es tun zu müssen. Ihr Herz zog sich zusammen, als er seinen Satz beende und für eine Weile starrte June einfach geradeaus. Traute sich nicht in seine dunkelblauen Augen zu sehen. Hatte Angst das die Vorwürfe darin sie auffressen würden. June atmete einmal tief aus, bevor sie ihren Kopf dann sachte zur Seite drehte und ihren Blick an ihn wandte. "Wir können nicht ändern was damals passiert ist. Ich selbst habe keine Meter weiter geschaut. Ich hätte das große Ganze betrachten sollen anstatt mich von meiner Wut leiten zu lassen und so stur zu sein. "Kurz musste June auflachen, kam ihr der Streit in der Wohnung doch nun wieder so real vor. Eine Erinnerung die verblasst war und jetzt doch wieder präsenter den je vor ihrem inneren Auge aufflackerte. "Du hast mich aufgefangen, als ich gefallen war. Du hast das Schlechte in mir gesehen aber immer an das gute geglaubt. Wir mussten uns nicht verstellen Ethan. Das haben wir nie und am Ende war es womöglich genau das was uns zum Verhängnis geworden ist." Die Brünette zuckte mit den Schultern, schenkte Ethan noch ein wehmütiges Lächeln bevor sie ihre Augen wieder geradeaus richtete. "Und mir tut es leid, dass ich so stur war und dir nicht nachgerannt bin." Ehrliche Worte, Worte die sie ihm damals gerne noch gesagt hätte doch niemals mehr die Chance dazu gehabt hatte. Vielleicht wäre alles anders gelaufen, vielleicht auch nicht. Sie würden es womöglich niemals erfahren und vielleicht war es sogar das Beste.

"Es klingt unheimlich, dass du weißt wo sich der Schnaps befindet und ich seit einem Tag hier bin und noch auf dem Trockenen sitze." Ja die beiden hatten es schon immer geschafft ernste Themen gekonnt zu überspielen oder ihnen gezielt auszuweichen. Eine Eigenschaft, die sie verband und jeder zu seinem eigenen Nutzen in jeder Sekunde ausspielen konnte. Sie war ihm dankbar dafür das er nun ein bisschen lockerer schien. Am Ende hätten sie noch die ganze Nacht hier sitzen und in alten Erinnerungen schwelgen können. Doch zu welchem Zweck? Im Moment zählte es doch nur das sie beide lebend hier saßen und atmeten.

Der Baderaum war schnell gefunden, hatte June sich knapp 24 Stunden zuvor, selbst den Weg hierin zeigen lassen. Sie wusste nicht, wie lange sie geduscht hatte doch als sie aus dem Bad getreten war, war die Sonne bereits untergegangen. Sie hatte eine Weile einfach Still in dem Raum gehockt, die Zeit vergessen und sich gefragt, wieso sie gerade so viel Glück gehabt hatte diesen Ort hier zu finden. Auch jetzt noch fand sie keine Antwort darauf, aber Ethan zauberte ihr ein Schmunzeln auf die Lippen als sie vor ihm stehen blieb."4.5 Sterne." Kommentierte sie seinen Spruch, während sie mit ihren Händen so tat, als würde sie auf ihrem imaginären Handy einen Tipp abgeben. "Wenn du Glück hast, ist das Wasser noch lauwarm. Die Tanks werden von der Sonne aufgeheizt." Sich nun umgedreht und dabei zu gehen, ertönte jedoch gleich wieder seine Stimme. June blieb stehen drehte sie aber nicht gleich um, sondern biss sich auf die Unterlippe.

Er wollte das sie blieb. Sie hätte tausende Gründe um zu gehen doch wohl nur einer, um zu bleiben. Sie atmete einmal tief aus, bevor sie sich langsam drehte und sich dann gegen die Türe lehnte und Ethan nun direkt ansah. Ein wehmütiger Blick formte sich in ihren Augen, während sie ihn einfach nur still ansah. Er sah so...
June schloss für einen Augenblick die Augen, bevor sie diese dann öffnete. "Es ist besser, wenn ich gehe."Die Worte hätten es nicht besser treffen können. Denn wenn sie bleiben würde, dann...June schüttelte ihre Gedanken ab, bevor sie sich dann umdrehte und den Raum kommentarlos verließ. Das Schloss fiel hinter in ihrem Rücken zusammen und für einen Moment blieb sie regungslos stehen. Ihr Herz raste. Nein es pochte wie wild und das tat es seit zwei Jahren nicht mehr. Sie glaubte wieder wirklich zu leben. Wieder etwas fühlen zu können und das machte ihr mehr Angst als die Apokalypse da draußen. Ihre Augen zusammen gekniffen fuhr sich die Brünette durch ihre zersausten Haare, bevor sie in die Küche lief und dort nach einem Teller in einer der Schubladen griff. Der Eintopf war schnell gefunden und so füllte sie die Schale noch mit dem Rest ab. Ihr Blick glitt nach draußen in den Garten. Die Sonne war dabei unterzugehen und sie musste ihre Augen schließen, da die Sonne geradewegs durch das Fenster trat. Konnte man sich glücklich und zugleich so vollkommen aufgelöst fühlen? Sie war ein Feigling.

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#11

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 28.10.2019 11:38
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Kolonie Einzelgänger

Ich musste ehrlich schmunzeln, als sie eine Geste machte, die suggerieren sollte, dass sie eine Bewertung schrieb. Von Humor hatten wir beiden nicht zu wenig und es war erstaunlich, wie schnell wir diesen wieder gefunden hatten. Nach dem, was alles passiert war. Damals und heute...
Aber das war auch eines der Dinge, die unsere Verbindung ausmachte. Dass wir zusammen einiges ertragen konnten. "Lauwarm ist mehr, als ich erwartet hätte." gab ich dann zu, als sie erklärte, dass das Wasser nicht nur durch die Leitungen floss, sondern auch noch in großen Tanks von der Sonne aufgewärmt wurde. "Ich glaube, ich ziehe hier ein." meinte ich dann, als mein Blick noch einmal durch das Badezimmer ging. Natürlich war das nicht ernst gemeint, aber durchaus ein lustiger Gedanke, wenn ich Leute, die aufs Klo gingen oder duschen wollten, hier überraschte.
Sofort bildeten sich lustige Szenerien in meinem Kopf, aber das war auch schnell wieder vorbei, als es darum ging, dass June den Raum verlassen wollte.

Für ein paar lange Sekunden sah ich nur ihren Rücken, denn sie drehte sich wider erwarten nicht sofort um, als ich versuchte, sie aufzuhalten. Würde sie verstehen, wie ich es meinte? Würde sie sehen, warum ich ihr anbot und unterbewusst schon fast bettelte, bei mir zu bleiben? Einerseits wünschte ich es mir. Andererseits auch nicht. Denn das war ein Zeichen von Schwäche, welches ich ungern zeigte. June jedoch durfte es sehen... Aber auf der anderen Seite...
Meine Augen lagen prüfend auf der Brünetten, als sie sich endlich umdrehte. Ihre Augen sprachen schon aus, was sie sagen würde. Ich wusste, dass meine Worte nicht fruchten würden. Kurz hatte ich das Gefühl, als würde mein Herz durch meinen Brustkorb nach unten sacken. Dieses Gefühl, welches einen kurz Schlucken lies. °Es ist besser, wenn ich gehe°
Mein Blick wandelte sich in Resignation um und ich war mir nicht einmal sicher, ob sie das sah, denn so schnell wie sie dann antwortete, so schnell war sie auch wieder auf die Tür gerichtet und verschwand. Ein tiefer Atemzug durchfuhr meine Brust, während ich noch immer etwas abwartend und wie bestellt und nicht abgeholt, da stand. Meine Augen auf die Tür gerichtet. Ja, ich wusste, dass ich noch immer hoffte, sie würde wieder kommen, aber ich wusste auch, dass diese Hoffnung vergebens war. Ich hasste das... Ich hasste dieses Gefühl, dass einen immer wieder ins kalte Wasser schmiss und mehr in mir auslöste, als ich wollte.

Langsam zog ich auch meine schmutzige Hose aus, dann den Rest. Ich war mit meinen Gedanken wieder allein, während in diesem Haus so viel passierte. Ich dachte die ganze Zeit daran, was Nick den anderen wohl alles erzählte und wie Aris reagierte. Ob sie schon Pläne schmiedeten und wie es wohl ablaufen würde. Zudem kam noch die Begegnung mit June, deren Reaktion von eben, weitere Fragen in mir aufwarf. Und dann noch meine Begleiterin Noe, für die der eigentlich wohltuende Schlaf im schlimmsten Falle den Tod bedeuten konnte. Das waren nur die drei Grundpfeiler meines rasenden Verstandes. Nebenbei verarbeitete ich noch immer meine Verluste, oder ignorierte sie, wie es mir gerade gelang.
"Wie geht es weiter..." murmelte ich vor mich hin und erwartete keine Antwort. Es war nun ein paar Wochen her, dass ich den Alleinunterhalter für mich selbst gespielt hatte, in Form von Psychosen und Anfällen, die meine innere Stimme wieder munter gemacht hatten. Sie hatte mir eingeredet, dass ich aufgeben sollte... Selbst nachdem Noe mich fand, sprach sie noch mit mir, aber ich erwiderte nichts mehr... Irgendwann verschwand sie wieder, wie sie gekommen war. Wie immer.
Das Wasser war tatsächlich noch lauwarm und wohltuender als alles, was ich in den letzten Monaten, nein, sogar Jahren, auf meiner Haut spüren durfte. Zwar hatte ich nichts gegen kaltes Wasser, aber hier war es einfach anders. Es kam aus der Brause und es war warm... Es war, als würde es für den Moment alles weg spülen, was mich beschäftigte. Ich wusste, dass es nicht verschwand, aber ich genoss es, wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde einen leereren Kopf zu haben. Das brachte mich sogar dazu, ein leises nuschelndes Lied anzustimmen. Wie lange war es her, dass ich die Kassette der Ramones im Pickup gehört hatte?
Leider war Liesl, meine Gitarre, eines der Opfer des Feuers geworden. Bisher hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, denn die anderen Verluste waren prägend für mich. Die Gitarre nur ein Gegenstand... aber ich erwischte mich dabei, wie ich sie mir her sehnte. Hier hätte ich wieder spielen können... Hier, hinter den scheinbar sicheren Mauern.
Meine Stimme und der Summ-Gesang verstummten, als ich wieder Schritte auf dem Gang vernahm. War sie schon zurück? Mir fiel auf, dass ich das Zeitgefühl verloren hatte, seit dem das Wasser auf mich prasselte, weshalb ich es sofort abstellte. Ich war sauber und wollte nicht mehr davon verschwenden. Dann schnappte ich mir eines der Handtücher aus den Schränken. Im Asylum hatte ich mich immer mit meinen Shirts abgetrocknet...
Zuerst streifte ich den weißen Stoff durch mein Gesicht, ehe ich begann den Rest abzutrocknen. Meine Sachen konnte und wollte ich hier nicht anziehen. Ich musste in mein Zimmer und etwas frischeres aus meinem Rucksack holen. Doch das konnte ich auch, wenn June wieder da war. Also schwang ich das Handtuch um meine Hüfte und hob dann die schmutzigen Sachen auf. Jetzt erst bemerkte ich tatsächlich, wie sehr ich gestunken haben musste...

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#12

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 31.10.2019 11:14
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Kolonie Einzelgänger

Die Sonne kitzelte ihre Nase und strahlte dabei wohlige Wärme auf ihrer blassen Haut aus. June hätte noch ein paar Minuten so stehen können, doch die Unruhe, die gerade in ihr herrschte, ließ keine Verschnaufpause zu. Noch immer kam es ihr so unfassbar skurril vor das Ethan nur einige Meter neben ihr war. Das er hier im gleichen Gebäude stand, das sie gerade mit ihm gesprochen hatte und er real war. Es fühlte sich beinahe wie ein Traum an. Ein Traum, welchen sie vor knapp einer Woche tatsächlich einmal gehabt hatte. Sie hatte von Ethan geträumt, von ihrem Loft und dem Dach. Es waren nur Fetzen gewesen, Bilder und wirre Gespräche doch sie hatte sich in diesem Moment völlig glücklich gefühlt. Als sie aufgewacht war, hatte sie sich so gefühlt, als hätte man ihr ein Messer in die Brust gerammt und am liebsten wäre sie wieder eingeschlafen und zu diesem Traum zurückgekehrt. Er war ein Geist gewesen, welches es immer wieder in den letzten zwei Jahre der Apokalypse geschafft hatte sie heimzusuchen. Sie hatte oft an ihn gedacht. Sich oft gefragt, ob er noch leben würde und wenn ja, wo er sein könnte. Doch sie hatte bis heute nicht daran geglaubt das er einfach eines Tages neben ihr auftauchen würde. June glaubte, dass sie nichts mehr schocken könnte, nicht nach all dem Mist welcher ihr widerfahren war doch das vorhin auf dem Dach.... das hatte jegliches Denkvermögen gesprengt. Noch immer war es schwierig zu begreifen, wie das Leben so spielen konnte. Wieso gerade sie nun das Glück hatte einen geliebten Menschen wieder zu sehen. Sie fand einfach keine Antwort darauf.

Doch er war hier und das alleine zählte in diesem Moment.

June kniff die Augen zusammen, um die Welle der Emotionen die sie gerade durchströmte abzuwerfen. Sie durfte sich nicht davon führen lassen. Sie musste einen klaren Kopf bewahren. Ihren Blick nun gesenkt und zu der Schüssel geschaut, wurde es wohl Zeit das sie diese zu Ethan brachte. Er sollte sicherlich mit seiner Dusche fertig sein, zumindest hoffte es die Brünette. Sie hatte nicht vor einfach so in den Baderaum reinzuplatzen. Dies war ein Privileg, welches ihr nicht mehr zustand. Sich also von der Theke gelöst, beschloss June wieder zurück zum Badehaus zu gehen. Als Mathew ihr jedoch in der Empfangshalle entgegengelaufen kam, stoppte sie in ihrer Bewegung. Er erzählte ihr von den drei Neuankömmlingen, gab ihr die Namen, während June ja bereits einen davon nur all zu gut kannte. Doch ließ sich die Brünette nichts anmerken. "Geht klar, danke für die Info. Ach die Ziege ist noch im Garten, vielleicht sollte man ihr einen Stall oder sowas bauen." June zuckte mit den Schultern, vielleicht könnte sie ja sogar eine Behausung für den Findling bauen. Konnte ja wohl nicht all zu schwer sein. Sie brauchte definitiv Ablenkung. "Ach weißt du was, ich werde mich darum kümmern, wenn ich darf." June hob ihre Mundwinkeln zu einem fahlen lächeln, bevor sie sich dann von dem Anführer verabschiedete und dann wieder ihr Ziel ansteuerte.

Vor der Tür angekommen, lauschte sie zuerst einmal mit ihrem Ohr gegen die Tür gedrückt, ob noch Wasser lief, doch Fehlanzeige. Hatte er sie kommen hören? Naja, sie war ja auch nicht gerade die leiseste Geherin. Zumal ihre Boots doch ziemlich laut auf dem alten Holzboden klangen. Noch einmal tief eingeatmet, trat die Brünette dann ohne zu klopften ein. Ihr Blick fuhr geradewegs zu Ethan, welcher sich ein Badetuch um die Hüfte schwang. "Hey." Begrüßte sie ihn bevor sie dann komplett eintrat und die Türe hinter sich schloss. "Ich hab dir Eintopf mitgebracht." Ihm zugenickt legte sie die Schüssel auf einer der linken Bänke ab, bevor sie dann daneben stehen blieb. "Du siehst schon besser aus." Ihre Arme nun vor der Brust verschränkt musterte sie ihn eine Weile still. Er sah abgemagert aus, nicht mehr so robust wie sie ihn in Erinnerung hatte. Ein Anblick der schmerzte, doch welcher wohl nicht vermeidbar war. "War das Wasser noch warm genug?" Ein paar Schritte rückwerts gemacht lehnte sich June nun gegen die Eingangstüre, ließ ihren Blick jedoch nicht von Ethan ab als er anfing seine Kleider vom Boden aufzuheben. "Wo bist du nach dem Ausbruch hingegangen?" Die Frage nun direkt gestellt, wusste June das sie nicht zum Kontext passte, doch hey...sie war neugierig und seinen wir mal ehrlich, sie war noch nie der Typ für Smalltalk gewesen. "Ich hab mich damals mit Louis durch die U-bahn Tunnel gekämpft, ich hatte nicht damit gerechnet das man dort so viele Ratten auf einem Haufen antrifft." Ein Schmunzeln hob sich auf ihre Lippen. Sie wollte die ernste Situation, welche sich vorhin zwischen den beiden abgespielt hatte, wieder dämpfen. Da war Humor immer ein guter Begleiter und sie war sich sicher, das Ethan verstand.

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#13

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 02.11.2019 11:14
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Kolonie Einzelgänger

Die Tür öffnete sich wieder und meine Augen huschten sofort zu June, die nun mit einer Schüssel herein kam. Ich konnte das Essen darin sofort riechen und merkte, wie mir das Wasser im Mund zusammen lief. Aber damit einher ging auch teilweise das schlechte Gewissen. Gegenüber Noe und Nick. Ich wusste nicht, dass dieser schon gegessen hatte. Wenn ich das wirklich alleine aß, musste ich bald die Küche suchen, damit auch Noellina endlich wieder etwas zu sich nahm. Ich hatte das Gefühl, sie im Stich zu lassen, weil ich mich um mich selbst kümmerte...aber was noch schlimmer war... Dass June hier war, brachte mich ordentlich durcheinander. Schon vorhin, als sie nach meiner Begleiterin gefragt hatte, schien es, als würde ich beide anlügen müssen. Das war aber nicht der Fall. Ich hatte Noe keine Hoffnungen auf irgendetwas gemacht. Ich hatte nicht vor, irgendjemandem Hoffnungen zu machen, denn auch wenn ich durchaus zu Gefühlen fähig war, wünschte ich mir, es wäre nicht so. Noch immer hingen sie meinem alten Zuhause nach... Ich hatte es wirklich versucht. Ich hatte mir zusammen mit anderen etwas aufgebaut, hatte es mit meinem Leben verteidigt und es gewagt, mich sicher zu fühlen...
Und ich hasste mich dafür, dass Junes Anwesenheit mich beruhigte und mich dazu brachte, unaufmerksamer zu sein. Schon auf dem Dach. Wäre jemand gekommen...ich weiß nicht, ob ich es bemerkt hätte. Das waren nur Fetzen von dem, was in meinem Kopf vor sich ging. Die Ansätze meiner Gedanken gingen ins Unermessliche und wollten sich gegenseitig verdrängen...

Doch ich zeigte nichts davon...Meine Worte, mein Ton und meine Mimik würden weiter lügen...und das, obwohl ich es vorhin noch geschafft hatte, ehrlich zu June zu sein. Wo war die Grenze? Ich hatte das Gefühl, sie war schon längst verschwommen.

Wie lange hatte ich meine Hand schon zur Faust angespannt? Als ich an mir herunter sah und es bemerkte, hoffte ich, dass es nur den Bruchteil einer Sekunde angedauert hatte. Mein Blick ging wieder zu June, die die Schüssel abstellte. Ein Lächeln huschte über meine Lippen, während ich meine Hand unauffällig wieder öffnete. "An diesen Lieferdienst könnte ich mich auch gewöhnen. Lieferst du auch aufs Zimmer?". Ein weiterer Scherz... Dazu der passende Ausdruck und alles schien so wie früher zu sein. War ich dabei, mich in etwas zu flüchten? Erneut?
Als sie sagte, dass ich besser als vorhin aussah, betrachtete ich mich kurz in einem der Spiegel, der gerade auf der richtigen Höhe hing. Was ich sah? Ich sah ein anderes Abbild meines Ichs. Ich sah Narben und heilende Wunden... Der Verband war noch immer an meinem Arm, allerdings war er nass geworden. Diese Wunde hätte mich mein Leben gekostet...
"Ich sah schon immer gut aus, aber ich finde, die Apokalypse gibt mir einen makaberen Touch...ich steh drauf.". Und das war nicht mal gelogen. Ich hatte das alles hier nicht immer negativ betrachtet. Es war, als könne ich mich endlich freier entfalten...und dabei wusste ich, dass das nichts mit einem normalen Verhalten zu tun hatte. Also wieso Pillen nehmen, wenn die Therapie direkt vor der Haustür statt fand?

"Es war so toll, dass ich alles um mich herum vergessen habe... Wirklich erholsam, zumindest für den Moment."antwortete ich dann, recht ausführlich und setzte mich kurz auf die Bank, direkt neben die Schüssel. Kurz lunste ich seitlich hinein, während ich meine Sachen auf der anderen Seite ablehnte und ich beobachtete, wie June sich räumlich etwas zurück zog. Ich fragte mich, ob und wenn, was es zu bedeuten hatte. "Mir fällt es auch schwer, daran zu glauben, dass du hier bist." sagte ich, als hätte sie zuvor auch so etwas gesagt. Doch dem war nicht so. Ich folgte einfach meiner Intuition und sprach aus, was ich dachte. Ich hob eine Hand und schob meine nassen Haare wieder etwas zurück. Ich hasste es, wenn sie mir nass ins Gesicht hängten.
"Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich allein unterwegs war. Und da keine Befehle mehr kamen, bin ich so schnell wie möglich zum College gegangen und habe Hayley gesucht.". Mein Ton war wieder ernster Natur und ich senkte meinen Blick bei meinen Worten. Ich wusste nicht, wie June darauf reagierte, aber eigentlich war es ja vollkommen verständlich, wie ich entschieden hatte.
"Zwei Tage später habe ich mit ihr die Stadt verlassen. Ich habe es nicht bis zu deiner Wohnung geschafft, aber anscheinend hätte ich dich ohnehin nicht mehr angetroffen.". Dass ich Hayley nicht im College angetroffen und deshalb einen Anfall gehabt hatte, verschwieg ich. Auch, dass wir in unserem Haus unsere Eltern getötet hatten, war nicht relevant für die Story. Das alles war zwei Jahre her...Und den Namen meiner Schwester auszusprechen war noch immer schmerzhaft. Sie war schon vor dem Brand im Asylum gestorben. Mit meiner Nichte oder meinem Neffen im Bauch. Und auch wenn diese Welt sicher nichts für Babys war, hatte ich mich tatsächlich darauf gefreut. Ich hätte alles getan...

"Der Tunnel war taktisch unklug... aber du hast überlebt, das spricht für dich.". Einer meiner Mundwinkel hob sich, als ich auch meinen Blick wieder zu ihr hob. Dann stand ich wieder auf und machte nun so viele Schritte auf sie zu, dass ich die Distanz zwischen uns bis auf ein paar Zentimeter schmälerte. Dabei wich mein Blick ihrem keine Sekunde. Bis ich bei ihr ankam, war mein Ausdruck eher uninterpretierbar. Ich hob meine Hand und wischte eine ihrer Haarsträhnen nach hinten. Sie verdeckten ihr Gesicht, welches schon von von der Apokalypse geprägt war. Ich sah in ihre müden Augen und spürte noch immer Erleichterung...Freude und zu guter Letzt Sorge. Noch immer war kein Wort über meine Lippen gekommen. Das lag daran, dass meine Gedanken sich immer weiter überschlugen und ich tausend Worte hatte, aber keines, das passte, um das auszudrücken, was ich dachte oder fühlte... Es würde alles klingen, als wären wir in einem abgedroschenen Hollywoodstreifen. Ein Atemzug, der eindeutig tiefer war, als seine Vorgänger, durchfuhr meine Lunge. Wieder begann mein Herz, etwas schneller zu schlagen lies und brachte mich dazu, meinen Kopf erneut zu senken und meinen Blick gen Boden gehen zu lassen, ehe mein Kopf auf ihrer Schulter landete...
"Mit einem Freund durch die Dunkelheit zu wandern, ist besser, als allein im Licht zu verweilen..." . Ich sah wieder auf und hatte tatsächlich ein Schmunzeln auf dem Gesicht. "Habe ich mal irgendwo aufgeschnappt.". Und ich hatte mir dieses Zitat gemerkt, weil ich es lebte...
Es schien, als wäre ich wieder von einer Stimmung, in die nächste gesprungen. Aber... es gab eine Gemeinsamkeit. Ich stand nicht ohne Grund genau hier...und doch tat ich nicht, weswegen ich da stand...

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#14

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 07.11.2019 17:49
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Kolonie Einzelgänger

June hatte ihren Blick kein einziges Mal von Ethan gelöst als sie das Badehaus betreten hatte. Dabei tat sie dies nicht einmal mit Absicht. Ihre Gedanken kreisten um den Mann, der halb nackt vor ihr stand. Kreisten um das markante Gesicht, welches sie nie mehr geglaubt hatte jemals wiedersehen zu können. Vielleicht versuchte ihr Unterbewusstsein sich alles einzuprägen in der Angst, das alles bald wieder verblassen könnte. Dass er sich in Luft auflösen und niemals mehr zurückkommen würde so wie vor zwei Jahren. Sie sah ihn an, während sie die Schüssel auf die Bank stellte, bevor sie dann wieder zurückwich und sich wie auch zuvor, wieder an die Holztür lehnte. Ihre Hände lagen hinter ihrem Rücken, während ihr Herz weiter in ihrer Brust hämmerte. In diesem Moment hätte man sie wohl eher zwingen müssen, um wegzuschauen, sie konnte ihre Augen einfach nicht von den seinen ablassen. Seine dunklen Augen, die immer noch so blau schimmerten, dass sie das Gefühl hatte, das er damit bis tief in ihre Seele blicken konnte. Und das hatte er früher auch getan...sie hatte es zugelassen. Doch jetzt? Dort gab es nicht mehr zu sehen, denn sie selbst hatte das Gefühl ein Teil von sich selbst verloren zu haben als er gegangen war.

Ein Schmunzeln huschte auf ihre Lippen, als seine tiefe Stimme den Raum mit Leben erfüllte. "Nur bei gutem Trinkgeld." Konterte die Brünette gekonnt seinen Spruch und es kam ihr dabei so locker wie früher vor. Sie schafften es wohl immer das richtige Mittelmaß für einen guten Spruch zu finden, in den noch so absurdesten Szenen oder Momenten. "Was ist mit deinem Arm passiert?" Nun doch wieder ernster folgten ihre Augen die von Ethan, welche seinen Arm musterten. Man konnte den dreckigen Verband sehen und June ahnte schon schlimmes, wünschte sich aber, das er eine andere Antwort abliefern würde.
Seinen Blicken weiter gefolgt, sah sie ihn weiter an, wie die nassen Haare in seinem Gesicht lagen. Er sah wie ein nasser Hund aus und June konnte das Lächeln, welches sich auf ihren Lippen bildete, nicht unterdrücken. "Der Bart ist definitiv Bad-Ass und was dein Gesicht angeht...du bist immer noch ein Kürbiskopf." Witzelte June nun ebenfalls vor sich hin, bevor sie dann zusah, wie er sich langsam auf die Bank setzte. Er sah ziemlich mitgenommen aus. Die dunklen Flecke auf seinem Körper zeigten Spuren der Apokalypse, so wie die vielen verheilten und auch frischen Schrammen. Ein Anblick, welcher sie auch an ihr vor dem Spiegel gestern geboten hatte. Doch es war keine wirkliche Überraschung, doch trotzdem ließ Ethans Anblick ein ziehen in ihrer Magengrube zurück. So wie damals als er blutig und voller blauen Flecken im Badezimmer im Loft gestanden hatte, als sie den Streit mit Jimmy gehabt hatten. So wie damals schmerzte es und June's lächeln erlosch, doch horchte sie dann auf, als er meinte, er wäre froh, dass sie hier sei. Völlig vom Kontext abgekommen. June hob eine Augenbraue, war es nicht das erste Mal, das er einfach seine Gedanken laut aussprach, etwas was sie schon immer an ihm geschätzt hatte. Es war zwar eine Seltenheit aber immer wieder schön. "Gleichfalls." Kam es dann doch wieder mit einem angehauchten lächeln von ihr, bevor sie ihren Kopf dann senkte und zum ersten Mal von ihm absah.

Es war wirklich schön in hier vor sich stehen zu haben. Ihn wohlauf zu wissen. Es war...unfassbar und doch kam damit auch die Angst. Zum einem ihn wieder zu verlieren, vielleicht auch die Ernüchterung zu verspüren, dass er sie nicht brauchen würde...nicht mehr. Zum anderen war da auch die Angst, das sie nicht mehr alleine war. Das jemand da war der ihr über die Schulter schaute. Der sie vielleicht brauchen könnte. Etwas womit June nie mehr gerechnet hatte. Er war zwar hier...doch was würde es bedeuten?

"Wo ist sie?" June wusste, dass sie damit vielleicht einen wunden Punkt treffen würde, doch seiner Erzählung nach war er mit einer anderen Frau hier, nicht mit seiner Schwester und das konnte wohl nichts Gutes bedeuten. June kannte Ethan. Er hatte und würde alles für seine Schwester tun, er wäre nicht alleine hier wenn...June bis sich auf die Unterlippe, wollte sie nicht an diesen Ort gehen. Schließlich wusste sie selbst, wie sich das anfühlte jemanden so wichtiges zu verlieren. Sie hoffte einfach, dass sie falsch lag und sie noch lebte. Sie wünschte es sich...für Ethan und doch hatte sie kein gutes Gefühl dabei.

"Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Die Welt stand am Abgrund, ich bin ja ebenfalls gegangen und habe nicht auf dich gewartet." Die Brünette zuckte mit den Schultern, gab es da in ihrer Hinsicht nichts mehr hinzuzufügen. "Am Ende ist es so gekommen, wie es wohl kommen sollte...schau uns doch nun bloß an." June hob nun ihren gesenkten Kopf und schenkte Ethan ein Schmunzeln. Sie wollte das er wusste das hier keine Vorwürfe im Raum standen, zumindest nicht was nach der Apokalypse passiert war. Alles, was danach passiert war, galt nun einem anderen Leben. "Glaub mir, freiwillig würde ich auch keinen Fuß mehr in die Tunnel setzten."

Seine Bewegungen nun verfolgt, konnte June erkennen wie seine Mimik sich veränderte, als er aufstand. Für einen Augenblick sah es so aus, als würde er überlegen doch dann...kam er auf sie zugelaufen. Langsam und doch so, dass June spüren konnte wie sich ihre Atmung beschleunigte. Sie ließ nicht von ihm ab, sah ihm weiter in die Augen, während er Schritt für Schritt auf sie zu kam. Sie bemerkte nicht einmal, wie sich ihr Körper anspannte, als sie sich sachte von der Tür löste und er ihr schließlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht streichelte, als er vor ihr zum Stehen kam. June konnte sich nicht rühren. Sie konnte ihren Blick nicht von dem seinen nehmen, doch ihre Züge nahmen etwas Sanftes an. Ihn nun so nahe vor sich zu sehen, ihn atmen zu hören, seine raue Hand für eine Sekunde auf ihrer Wange gespürt zu haben. Es warf sie aus der Bahn und auch wenn sie am liebsten einen Schritt zurückgewichen wäre, wollten ihre Füße nicht. Oder ihr Herz?
Sie konnte es sehen...in seinen Augen das er in diesem Moment mit sich haderte, doch das er etwas fühlte. Selbst der große Ethan der seine Emotionen so gut unter Kontrolle bringen konnte, wie kein anderer der sie kannte, fühlte in diesem Moment etwas. Er brauchte nichts zu sagen...dennn sie verstand.
Sie verstand ihn ohne Worte in diesem Moment und so sah sie ihn einfach nur an, während sie einmal tief einatmete, als er sie schließlich in eine Umarmung zog.
Manchmal sagte ein Schweigen wohl doch mehr als tausend Worte.

Seinen warmen bloßen Oberkörper auf ihrem gespürt, atmete June nun wohlig aus als er seine Arme um sie schlang. Dabei legte sie ihren Kopf leicht zur Seite, als er sein Kinn auf ihre Schultern legte. Es fühlte sich...so unglaublich vertraut an. Gefühle schlugen in ihr ein, welche sie wirklich für Tod geglaubt hatte. Sie wusste nicht, wann sie das letzte Mal, außer vorhin auf dem Dach und hier und jetzt jemand anderes umarmt hatte. Eine so unschuldige Geste, welche in einer Welt wie dieser so viel Auswirkung auf einen haben konnte. Und so fühlte man sich plötzlich nicht mehr so alleine.
June schlang ebenfalls ihre Arme um ihn, während ihre kühle Hand auf sein Rücken wanderte und für einen Augenblick wünschte sie sich, dass dieser Moment niemals mehr enden würde. Sein Spruch zauberte ihr ein Lächeln auf die Lippen und sie grinste ohne es wirklich zu bemerkten, als er sie nun ansah und von ihr zurückwich. "Würden die Worte nicht von dir kommen...dann...ach du kennst mich."
Der Moment war verflogen, so schnell wie er gekommen war doch June trauerte dem nicht hinterher. Sie wusste was er damit meinte und sie schätze es. " Ilass dich dann mal fertig anziehen...du bist sicher müde... wir sehen uns später?"
June machte nun wieder einen Schritt Rückwerts doch bemerkte das ihr Rücken bereits wieder an der Tür lag. Nicht viel Platz um abzuhauen.

@Ethan Haddock


      

» BEGIN AT THE BEGINNING, THE KING SAID," AND GO ON TILL YOU COM TO THE END; THEN STOP! « "

Ethan Haddock liebt es!
Ethan Haddock ist entzückt.
Ethan Haddock knutscht es ab.
Ethan Haddock ist zu cool für diese Welt.
Ethan Haddock ist unschuldig.
zuletzt bearbeitet 07.11.2019 17:50 | nach oben springen

#15

RE: "Is that real? Never thought, I would see You again" June/Ethan 18.9.19 (später am Tag)

in Verschobene Plays 13.11.2019 09:55
von Ethan Haddock | 562 Beiträge | 1333 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

°Wo ist sie?°. Diese Frage traf ins Schwarze und ich musste zumindest vor mir selbst zugeben, dass ich damit nicht gerechnet hatte. Nicht mehr... Und die Hoffnung, kein Wort, oder nur einen Gedanken daran zu verlieren, war dahin. So wie June auch, wollte ich eigentlich nicht darüber reden. Ich wusste, dass es helfen würde, mich ihr anzuvertrauen, aber das hatte ich schon genug getan. Das Wichtigste wusste sie und ich war derselben Meinung, dass es schlecht war, meinem Gegenüber noch mehr aufzubürden. Mein Ausdruck versteinerte sich in diesem Moment, während mein Blick noch am Boden heftete. Vielleicht reichte es, wenn ich mich kurz fasste und dann suggerierte, dass das Thema beendet war. Aber diese Worte wollten nicht über meine Lippen... Sie blieben kurz davor stehen und auch wenn ich den Mund öffnete, blieb er stumm. Eine kleine gefühlte Ewigkeit verging...
Ich schüttelte leicht den Kopf. Mehr konnte ich ihr nicht geben...nicht sagen. Ich hatte eine weitere Chance erhalten, als ich Hayley am Flugzeug wieder traf. Und ich wusste, dass es nicht meine Schuld war, dass sie ihre Schwangerschaft nicht überlebt hatte... Aber die Vorwürfe waren dennoch da. Sie waren immer da.

Ich stand auf, kurz nachdem ich June erklärt hatte, was meine ersten Aktionen nach dem Ausbrechen der Seuche betraf. Natürlich nahm sie es mir nicht übel... Wahrscheinlich war ich einfach davon ausgegangen, weil ich wusste, wie schwer es auch ihr gefallen war, mich gehen zu lassen. Unser letztes Treffen... unser letzter Streit. Hätten wir gewusst, dass es unsere letzten Worte waren, die wir vom jeweils anderem hören würden, was hätten wir wohl anders gemacht? Vielleicht wäre ich dann einfach nicht gegangen. Zu dieser Zeit war die Hoffnung noch groß, dass man die Seuche noch in den Griff bekommt. Sicher hätte ich nicht untätig herum sitzen können... Was, wäre wenn... Da war es wieder und es wurde nicht müde, meinen Kopf zu infiltrieren.
Es schien, als würde ich nun, wie automatisiert, ihre Nähe suchen. Das war etwas, was ich normalerweise etwas subtiler anging, aber in manchen Situationen ließ ich mich einfach leiten. So auch jetzt. Ich hätte nicht mehr mit so viel Hoffnung gerechnet, und das, obwohl ich dachte, sie niemals verlieren zu können. Das hier... alles war wie geschaffen für mich. So hatte ich oft gedacht. Doch die Verluste holten mich ein. Das einzige Tröstliche daran war wohl, dass es allen anderen ebenso ging. Bisher hatte ich niemanden getroffen, der nicht schon mindestens ein Grab für einen gemochten Menschen gegraben hatte.

Ihre Worte zu meinen, ließen mich schmunzeln. Für einen Augenblick. Ja... ich wusste, was sie meinte. Aber sie wusste auch, wie ich es gemeint hatte und vielleicht war das schon der Auftakt, sie davon zu überzeugen, das Hotel nicht all zu schnell wieder zu verlassen. Wir waren doch Freunde... auch wenn man sagen konnte, dass da definitiv mehr als das war. Das wussten wir beide. Zumindest vor zwei Jahren noch. Und dieses Phänomen, dieses typische Kribbeln, wenn da jemand war, den man einmal so gut gekannt hatte... Ich erinnerte mich an jeden Kuss...Jedes Gespräch...Jedes Schweigen...
Und auch wenn es schon schien, als wären wir wieder in alter Form, verbot ich mir, ersteres einzufordern. Die Versuchung war da, als sie sich von mir löste. Ihre Worte zeigten mir auf, dass vor hatte, aus dieser Situation zu fliehen. Es fiel mir nur schwer zu entscheiden, ob es an mir, oder gar ihr selbst lag. Ich wusste ja nicht, welchen Grund es gab, weg zu laufen...
Für uns beide war es eine wohl etwas seltsame Situation, aber ich entschied, ihren Worten folge zu leisten... Obwohl in meinen Augen zu sehen war, dass ich noch überlegte, trat nun ich einen Schritt zurück. Dabei beließ ich meine Augen aber noch immer durchdringend auf ihr, als wolle ich ihre Gedanken lesen. Ein leichtes, wirklich kaum merkbares hochziehen meines Mundwinkels, deutete ein Schmunzeln an. "Ich konnte schon immer ein Gentleman sein." sagte ich dann. Mein Verstand machte wieder einige Sprünge und ich hoffte, sie wusste, dass ich darauf anspielte, sie nicht weiter mit dem Rücken zur Wand zu halten. Ich war mir darüber im Klaren, dass auch eine andere Reaktion meinerseits sicher nicht unerwünscht gewesen wäre, aber... es schien, als wäre da eine Blockade. Zwar hatte ich Kyra für tot erklärt, aber sie war noch immer in meinem Kopf präsent. Ich hoffte, dass sie wenigstens so weit verblasste, dass auch mein Unterbewusstsein endlich an ihren Tod glaubte. Es ärgerte mich zu jedem Zeitpunkt. Halluzinationen, Tagträume und Flashbacks standen noch immer an der Tagesordnung...
Ich konnte von Glück reden, dass es mir mental so weit gut ging, dass ich am heutigen Tag noch nichts derartiges gesehen hatte.

Ich legte den Kopf leicht schief und ließ nun ein wirkliches Schmunzeln zu. "Ich bin im Erdgeschoss einquartiert. Zimmer 123... " ließ ich sie dann wissen und hoffte auf ihre Zimmernummer im Gegenzug. Dann machte ich noch ein paar Schritte und holte meine Sachen, als auch die Schüssel mit der Suppe. Ich würde beides mit in mein Zimmer nehmen. "Versprichst du mir, dass du nicht einfach ohne ein Wort verschwindest? Im Gegenzug bekommst du natürlich das gleiche Versprechen.". Ich wirkte wieder etwas lockerer. Die Anspannung hatte sich gelegt, nicht gänzlich, aber angenehm. Dennoch legte sich schnell ein besorgter Schatten über meine Miene. "Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich habe keine Lust, dich wieder aus den Augen zu verlieren. Nicht so..." sagte ich dann ehrlich und ernster, als ich wieder bei ihr stand, bereit, zu gehen. Aber nicht, ohne dieses Versprechen.


@June Bowen sorry :*


"maybe I am the Villain in your story..."

"...but i am the Hero in mine"

June Bowen kümmert sich darum.
June Bowen liebt es!
June Bowen knutscht es ab.
June Bowen Muss bei dem Anblick sabbern.
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