Storytime
Wir befinden uns im Herbst des Jahres 2017. Seit zwei Jahren wandeln sogenannte Zombies auf unserer Erde und machen den letzten Überlebenden das Leben schwer. Das Chaos verbreitete sich schleichend und so nahm der Tod immer mehr von den Lebenden mit sich. Die mit Kampfgeist, Stärke und vor allem Köpfchen, schafften es irgendwie all den Verlust und Schmerz zu verkraften und sich mit der neuen Welt "anzufreunden". Die einen sahen den Ausbruch der Seuche als Strafe, andere wiederum als Neuanfang. Jene, denen in ihrem früheren Leben nie etwas Gutes widerfahren war, ob sie nun selbst daran schuld waren oder der Einfluss anderer Menschen. Mittlerweile ist die Vergangenheit jedoch irrelevant geworden, im Anbetracht dessen, was einem jeden Tag aufs Neue bevorstand. Einige der letzten Überlebenden schlossen sich in Gruppen und Kolonien zusammen, um die Chancen aufs Überleben zu erhöhen und das Lebewesen Mensch zu bewahren. Doch nicht jede dieser Gruppen hat gute Absichten. Den mit dem Tod tat sich ein weiteres Hindernis auf. Misstrauen, Kampf und Krieg. Niemand vertraut dem anderen, selbst wenn er es unter Beweis stellt. Kämpfe wegen Konserven werden ausgetragen und Kriege geführt, weil man am Leben bleiben will. Ein Messer in der Brust eines Feindes als Zeichen des Überlebens...
Team
Date
WeatherDer Herbst ist in Washington eingezogen und macht den Überlebenden zuschaffen. Regenschauer, Stürme und kalte Winde ziehen durch die Straßen und Wälder, während der wandelnde Tod ungehindert weiter mordet. Wer überleben will, sollte sich warme Sachen anziehen und sich einen Unterschlupf suchen, sowie ein paar Konserven bunkern. Vielleicht wäre es sogar sicherer sich einer Kolonie anzuschließen? Doch bedenke, nach dem Herbst kommt der Winter.
NewsflashNeues Jahr neues Glück, neue Beißer. Wir kämpfen weiter gegen die Untoten doch nicht nur diese sind zur Quelle des Bösen geworden. Auch die Menschen sind zu einer großen Gefahr geworden. Die Mitglieder des Hotel Herrenhaus werden dies nun am eigenen Leib erfahren müssen, da das Hotel angegegriffen wird. Werden sie ihr zu Hause verteidigen können und wieso eilt der Güterhof ihnen nun zur Hilfe? - your Last Survivors Team, since March 2018 ♥

#1

"i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 19.11.2019 17:12
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ich hatte June noch verabschiedet und sie um ein Versprechen gebeten. Dann war ich, nur mit einem Handtuch bekleidet und mit Sachen und der Schüssel bepackt auf dem Weg in mein Zimmer. Ich hörte schon von weitem, dass Hersh vom Bett sprang. Er hatte mich sicher schon um einiges früher wahr genommen. Ein leises Schmunzeln huschte über meine Lippen, als ich schon dabei war, die Türklinke mit meinem Ellenbogen herunter zu drücken. Hersh machte einen Schritt zurück und stand dennoch genau vor mir, als ich das Zimmer betrat. "Musst du mal?" fragte ich, aber eigentlich war mir klar, dass auch er Hunger hatte. Zum Glück waren da noch Reste vom Hasen, die ich getrocknet hatte. Für den Fall der Fälle, denn von meiner Suppe wollte ich ihm nichts abgeben. Notfalls...hätte ich aber auch das getan. "Vielleicht haben sie ja Hundefutter hier... Aber das würde dir wohl eh nicht mehr schmecken. Wenn alles gut geht, gehen wir morgen jagen, okay?". Ich strich ihm über den Kopf und holte die Hasenreste aus meinem Rucksack, um sie ihm hinzuwerfen.
Nicht mehr viel, fast nur Knochen. Ein Seufzen war das nächste, was neben Hershells Kaugeräuschen den Raum erfüllte. Ich legte kurz den Kopf in den Nacken und rieb meine Augen. Fuck....was war das für ein Tag? Meine dreckigen Sachen hatte ich fallen lassen, als ich mich schon mit der Schüssel aufs Bett setzte. Für einen langen Augenblick starrte ich darauf und musste automatisch an June denken, die mir die Schüssel eben noch gebracht hatte. Sie war wirklich hier... Und es schien, als sei alles verziehen, das uns damals unseren letzten Moment versaut hatte. Und doch... war da dieses Drücken, welchem ich ungern näher nachgehen würde. Ich wollte es weder deuten, noch irgendwie oder irgendwann darüber nachdenken. Dabei wusste ich, dass mein Verstand es schon lange tat, im Hintergrund, nur wollte er seine Erkenntnisse noch nicht mit meinem Herzen teilen.

Ich nahm einen Löffel. Es schmeckte besser, als der Dosenfrass. Das stand fest. Ein weiterer Löffel landete in meinem Mund und nach dem dritten spürte ich schon das einkehrende Sättigungsgefühl. Kartoffeln waren perfekt, um schnell und länger satt zu werden. Schon bevor ich die Schüssel jetzt abstellte, wusste ich, dass der Rest für Noellina bestimmt war. Ich hatte mir vorgenommen nach ihr zu sehen. Tatsächlich sah das Bett hier aber furchtbar gemütlich aus und ich musste mich wirklich anhalten, mich nicht hinein zu legen. Stattdessen trottete ich langsam zu meinem Rucksack und holte Shirt, Hose und Unterhose heraus. Doch ich zog lediglich Shirt und Unterhose an. Noch war mir irgendwie ziemlich warm, auch wenn ich merkte, wie ich ruhiger wurde. Als ich mich angezogen hatte, sah ich zu Hersh. Er war noch mit dem Knochen beschäftigt, also beschloss ich, ihn hier zu lassen. So konnte er ausserdem meinen Rucksack bewachen.

Mit der Schüssel bewaffnet ging ich nun also eine Tür weiter. Es musste schon ein oder zwei Stunden mindestens her sein, dass ich sie hier abgeliefert hatte. Dass ich so lange fort bleiben würde, konnte ich nicht ahnen. Ungewollt überkam mich ein kleines schlechtes Gewissen, aber das war etwas, dass ich gekonnt verdrängen konnte. Ich wusste, dass es da war...
Mit einem Klopfen kündigte ich mich an, ehe ich die Tür öffnete und in den Raum hinein sah. Sie lag noch schlafend im Bett. Mein erster Blick galt ihrem Brustkorb. Atmete sie noch? Atmete sie normal? Es schien so. Im nächsten Moment war ich schon gänzlich eingetreten und mit ein paar Schritten bei ihr angelangt. Dieses Bild, das sich mir bot, kannte ich schon. Nicht von ihr... aber ich wurde unweigerlich wieder erinnert und mir fiel ein Wort ein, welches es anscheinend schaffte, mich zu triggern. Ich blieb also regungslos stehen, wartete ab, senkte den Blick und schloss die Augen, in der Hoffnung, es möge schnell wieder vorbei gehen...

"Hey...". Ich hatte mich an den Bettrand gesetzt und strich über ihren Arm, um sie zu wecken. Eigentlich hätte ich sie gern weiter schlafen lassen, aber genauso wichtig war auch, dass sie etwas aß. Ihre Wasserflasche, die wir unten aufgefüllt hatten, stand neben dem Bett. Ich holte auch sie nach oben und hoffte, dass ich ein lebendigeres Zeichen von ihr bekommen würde, als ihre gleichmäßige Atmung.

@Noellina McGreggoar
Ich hoffe, das geht für dich so


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"...but i am the Hero in mine"

zuletzt bearbeitet 19.11.2019 17:16 | nach oben springen

#2

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 26.11.2019 16:08
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ich spürte, dass mich jemand am Arm berührte und war auf einmal hellwach. Ich schoss in die Höhe und tastete sofort an meinen Hosenbund, wo eigentlich mein Messer hing. Nur war da nicht einmal eine Hose. Dafür war ich mit einer richtigen Decke zugedeckt und befand mich in einem echten Raum. Mein Kopf hämmerte. Die schnelle Bewegung hatte ihm nicht gut getan. Ich sah Ethan neben mir ab Bett sitzen und sank beruhigt wieder in die Kissen zurück.
"Hey...", erwiderte ich und lächelte ihn strahlend an. Mein Herz machte einen kleinen Satz. Er roch gut... "Hast du gerade geduscht?", fragte ich ohne Umschweife und musterte ihn, ohne es zu verbergen. "...und hübsch angezogen hast du dich für mich auch...", grinste ich dann und klopfte mit der Hand auf seinen nackten Oberschenkel.
Es war für mich ein leiser Schock, dass mir die Lust so in die Adern fuhr. Am liebsten hätte ich Ethan auf der Stelle zu mir in die Kissen gezogen.
Ich zog es aber vor, tief durchzuatmen. Versehentlich jedoch krallte ich meine Nägel in seinen Oberschenkel, da meine Hand immer noch dort lag.
Ich konnte nur hoffen, dass Ethan das als Zeichen für einen Stich in den Kopf durch die Gehirnerschütterung hielt und nicht gleich auf die Idee kam, es meiner gesteirgerten Libido zuzuschreiben.
Erst jetzt bemerkte ich, dass er mir auch etwas zu essen mitgebracht hatte. Mein Magen knurrte laut und ich musste lachen. "Verräter!", murmelte ich und hielt mir den Bauch und grinste Ethan schelmisch an. "Danke, dass du dich so um mich kümmerst..."
Ich setzte mich im Bett auf - so dass ich mich an die Kissen lehnen konnte und nahm dankend die Suppe entgegen. Es war das Beste, das ich seit Monaten gegessen hatte. Nachdem wir so unregelmäßig und so wenig aßen, waren unsere Mägen inzwischen recht verkleinert. Nach wenigen Bissen bemerkte ich schon das Sättigungsgefühl, das sich einstellte. Ich stellte die Suppe auf den Nachttisch und nahm Ethan die Flasche ab, um etwas zu trinken. So schnell ich konnte, beugte ich mich zu ihm und schlang meine Arme um ihn. Ich wollte ihm gar nicht die Chance geben, sich mir zu entziehen. Er tat das einfach zu gern. Und meine Gefühle hatte ich jetzt im Moment einfach nicht im Griff.
"Ich bin so froh, dass du uns hier her gebracht hast... und dass wir zusammen sind..." murmelte ich an seiner Schulter und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. "Ich......"

Ein Schweigen breitete sich im Zimmer aus. Hätte ich ihm jetzt beinahe eine Liebeserklärung gemacht? Ich biss mir auf die Lippen und senkte den Blick. Ich zog es vor, ihn einfach festzuhalten. So konnte er mir wenigstens nicht in die Augen sehen.

Nach einem quälenden Moment der Peinlichkeit räusperte ich mich dann und fragte: "Wo gibt es hier Duschen? Mir würde Wasser auch nicht schaden...."



@Ethan Haddock



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#3

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 29.11.2019 12:11
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Es war für mich kontraproduktiv, sie so zu sehen. Ich bestand aus so vielen Widersprüchen... Einerseits hatte ich eine hilfsbereite und sorgende Ader, andererseits wusste ich genau, dass es einfacher war, das alles einfach zu ignorieren. Wenn ich noch heute von hier verschwinden würde, wüsste ich, dass sowohl June, als auch Noe in guten Händen waren... Jedenfalls war es möglich, mir das einzureden. Der Gedanke, ob ich fit genug für solch einen Zug war, stand an anderer Stelle. Ich war mir nämlich ebenso darüber im Klaren, dass ich mich sicher nicht für diesen Weg entscheiden würde... Nicht heute.
Würde ich es wollen, ich könnte mir hier sicher ein neues Zuhause aufbauen... Wenn das nötige Vertrauen eintrat und ich begann, mich zu integrieren. Es würde genau so laufen, wie damals... Es wäre nicht unmöglich. Aber diesen Weg war ich schon einmal gegangen und es hatte mich genau da hin gebracht, wo ich nicht hin wollte. Das, was ich versuchte zu verhindern, hatte mich eingeholt und mir mit voller Wucht einen Schlag in die Magengrube versetzt. Es war feige sich aus der Verantwortung ziehen zu wollen... auch das war mir klar. Aber nach diesen zwei Wochen, die ich allein verbracht hatte, war auch deutlich geworden, dass es das nächste Mal nicht besser werden würde. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das überlebe... Einen solchen Blackout hatte ich noch nie gehabt. Was, wenn Unschuldige involviert werden würden? Nein, Schluss... meine Gedanken reichten wieder weiter, als nötig. Es musste mir möglich sein, endlich diesen Deja vu-Effekt auszustellen und mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Wo war die Erleichterung von vorhin?

Sie kam wieder. wenn auch nicht gänzlich, als Noe endlich die Augen aufschlug und schnell ihre Erkenntnis über meinen letzten Verbleib äußerte. Ein leichtes Schmunzeln huschte auf meine Lippen, aber mir war die Sorge dennoch deutlich anzusehen. Es war nicht so, als hätte ich es gewollt, aber ich war es gerade leid, mit mir selbst um die Kontrolle zu kämpfen. Mein Herz schlug noch immer hyperton, weil ich mich noch immer von dem kleinen Anfall erholte, der mich eben eingeholt hatte. "Wenn schon, denn schon..." erwiderte ich und wirkte dabei sogar recht ruhig. Erst landete ihre Hand auf meinem Bein, aber wenig später intensivierte sie diese Geste und tatsächlich konnte ich nicht sofort erkennen, warum ihre Fingernägel sich scheinbar verselbstständigten.
Tatsächlich zog ich sogar zwei Gründe in betracht, aber statt einen Kommentar dazu abzugeben, lächelte ich, betrachtete sie aber gleichzeitig kritisch. "Sieht so aus, als hätte der Schlaf geholfen..." sagte ich dann doch. Trotzdem sah sie noch nicht wirklich fit aus. Besser aber, als noch vor Stunden.
Kurz darauf entdeckte sie schon die Schüssel. Ihre Worte ignorierte ich und reichte sie ihr, nachdem sie sich aufgesetzt hatte. "Sie ist leider schon kalt, aber unten in der Küche ist noch mehr...man müsste die Küche nur finden." ließ ich sie dazu wissen und beobachtete, wie sie einen Löffel nach dem anderen nahm.

Nachdem sie scheinbar fertig mit essen war, nutzte sie den Moment, in dem ich ihr das Wasser reichen wollte, um mich in eine Umarmung zu ziehen. Ganz war ich dabei nicht bei der Sache. Nicht, weil ich ihre Nähe nicht genoss, sondern eher, weil meine Gedanken mich noch immer voll im Griff hatten. Es dauerte kurz, ehe ich mich dann doch gänzlich auf die Umarmung einließ und meine Hand auf ihren Rücken legte. Was sie sagte, löste mehr aus, als sie erahnen konnte. Dass ich uns her gebracht hatte... Ich war so überzeugend in meiner Art... Und selbst wenn ich auf einen Fehler zusteuerte, dann gab ich es nicht zu. Das hier, dass wir hier her gekommen waren, schien kein Fehler gewesen zu sein, aber ich hätte uns auch ebenso ins Verderben führen können.
Dieser Satz brachte mein Unterbewusstsein dazu, sich noch mehr verantwortlich zu fühlen und da gab es wieder dieses leise Gefühl, dass dagegen ankämpfte. Etwas, dass mir einreden wollte, ich hätte meine Schuld ihr gegenüber beglichen und sollte es dabei belassen. Aber das war nicht alles...
Ich schloss die Augen, als ich ihre Lippen auf meiner Wange spürte. Nicht nur, weil ich den Moment auskostete, sondern auch, weil ich somit weniger Gefühlsregungen verriet, als ich tatsächlich spürte.
Auch der begonnene Satz brachte etwas mit sich. Fast hätte ich mich sofort von ihr gelöst... Auch wenn sie lediglich ein Wort gesprochen hatte und der Satz auf jede erdenkliche Weise hätte enden können, triggerte es mich so weit, dass Bilder vor meinem inneren Auge aufblitzten.
Aber ihr gelang es, diesen Effekt schnell wieder zu beenden, indem sie etwas anderes fragte. Ich löste mich kurz darauf vollständig von ihr und stand auf. Mein Ausdruck wirkte vielleicht für einen Augenblick nachdenklich. Dabei lag mein Blick nicht auf ihr, sondern huschte durch den Raum. Hatte ich tatsächlich für einen Moment den Atem angehalten?
"Ist nicht weit. Sie haben sogar lauwarmes Wasser.". Ich nickte wage, als würde ich meine Worte damit unterstreichen wollen, als ich sie wieder ansah. Dann reichte ich ihr meine Hand. "Ich zeige dir wo es ist, aber waschen musst du dich selbst." scherzte ich dann halb, nach einer kleinen Pause. Wäre sie fitter gewesen, als wir hier ankamen... vielleicht hätten wir ja wieder Wasser gespart, so wie im Bunker.

@Noellina McGreggoar


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#4

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 29.11.2019 15:41
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ich schlug die Decke zurück. Dass ich nur in Unterhose und Trägertop gekleidet war, war mir völlig bewusst und auch vollkommen egal.
"Weißt du, wo ich mein Zeug finde? Und wo ich ein frischen Handtuch her bekomme?", fragte ich ihn, während ich mich im Zimmer umsah und langsam aus dem Bett aufstand. Ich tastete mit der Hand zu meinem Kopf. Durfte ich überhaupt schon Haare waschen? Aber wirklich wichtig war mir jetzt, dass ich den Schweiß, den Staub und die Überreste des letzten Kampfes von meinem Körper waschen konnte.
Als Ethan mir zwar anbot, mich zum Bad zu bringen, mir aber auftrug, ich müsste mich "selber waschen", verzog ich gespielt das Gesicht zu einer Schnute und sah ihn an, wie ein trotziges Kind. Lang konnte ich das aber nicht durchhalten und musste lachen. "Aber du wartest auf mich und bringst mich wieder in mein Zmmer, ja? Ich hab die Befürchtung, ich verlaufe mich in den Gängen und verhungere irgendwo..." Ich grinste und fand, dank Ethans Hilfe, meinen Rucksack. Ich hatte zum Glück noch frische Wäsche - soweit man von frisch reden konnte. Ich wusch - wie jeder andere - meine Klamotten in Bächen. Manchmal fehlte mir der Geruch nach Waschmittel. Leise seufzte ich und drehte mich zu Ethan zurück. Kurz wurde mir schwindlig, ich fing mich aber sofort wieder.

Ethan brachte mich, wie versprochen, in die Waschräume. Ich entledigte mich meiner Kleider und es war mir absolut egal, dass Ethan direkt neben mir stand. Innerlich hoffte ich sogar, eine Reaktion zu provozieren. Ich trat an die Dusche heran und drehte das Wasser auf. Es tat gut, wie das Wasser über meinen Körper floss. Ich genoss die Dusche, fand sogar Seife und machte von dieser nicht zu knapp Gebrauch. Es war ein wunderbares Gefühl von Zivilisation, sich richtig gewaschen zu fühlen.
Ethan gab sich ganz als Gentleman und hielt sich im Hintergrund. Jedoch war mir auch bewusst, dass es in dem Raum mehrere Spiegel gab. Ich hatte keine Ahnung, wo genau Ethan stand oder ob er mich beobachtete, jedoch gab ich ihm, falls er mich doch beobachten sollte, die Gelegenheit, genug zu sehen, um jede Art von Kopfkino aufflammen zu lassen. Ich dachte an unsere gemeinsame Dusche im Bunker und musste lächeln. Kurz überlegte ich mir, ob ich ihn wohl bitten sollte, mir den Rücken zu waschen, dann ließ ich das aber doch lieber sein und schmunzelte einfach vor mich hin.
Nach einer gefühlten halben Stunde stellte ich das Wasser ab und trat aus der Dusche. Ich nahm das Handtuch und begann, mich abzutrocknen. Zwar wurde mir zwischenzeitlich immer noch hin und wieder leicht schwindelig, aber der Schlaf und sicher auch die Behandlung durch die Ärztin hatten mir immens geholfen.
Ich kleidete mich in T-Shirt und Unterhose und ging zu Ethan zurück. "Bringst du mich wieder in mein Zimmer?", fragte ich ihn und lächelte ihn offen an. Ich suchte den Körperkontakt, indem ich meine Hand auf seinen Arm legte. Ich fühlte mich schwach und wünschte mir im Moment nichts mehr, als einfah im Arm gehalten zu werden. Vorzugsweise von dem Mann, in den ich mich scheinbar von Tag zu Tag mehr verliebte. Jedoch warnte mich eine Stimme im Hinterkopf davor, meine Gefühle zuzulassen. Ich wusste zu gut, wie schnell alles ganz anders sein konnte, wie sich binnen Minuten die gesamte Weltordnung verändern konnte. Gefühle konnten ein Hindernis sein. Sie konnten sogar gefährlich sein. Und trotzdem...

Ich hatte kaum bemerkt, dass wir schon wieder an meinem Zimmer angekommen waren. Erst als Ethan die Tür öffnete und wartete, dass ich eintrag, riss ich mich aus meinen wirren Gedanken. Ich trat einen Schrittt ins Zimmer und hielt dann die Tür auf. Komplett selbstverständlich ging ich davon aus, Ethan würde auch eintreten.



@Ethan Haddock



Ethan Haddock liebt es!
Ethan Haddock knutscht es ab.
Ethan Haddock ist schockiert!
Ethan Haddock Muss bei dem Anblick sabbern.
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#5

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 30.11.2019 17:28
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

"Es gibt Menschen, die, ohne es zu wollen und zu wissen, aus uns etwas anderes machen, als wir sind. Nämlich das, was wir eigentlich sind. Die durch ihr bloßes Sein einen Zwiespalt in uns auftun, uns eine Binde von den Augen reißen und uns sagen: Das bist du..."



Nachdem sie sich bereit zum aufstehen machte, fragte sie mich, ob ich wusste, wo ihr Zeug war und die Handtücher. Darauf nickte ich und deutete auf ihren Rucksack, der in einer Ecke des Zimmers deponiert war. Ich hatte alles hoch gebracht, nachdem ich sie hier ablegte. Ich half ihr hoch und beobachtete, wie sie sich im Zimmer umsah. Was ihr dabei durch den Kopf ging, war mir höchstens möglich zu erahnen, aber ich lag völlig falsch, denn der Moment von eben war in mir noch immer existent. Ich ging bewusst unterbewusst Szenarien durch, während ich gleichzeitig versuchte, diese Denkweise wieder zu unterdrücken. Ich wollte nicht das nicht noch einmal mit machen und auch wenn ich mir nicht zu hundert Prozent sicher sein konnte, dass sie wirklich im Begriff gewesen war, etwas zu sagen, das mich triggerte, hielt ich daran fest. Es war einfach... Es wirkte so vertraut.
"Ich habe nicht vor dich alleine zu lassen. Reicht dir das?" erwiderte ich, als sie mir ihre Bedingungen nannte. Dabei hatte ich wieder ein Schmunzeln aufgesetzt. Japp, aus dieser Nummer kam ich so schnell nicht mehr raus. Und dabei fühlte ich mich nur leicht wie ein Gefangener. Ein Gefangener, der jederzeit die Wahl hatte, ob er sein Gefängnis verlässt, allerdings für einen hohen Preis. Doch vielleicht war er noch höher, wenn ich blieb.
Sie konnte für all das rein gar nichts... Wenn ich nicht endlich irgendwann anfing, ihr reinen Wein einzuschenken, dann würde sie es auch nicht verstehen, wenn ich eine Entscheidung traf. Der Gedanke, wie weit ich sie einweihen würde, begleitete mich die ganze Zeit und doch kam ich zu keinem Ergebnis. War es feige oder einfach kalkulierte Berechnung? Vielleicht eine Mischung aus beidem...
Und nun war da noch mehr, was ich ihr verschwieg.

Der Weg zu den Duschen zog sich etwas, weil Noe noch nicht gänzlich fit war. Und er verlief schweigend. Als wir ankamen und sie bereit war, sich auszuziehen und zu duschen, verschränkte ich die Arme vor der Brust und stellte mich an die Tür. Musste ja nicht sein, dass jemand unverhofft rein platzte. Zwar gingen sowohl sie, als auch ich, nicht unbedingt zögerlich mit unserer Nacktheit um, aber ich wollte es einfach nicht, dass sie begafft wurde. Diese Kolonie wirkte recht harmonisch und daraus schloss ich, dass die Bewohner durchaus auch andere Gedanken hegen konnten, als die draußen herrschende Apokalypse.
Natürlich war es mir möglich, sie zu sehen. Und auch wenn man es als spannen abtun konnte, steckte dennoch mehr dahinter. Sie war noch immer wackelig auf den Beinen und sie zu beobachten, gab mir unter anderem Sicherheit. Nicht ohne schönen Nebeneffekt. Erstaunlich, dass ich überhaupt schon wieder daran dachte. Obwohl ich hundemüde und kaputt war. Aber eigentlich war das nichts, was mich überraschen sollte...
Als sie fertig war, waren meine Augen wieder auf sie gerichtet. Meinen Ausdruck hielt ich dabei emotionslos, als wäre ich ihr Bodyguard. Das passierte automatisch, wenn ich die Zeit bekam, tiefer in meinem Verstand zu graben. Noch immer drehte es sich darum, ob ich langsam fällig war, etwas offener mit ihr zu reden.
"Ich wette, du würdest den Weg wieder finden..." erwiderte ich dann, leicht lächelnd und hielt ihr meinen Arm hin, damit sie sich daran einhaken konnte. Ich deutete ihre Zeichen und versuchte wenigstens so weit darauf einzugehen, dass sie beruhigt war. Ich wusste aber auch, dass es falsche Signale senden konnte. Vorher wog ich also ab... Noellina brauchte das jetzt. Ich hoffte darauf, dass sie sich schnell wieder erholte.

Ich trat nach ihr ein. Ohnehin hatte ich vor gehabt, ihr noch ins Zimmer zu folgen. Schließlich hatte ich sie zuvor ein paar Stunden allein gelassen. Ob sie das mitbekommen hatte? Bisher hatte sie mich nicht darauf angesprochen. "Du solltest dich wieder hinlegen..." wies ich sie an und hielt meinen Ton dabei recht monoton. Es war einfach so über meine Lippen gekommen. Es war, als bereitete ich mich schon darauf vor, ihr etwas zu erzählen, was ich eigentlich nicht wollte. Vor solchen Gesprächen wurde ich meist immer etwas abweisend, ernst, kühl...
Nachdem sie sich zum Bett begeben hatte, folgte ich und setzte mich wieder an den Rand. Eines meiner Beine lag dabei halb auf dem Bett, während der andere Fuß den Boden berührte. "Wie fühlst du dich?" wollte ich erst wissen. Einerseits interessierte es mich wirklich, aber andererseits lenkte es auch ab, von dem was ich vor hatte. Inzwischen hatte ich mich mehrmals um entschieden...
"Ich habe Jemanden wieder getroffen, heute, hier..." begann ich dann doch. Es war, als würde ich ein Pflaster schnell abreißen wollen. Nicht die Tatsache, dass June und ich eine rege Vergangenheit hatten, wollte mich abhalten, über sie zu erzählen, sondern eher die Tatsache, dass June zu viel über mich wusste. Wenn die beiden sich anfreundeten und redeten, wäre alles, was ich verborgen hätte, kein Geheimnis mehr. Doch auch Noe hatte Infos, die June nicht hatte. Zusammen ergab alles ein Gesamtbild. Vielleicht war es eingebildet so zu denken, wenn man bedachte, dass es hier um mich selbst ging... Aber auch wenn ich den menschlichen Verstand studiert hatte, war er doch manchmal unberechenbar. Im Asylum war es kein Problem gewesen, mich neu zu erfinden. Ausser Charlie kannte mich dort niemand und das hatte sich ja schnell erledigt. Damals hatte ich eine ähnliche Angst gefühlt, wie hier...
"Und da sie schon von deiner Person erfahren hat, finde ich es nur fair, dass du auch etwas über sie hörst..." sprach ich weiter und ließ meinen Blick auf die Bettdecke sinken. "Ich kenne June von früher, aus der Zeit nach meinem Studium. Sie war eine enge Freundin.". Es war deutlich, dass ich mich knapp hielt, aber Noellina konnte eben diese Tatsache falsch interpretieren. Mehr gab es nicht zu sagen, jedenfalls für mich nicht. Wenn Noellina Fragen hatte, würde sie sie stellen. Es gab aber eine, vor der ich besonderen Respekt hatte. Denn noch wusste sie gar nicht, wo ich hin verschwunden war, nachdem ich in einer Nacht und Nebelaktion den Campus verlassen hatte.

@Noellina McGreggoar


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Noellina McGreggoar schaufelt dir schon einmal ein Grab.
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#6

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 30.11.2019 18:01
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

"Ich habe nicht vor dich, alleine zu lassen."
Ja, für den Anfang reichte mir das. Es war mehr Zusage, als ich mir von Ethan je erwartet hätte. Das ließ mich zustimmend lächeln und das Thema war vom Tisch.
So waren wir. So funktionierten wir beide miteinander. Oft wortkarg. Manchmal sogar wortlos. Aber wir funktionierten. Als Team.

Zurück im Zimmer war ich tatsächlich froh, mich wieder hinlegen zu können. Ich war erschöpft, fühlte mich aber unsagbar viel besser, jetzt, da ich sauber war.
Seine Anweisung mit einem "Jawohl, Herr Doktor!" zu kommentieren, konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen, als ich bereitwillig zurück ins Bett stieg und mich in die Kissen kuschelte. Ich streckte mich und beobachtete ihn, wie er sich zu mir setzte. Neugierig sah ich ihn an. Seine Frage traf mich nicht unvorbereitet. Seine Aussage danach jedoch schon.
Hatte ich gerade noch mit "Es geht mir sehr viel besser, danke - ich bin morgen sicher wieder auf den Beinen!" geantwortet, so traf mich seine Aussage wie ein Schlag ins Gesicht - und ich konnte noch nicht einmal definieren, woher dieses Gefühl kam.
"Du kennst sie also von früher? Nach dem Studium? Du meinst, nachdem du dich in Luft aufgelöst hast?" Ich setzte mich auf. meine Mine war versteinert. Ich musterte ihn und war mir nicht bewusst, dass ich wohl eine Grundschullehrerin glich, die mit einem Rotzbengel schimpfte. "War sie der Grund für dein Verschwinden?" fuhr ich ihn an, ohne es wirklich so zu wollen. Ich hatte mich nicht zu 100 % unter Kontrolle, was wohl meiner körperlichen Verfassung geschuldet war. Ich wusste, dass ich Ethan nicht so überfallen sollte. Ich hatte auch schon mitbekommen, dass es ihm nicht gut bekam, wenn man zu aggressiv und neugierig auf ihn zukam. Das war auch kein Wunder, dass mir das aufgefallen war. Ich war nicht umsonst, Jahrgangsbeste gewesen. Ich hatte an mir gearbeitet. Ich hatte gelernt, wie die Wilde. Ich hatte alles getan, damit ich einer Karriere entgegenblicken konnte, die meine Mutter stolz auf mich machen würde. Ich merkte, dass ich gedanklich abschweifte und fokussierte wieder Ethan, der da an meiner Bettkante saß, von der ich ihn auf keinen Fall stoßen würde, ganz egal, wie seine Antwort lauten würde. Ich schmunzelte kurz. Ich verstand mich und mein Gehirn gerade nicht. Wie konnte ich in so einer Situation überhaupt an soetwas denken? Aber das zeigte schon, dass mein Unterbewusstsein schon längst eine Entscheidung getroffen hatte, dass ich eigentlich schon längst um meine wahren Gefühle wusste, diese jedoch nicht an die Oberfläche dringen lassen wollte. Ich versuchte mich ganz auf Ethan und seine bevorstehende Antwort zu konzentrieren. Nichts Anderes war im Moment von Belang, so schwer es mir auch fiel.



@Ethan Haddock



Ethan Haddock knutscht es ab.
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Ethan Haddock ist unschuldig.
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#7

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 01.12.2019 18:22
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ich hatte mit einigem gerechnet und mir versucht, ihre Reaktion so harmlos wie möglich auszumalen. Aber auch das Gegenteil hatte sich als ein ausgedachtes Szenario in meinem Kopf abgespielt. Dennoch...hatte ich nicht mit solch einer Power gerechnet, die mir jetzt von ihr entgegen schlug. Es schien, als wäre sie jetzt diejenige, die durch etwas getriggert wurde. Ich schaffte es gar nicht, auf ihre erste Frage zu antworten, als sie auch schon die nächsten Worte in den Raum warf. Ja, sie schickte sie in meine Richtung, wie ein paar scharfschneidige Messer. So interpretierte ich ihren Blick ebenfalls, auch wenn er noch verhaltener wirkte. Aber ich hatte Noe in den letzten Wochen besser kennen gelernt und wusste ihre Miene meist gut zu deuten. Natürlich geschah eine Reaktion in meinem Kopf, die ich erstmal für mich selbst behielt und darüber sinnierte, innerhalb von Sekunden...
Wie und was sie sagte, bestätigte mein Gefühl von vorhin nur. Das Gefühl, dass sie mir mehr sagen wollte, als gut für sie oder mich war. Denn so, wie sie gerade vor mir saß, wirkte sie tatsächlich sehr tangiert von der Tatsache, dass ich ein bekanntes und zudem noch weibliches Gesicht getroffen hatte.
Meine Augen huschten wieder zur Decke, die auf dem Bett lag, während meine Augenbrauen sich wohl wissend hoben. Fast hätte ich laut Luft ausgestoßen und damit Perplexität suggeriert, aber ich konnte mich noch fangen, denn so überraschend war es am Ende nicht. Ich hatte nur gedacht, sie wusste sich besser zurück zu halten. Wer konnte es ihr aber verübeln, dass sie, zumindest ihren Worten nach, so emotional reagierte? Sie war gerade schwach und, nein, nicht hilflos, aber etwas in der Art. Vielleicht fühlte sie sich vernachlässigt...vielleicht hatte sie Angst... oder sie war einfach stellvertretend für Charlie sauer, weil sie eine Vermutung aufstellte, die gar nicht so abwegig klang. Ich dachte schon wieder viel zu weit. Vielleicht interpretierte ich jetzt zu viel...Oh Gott, wie ich es hoffte...Doch ich konnte ihr eine klare Antwort darauf geben....

"Nein.". Ein Schütteln meines Kopfes unterstrich meine Worte, ehe ich sie wieder ansah. Und ich konnte nicht verbergen, dass es mich letztendlich amüsierte, was sie gesagt hatte. "Sie hatte nichts mit meinem Verschwinden zu tun. Ich habe sie danach kennen gelernt.". Noch gab ich nur kleine und kleckerhafte Infos. Nur das Nötigste. Aber ich wusste, dass ich ihr schuldig war, sie tiefer kramen zu lassen. "Ich hatte meine Gründe, dafür, dass ich gegangen bin. Charlie konnte nichts dafür. Es war meine eigene Schuld. Ich war noch ein paar Mal in der Stadt und bin bei June untergekommen.". Nun hatte sie einen Namen zu der Person. Doch wie weit wollte ich gehen? Ihr von dem Mord erzählen? Niemals... Auch wenn es inzwischen ironisch gegen das wirkte, was ich seit dem Ausbruch der Seuche getan hatte. Aber dennoch machte es einen Unterschied. Denn um so mehr ich ihr sagte, um so mehr Fragen kamen auf. Ich war gefasst und ich wusste noch nicht, wie es ausging. "Damals habe ich den Kontakt zu jedem abgebrochen und ich wollte, dass es so bleibt." ließ ich sie noch wissen. Mein Blick lag beobachtend auf ihr und ich hatte auch das kleine Schmunzeln erhascht, welches ich nicht einordnen konnte.
Und auch wenn es hier um mich ging...wobei ich davon ohnehin nicht begeistert war, hatte ich auch eine Frage an sie. Ich legte den Kopf leicht schief und sah sie mit einem ernsten Blick an. Denn auch wenn ich oft dachte, etwas verdient zu haben... Gut okay, das hier hatte ich verdient, aber ich hatte mir den meisten Krach schon von Charlie persönlich vor über einem Jahr abgeholt.
"Wieso lässt dich das so aus der Haut fahren? Dir konnte es doch ziemlich egal sein, dass ich gegangen bin. Am Ende hast du doch auch bekommen,was du wolltest.". Ich stellte es lockerer da, als es war. Mich störte nicht, was sie mit Charlie nach meinem Weggang getrieben hatte. Aber ihr Verhalten hatte ja gezeigt, dass sie es dennoch irgendwie...störte. Und auch wenn ich es sicher nicht hören...nicht wissen wollte, musste ich nachfragen. Das hier war mein persönliches Wespennest...in diesem Moment zumindest.

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#8

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 01.12.2019 18:50
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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"Ja, das ist ja auch so ein Thema!", bohrte ich weiter, obwohl ich eigentlich gar nicht wollte. "Deine Gründe, warum du einfach verschwunden bist. Du hast ja gar keine Ahnung, welche Wunden du aufgerissen hast! Was du Charlie damit angetan hast!"
Ich vergaß, dass er Charlie ja in der Zwischenzeit getroffen hatte und dass sie ihm sicher auch schon den Kopf gewaschen hatte. Ich fühlte sich in diesem Moment einfach nur hilflos und furchtbar wütend. Ich wusste nicht, warum es sich so anfühlte, als hätte Ethan Verrat an mir begangen.

Die nächste Frage - beziehungsweise seine Aussage war für mich wie ein Schlag in die Magengrube. Reflexartig zog ich die Beine ein und schlang die Arme um sie. Es klang wie ein Vorwurf. So als hätte ich Charlie Ethan ausspannen wollen. Das war nicht der Fall. Ich war immer das dritte Rad am Wagen gewesen. Hatte den beiden immer hinterher gehechelt. Sie waren meine einzigen Kontakte gewesen. Als Ethan ging, hatte er nicht nur Charlie verletzt. Er hatte auch mir weh getan. "Das ist nicht fair...", sagte ich mit Tränen in den Augen, die ich aber vor ihm zu verbergen suchte.
Ich wandte mein Gesicht von ihm ab. Ich baute mir eine Mauer auf und atmete einfach. Atmen war das ganze Geheimnis. Einfach weiteratmen und nicht zu viel denken.
Ich hatte mich unter normalen Umständen viel besser im Griff. Aber normal war an meiner momentanen Situation überhaupt nichts.
Ich legte meinen Kopf auf meine Knie und versuchte, mich aufrecht zu halten. Nicht losheulen, nicht schreien, ihm nicht an den Hals springen... Auch wenn es mir schwer fiel, musste ich meine Ruhe finden. Deshalb atmete ich, hielt die Augen geschlossen, presste die Stirn auf meine Knie und versuchte einfach, so wenig wie möglich zu denken, um micht nicht versehentlich noch viel tiefer hinein zu steigern und mich in eine noch aussichtslosere Position als ohnehin schon zu manövrieren.



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#9

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 02.12.2019 14:38
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger



Und ob ich wusste, was ich damit angerichtet hatte. Jedenfalls war ich dieser Meinung. Dass Noellina damit nicht nur wirklich auf Charlie anspielte, sondern auch auf sich selbst, wollte nur leise und langsam in meinen Kopf eindringen. Ja, ich war noch immer überrascht über ihre Worte und ich war überrascht, dass sie so schnell, so aufbrausend war. Obwohl es gute Gründe dafür gab. Es war schon ironisch, dass ich selbst über das, womit ich gerechnet hatte, sinnieren und es sortieren musste.
Ich hatte einen Punkt getroffen, auf den es meine Worte gar nicht abgesehen hatten. Es war gar nicht unbedingt June, die sie störte. Sie nutzte die Situation aus, um mehr über meinen Weggang zu erfahren.
Und auf ihre Worte hin veränderte sich mein Blick schlagartig. Er wurde unpässlich. Meine Stirn legte sich in Falten und meine Mundwinkel verzogen sich. Es sah fast so aus, als wäre ich auf einer Stufe zur Wut. Und ja, innerlich spürte ich sie auch. Sie fraß sich durch die vielen anderen Gefühle, die dieses Gespräch mit sich brachte. Aber ich würde ihr, der Wut, den Raum nicht geben...

Bevor ich endlich wieder das Wort ergriff, ließ ich sie alles sagen, was sie zu sagen hatte. Ich ließ sie ihre Tränen weinen und ich ließ es kommentarlos zu, dass sie sich zurück zog. Ich war mir darüber im Klaren, was meine Worte hätten anrichten können... was sie für sie bedeuten würden, wenn ich sie aussprach. Aber ich hatte gehofft, dass sie es nicht so falsch auffasste. Vielleicht...ganz vielleicht lag ja wirklich ein kleiner Vorwurf darin, auch wenn ich mir sicher war, dass es mich nicht störte... Immerhin hatte ich Charlie in guten Händen gewusst und eigentlich, war ich ihr sogar ziemlich dankbar...
Dennoch kämpfte ich damit, wie ich reagierte. Zu viel zeit war vergangen und wenn man schwieg, wirkte es immer wie ein Eingeständnis. Doch das war alles andere, als ich wollte.
"Ich wusste es in dem Moment, als ich gegangen bin." gab ich zu, ernst, mit einer Miene, die einem Eisblock glich, zu. Und ich sah sie dabei direkt an, auch wenn ich nicht wusste, ob sie auf meine Worte hin überhaupt aufsehen würde. "Aber wenn ich geblieben wäre... dann hätte ich sie zerstört.". Es war kein Zufall das ihr Unfall, als sie von einem Auto angefahren wurde, genau auf den Tag fiel, dem die besagte Nacht meiner Flucht folgte. Alles hatte seinen Grund...
"Sie ist tot... Das ist alles ewig her... Und doch ist es mir nicht komplett egal." ließ ich sie dann wissen. Mein Ton war um ein Müh weicher geworden, aber mein Blick hatte sich nicht geändert.

"Zwing mich nicht dazu, Vermutungen und Analysen in den Raum zu werfen." sagte ich dann bestimmt, was auf ihre Worte über Fairness angesetzt war.
"Und wenn du mir nicht sagen willst, was los ist...". Ich erhob mich bedeutungsschwer vom Bett. "Dann akzeptiere ich das, aber hör auf so naiv zu sein, dass ich nichts bemerke... Dass ich nicht in dir lese. Ich kann dein Verhalten nur bis zu einem gewissen Grad ausblenden.". Ich stand noch immer da, hatte in typischer Pose meine Arme verschränkt. Es war vielleicht gemein...vielleicht empfand sie es als übertrieben...vielleicht ging ich zu weit, um etwas zu erfahren, was ich gar nicht wissen wollte...Aber ich konnte dieses Versteckspiel nicht noch einmal ertragen. Man sollte meinen, dass so eine kluge Frau wie sie wusste, wie sie sich versteckte. Aber das verlangte ich gar nicht von ihr. Und ja, teilweise war es auch meine Schuld, obwohl ich versucht hatte, ihr zu sagen, wie ich die Sache betrachtete. "Ich bin mir sicher, dass eine so intelligente Frau wie du schon längst weiß, wie ihr Verstand funktioniert..." . Ein tiefer Atemzug zog sich durch meinen Brustkorb. Er war deutlich zu hören...
Fast hätte ich nun einen Schritt zurück getan. Ich wusste, dass es falsch war...dass ich sie so nicht hier sitzen lassen konnte, wenn ich nicht riskieren wollte, bei ihr in Ungnade zu fallen. Aber mit meiner Verschlossenheit, die die wichtigen Dinge betraf, begleitete mich auch mein Leben lang schon eine Ehrlichkeit, die ich nicht abstellen konnte und wollte. Und auch wenn ich wusste, dass es ihr nicht passte, musste ich sagen, was ich zu sagen hatte...
"Diese Welt war noch nie fair...aber wir haben die Möglichkeit das Beste daraus zu machen." philosophierte ich kurz, ehe ich einen Schritt am Bett entlang ging, aber nicht von ihr weg, sondern auf sie zu. "Du hast mich vor dem Tod bewahrt...ich war bereit aufzugeben. Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass ich wieder auf die Beine komme...und ja, du hast mir Zeit gegeben, mich wieder zu finden. Und das alles, obwohl du offensichtlich sauer auf mich bist...aber du kannst nicht so tun, als wärst du sauer, für deine verstorbene Freundin...Also, wie wäre es mit Therapie. Lass alles raus und ich verspreche, ich werde dich nicht verurteilen. ". Ich redete gerade viel... und vor allem über etwas, dass sonst nur kurzen Anklang bei mir fand. Aber dennoch war ich ein kleiner Heuchler...


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#10

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 02.12.2019 15:48
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

"Du wusstest es in dem Moment als du gegangen bist? Und trotzdem bist du gegangen?", wiederholte ich murmelnd, was er gerade gesagt hatte und sah dann doch kurz auf. "Also war es dir damals schon egal?"
Ich wusste, es war nicht gut, ihm solche Vorwürfe zu machen - und ich hatte auch kein Recht dazu. Aber ich musste es endlich aussprechen, sonst würde ich früher oder später platzen.

Ich spürte, wie Ethan sich von Bett erhob und hob zeitgleich den Kopf. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass er einfach gehen würde. Aber er stand noch da. Seine nächsten Worte saßen. Er hatte Recht, ich wollte über vieles nicht reden, weil ich ihn nicht von mir wegtreiben wollte. Und aus Angst davor behielt ich meine Gefühle für mich - aber wer zum Geier... "Wer zum Geier glaubst du eigentlich, wer du bist?", fuhr ich vom Bett auf und stand ihm gegenüber. "Du meinst, du wärst erhaben? Du meinst, du könntest mich lesen wie ein Buch? Das mag sein! Aber weißt du was? Das nennt man Freundschaft und man nennt es Vertrauen, wenn man das Gegenüber in sein Herz, ja vielleicht sogar in seine Seele blicken lässt. Ich könnte mich ganz nackt ausziehen vor dir - nicht körperlich, nein!, seelisch. Aber was würde es bringen, wenn ich mich nach dem Seelenstriptease nackt, kalt und schutzlos fühle?? Was bekomme ich denn von dir? Glaubst du wirklich, ich hätte noch nicht bemerkt, dass du mit dir selber kämpfst? Meinst du, ich wäre so blind? Aber meine Gefühle für dich sind einfach stärker als alles, was in der Vergangenheit passiert ist. Und ich empfinde so vieles für dich, da kämst du gar nicht nach, wenn ich dir das alles erzählen würde..."

Über meine Wangen liefen Tränen, die ich noch nicht einmal bemerkt hatte. Es tat so weh... Ich fasst mir auf die Brust und atmete durch. Es tat wirklich weh.
"Ethan..." Ich sah ihn durch den Schleier meiner Tränen hindurch an. "Ich liebe dich...", platzte es aus mir heraus.
Ich sank zurück aufs Bett, saß da, starrte meine Füße an. Meine Zehen streiften den Boden. Ich fühlte mich gerade wirklich wie ein kleines Kind. Nackt, schutzlos, kalt. °Was habe ich nur angerichtet?°, war der einzige Gedanke, den ich noch fassen konnte.



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zuletzt bearbeitet 02.12.2019 15:54 | nach oben springen

#11

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 02.12.2019 18:12
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

°Du wusstest es in dem Moment als du gegangen bist? Und trotzdem bist du gegangen?°. Ich konnte ihr Murmeln deutlich hören und auch ihre Worte danach trafen mein Gehör. Und doch versuchte ich ruhig zu bleiben, mich davon nicht mitziehen zu lassen, wie es bei unserem Streit auf dem Weg zum Hafen der Fall gewesen war. Und sie hatte sowas von Unrecht. Denn ich war schon fast versucht, ihr mit dem Geheimnis, dass ich allein mit mir trug, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Immer wieder switchte mein Verstand um, wenn es darum ging, es zu sagen. Immer wieder änderte sich meine Meinung dies bezüglich in zwei Extreme.
Einerseits war es ohnehin inzwischen so gut wie egal, was man in der Vergangenheit angestellt hatte, aber ihr schien vieles davon eben nicht egal zu sein. Wenn ich ihr jetzt einen Mord gestand, den ich damals an der Professorin begangen hatte, wer weiß... In welchem Licht würde sie mich sehen? Würde sie mich überhaupt noch akzeptieren können? Noellina hatte auch ihre "Leichen" im Keller und gerade in den letzten Tagen hatte ich gemerkt, dass sie es noch faustiger hinter den Ohren hatte, als ich dachte. Und doch traute ich ihr anscheinend so wenig, dass ich nicht darüber reden konnte...

Nachdem ich aufstand, durfte ich mir erneut eine mentale Backpfeife abholen. Noellina war eindeutig bewegt, aber ging es in die richtige Richtung? Alles weitere wäre ihre Entscheidung...ihr Handeln...unser Konsequenzen.
Sie war ebenfalls aufgestanden und baute sich mit ihrer deutlich kleineren Größe vor mir auf. Es gab Zeiten, in denen hätte sie nur ein müdes Lächeln für ihre Worte von mir bekommen. Zeiten, in denen es mir noch möglich gewesen war, die Wahrheit hinter einer Maske aus Arroganz und Machogehabe zu verstecken. Die Zeit, die jetzt vorbei war und mir genommen wurde...mit einem Schlag. Mein Blick schnellte seitlich nach unten, als sie begann und als sie ihre Rede beendete, konnte man deutlich sehen, wie mein Kiefer sich verhärtete. Ich presste ihn förmlich aufeinander. Ein weiteres Wutzeichen, welches sich aber nicht entladen sollte.
Nicht, weil ihre Worte mich hart trafen, denn eigentlich waren sie nicht beleidigend oder gar böswillig. Es war nur die Wahrheit. Und auch wenn ich es schon gedacht gewusst zu haben, war es an mir, jetzt ihre Worte zu verarbeiten. Nicht nur diese drei, die sie zuletzt heraus gebracht hatte.

Ja...was bekam sie von mir. Mir fielen viele Dinge dazu ein. Schutz war das Erste. Sie wusste sehr wohl, dass ich so einiges für sie tun würde. Sie hatte es selbst gesagt, noch vor ein paar Minuten. Aber um diese Sachen ging es auch nicht. Es ging hier um ihre Gefühle, die anscheinend schon viel früher existiert hatten, als es mir überhaupt klar war. Das hatte sie tatsächlich gut versteckt, damals... Und auch wenn es das ein oder andere Anzeichen gegeben hatte, war es nicht ausschlaggebend gewesen, mich zu einer Vermutung zu verleiten. Ich dachte, wir wollten einfach alle Spaß haben. Wir waren jung... wir haben rumgealbert...getrunken. Erst jetzt...Jetzt, als ich es endgültig von ihr hörte, konnte ich mich an die vielen Zeichen erinnern.
"Du hast das damals schon empfunden... oder besser gesagt, den Grundstein gelegt...oder?". Meine Worte waren ruhig und gesetzt. Der Ton darin spiegelte nur einen Bruchteil meines Inneren wieder. Sie war wieder aufs Bett gesunken und es war einerseits schwer, sie nicht zu trösten, andererseits bekam ich ein ungesundes Fluchtverlangen. Der Zwiespalt in mir, was sie betraf, war nie größer. Das hätte ich ahnen müssen... Ich hätte es verhindern müssen... Eine Erkenntnis, die ich schon gehabt hatte, aber es einfach ignorierte.
Was hatte ich angerichtet? (Absicht, dass es der gleiche Wortlaut ist^^)
Meine Augen huschten zum Fenster und eine Sekunde später, führten mich meine Schritt dort hin. Meine Arme verweilten derweil immer noch in verschränkter Position. "Ich verstehe es nicht... " ließ ich sie dann wissen. Es war, als wäre ich apathisch, so wie ich hinaus starrte. Dann kam eine Weile nichts. Es ratterte und ratterte und auch wenn ich oft das Gefühl hatte, es würde nie wieder aufhören...ich würde nie wieder einen klaren Gedanken fassen können, war es dieses Mal wieder extremer. Konnte es überhaupt so sein?
"Ich habe so viele Dinge getan...schlimme Dinge. Ich habe sie verletzt...und dennoch habe ich weiter gemacht...immer weiter und weiter.". Ich redete leise, aber noch hörbar. Es war, als würde ich mit mir selbst reden, auch wenn ich wollte, dass sie es hörte. "Ich habe sie nie geschlagen oder körperlich verletzt, aber ich bin tief in ihre Seele eingedrungen und habe mit ihr gespielt. Ich wusste es...aber ich habe sie geliebt.". Ihr war es nicht klar. Wie auch, wenn sie gar nicht wusste, dass diese Infos gar nicht über Charlie handelten, sondern über Kyra. Ich hatte sie behandelt, wie einen daher gelaufenen Hund. Nein, schlechter als Hersh. Ich hatte alles getan, um sie von mir fern zu halten. Aber sie hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Letztlich kam es dazu, dass sie eine Abhängigkeit entwickelt hatte. Und irgendwann hatte ich das auch, aber zuvor hatte ich sie manipuliert, angelogen und nicht nur einmal zurück gewiesen. Bis zu ihrem Tod, an den ich immer noch versuchte zu glauben, hatte sie nicht einmal 20 Prozent der Wahrheit erfahren...
Und ja, ich wollte, dass es sich so anhörte, als würde ich über Charlie reden, denn es war kaum anders gewesen am Anfang. Und das Ende...

Ich drehte mich wieder um und sah in ihre feuchten Augen. Ich hatte sie nicht zum weinen bringen wollen. Ich wollte nicht der Grund dafür sein. Es passierte etwas, dass ich selbst nicht erwartet hätte. Ich würde ehrlich sein und allein der Gedanke an meine vergangene Liebe und der Zusammenhang mit dem, Was hier passierte, brachten mich dazu, ebenfalls Emotionen zu zeigen. Nur andeutungsweise, aber auch meine Augen glänzten.
"Ich habe in einer Kolonie gelebt. Über ein Jahr lang... Es war die Anstalt, in der ich als Kind behandelt wurde. Ich war gern dort...Ich habe es geschafft, ein stabiles Umfeld zu schaffen. Meine Schwester war da. Sie war schwanger. Ich wäre Onkel geworden...Dann starb sie.". Ich machte eine kurze Pause und lockerte meine Arme erst jetzt wieder. Es war aber klar, dass ich noch nicht fertig war. Mein Brustkorb hob und senkte sich allmählich schneller. "Ich habe alles für sie getan, aber ich war hilflos. Vor 4 Wochen ist die gesamte Anstalt zerstört worden und ich war nicht da...". Mein Ton wurde lauter, als wäre ich aufgeregt.
"Ich habe an diesem Tag alle meine Leute verloren und... eine Frau, die ich geliebt habe.". Letzteres ging mir am schwersten über die Lippen. Meine Worte bewegten etwas in mir. Ich wusste, dass mit den Worten auch die Bilder kommen würden. "Zwei Wochen später hast du mich gefunden, nach einem ausgedehntem Blackout.". Ich wollte sie nicht voll jammern. Das war das Letzte, was ich wollte. Aber es war unumgänglich, dass sie diese Infos JETZT bekam. Denn mir waren die Ausreden ausgegangen und ich wollte es dieses Mal ein wenig besser machen. Ein tiefer Atemzug folgte, als ich auf sie zu ging und ihre Hand greifen wollte. Ich kniete mich vor sie, suchte ihren Blick.
"Ich will es nicht fühlen...Ich will nichts fühlen im Moment. Nur leider sind wir unseren Emotionen ausgeliefert, wie du weißt...". Ich schluckte, während mein Blick den Boden suchte und ich mich wieder aufrichtete. Dann schüttelte ich den Kopf, aber eher für mich selbst.
"Du bist mir unheimlich wichtig, auch wenn ich mit jedem Mittel versucht habe, es zu verhindern. Du triggerst mich jeden Tag und du kannst nichts dafür...". Wieder sah ich sie an. Sie würde verstehen, was ich meine...oder? Sie wusste doch, was ich sagen wollte?
"Und dennoch will ich dich um mich herum haben...Obwohl ich genau weiß, dass du derzeit Gift für mich bist. Nicht, weil ich nichts erwidern kann, sondern, weil ich fühlen muss...".
Es war raus. Ich war kein Heuchler. Ich war ehrlich gewesen und hatte mich damit entweder ins Aus geschossen oder endlich mal das Richtige getan. Das hier hatte nichts mit Beruhigung oder Abspeisen mehr zu tun...Das war die Wahrheit. Wenn ich damit leben musste, dann würde sie das ab jetzt auch tun.
"Ich will kein Mitleid...Uns geht es allen kacke, aber ich finde, du solltest es endlich wissen. Vertrauen, nicht wahr?".

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zuletzt bearbeitet 02.12.2019 20:16 | nach oben springen

#12

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 02.12.2019 20:34
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Kolonie Einzelgänger

Ich hörte­, was er sagte – was er fragte und ich war drauf und dran nachzufragen, was er damit meinte, was er damit sagen wollte. Ich hätte den Grundstein schon damals gelegt? Was soll das heißen? Dass ich schon damals verliebt in ihn war? Damals? An der Uni? Nein… oder? Aber das wäre nicht korrekt gewesen. Ich hätte Charlie hintergangen und unsere Freundschaft verraten. Ich hätte Ethans und meine Freundschaft verraten… Die beiden Menschen, die mir auf der Welt neben meiner Mom am aller wichtigsten waren, hätte ich verloren… Das war auch der Grund, warum ich mir nie erlaubt hatte, auch nur einen Moment über meine Gefühle nachzudenken. Aber hatte er so unrecht? Immerhin war ich mit Charlie im Bett gelandet – auch wenn jede Menge Alkohol im Spiel war. Für mich war es mehr, als eine besoffene Geschichte gewesen. Für mich war es auch keine Sache, die man so einfach hätte totschweigen und vom Tisch fegen können. Für mich war da mehr… Das war auch der Grund, warum die Freundschaft brach. Als Charlie und Ethan noch ein Pärchen waren, hätte ich meine Gefühle niemals zugelassen. Wenn Ethan nicht gegangen wäre, hätte Charlie nie von meinen Gefühlen erfahren. Wäre die Seuche nicht ausgebrochen, hätte ich niemals die Gelegenheit bekommen, mich so sehr in Ethan zu verlieben, wie ich es getan hatte.

So waren wir nun hier – und mussten mit dem Moment, den ich uns eingebrockt hatte, fertig werden.

Ich blickte auf – sah Ethan nach, als er zum Fenster ging und hörte ihm zu. Kein Wort kam über meine Lippen – ich atmete flach, um ihn nicht zu unterbrechen. Natürlich ging ich davon aus, er würde immer noch von Charlie sprechen. Die plötzlichen Geständnisse – die tiefen Einblicke – ließen mich die Luft anhalten. So hatte ich Ethan noch nie erlebt. Er gewährte mir Einblick – ganz tief in seine Seele.

Es kam mir vor, als dauerte es eine Ewigkeit, bis er sich wieder zu mir umdrehte und mich ansah. Unsere Augen trafen uns. Beide blickten wir durch einen Schleier aus Tränen dem anderen in die Augen. Ich wartete ab, sagte nichts und ließ ihn einfach weitersprechen.
Und das tat er – er erzählte mir von einer Kolonie. Von seinem Leben vor unserem Zusammentreffen. Eine Anstalt in der er seine Kindheit verbrachte? Darauf würde ich zurück kommen – irgendwann. Er erzählte von seiner Schwester. Die Pause die er machte deutete eindeutig auf seinen inneren Kampf hin, den er ausfocht. Ich ließ ihm Zeit. Ich wartete ab, sagte nichts, fragte nichts. Ich wollte Ethans redselige Stimmung nicht trüben. Es war wichtig, dass er all die Dinge aussprach. Für ihn, aber auch für mich.

Ich lächelte versonnen, als ich an den Moment unseres Wiedersehens zurück dachte. Er kam zu mir, wollte meine Hand nehmen, ging dann aber auf die Knie. Als er meinen Blick suchte, streckte ich vorsichtig die Hand aus und legte sie ihm sanft auf die Wange. Ich sah ihm direkt in die Augen. Offen und zuversichtlich. Verständnisvoll und voller Liebe. Der Moment währte nur kurz – schon stand er wieder auf. Meine Hand sank in meinen Schoß und ich sah Ethan weiter an. Schweigend.

Als er geendet hatte, atmete tief durch. Er wollte nichts fühlen. Er wollte sich vor seinen Emotionen und Gefühlen verstecken. Und ich? Meine Anwesenheit zwang ihn dazu, sich seinen tiefsten Verletzungen zu stellen. Ich begann zu verstehen. Langsam, aber doch, sickerte all das in mein Bewusstsein.

Ich lächelte ihn an. „Danke.“, war das erste, was ich sagte. „Für dein Vertrauen.“, fügte ich noch hinzu. Ich stand auf und ging auf ihn zu. Sehr langsam – fast in Zeitlupe. Ich wollte ihn nicht bedrängen. Ich wollte ihn nicht verschrecken, ihn nicht in die Ecke drängen.
Ich streckte meine Hand aus und hoffte, er würde sie annehmen. Langsam ging ich auf ihn zu und nahm ihn in den Arm.
Diese Geste hatte nichts zu tun mit Mitleid. Sie war Anteilnahme. Sie war das Versprechen, für ihn da zu sein, egal was kommen mochte und egal, was auch immer er sagen würde.



@Ethan Haddock



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#13

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 06.12.2019 12:04
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Kolonie Einzelgänger

Ich war mir sicher, dass sie verstehen würde. Ich wusste, dass Noellina ein großes Verständnis hatte für diese Situation und ich hatte das schon vorher gewusst. Dennoch hatte ich mich vehement dagegen gewehrt, ihr zu berichten, wieso sie mich in diesem Zustand gefunden hatte. Dabei hätte mir klar sein sollen, dass sie mich nicht verurteilte. Es war eher das Mitleid, welches ich mit keinem meiner Worte erhaschen wollte. Ich hatte so viel geschafft und so viel getan, damit das nicht passierte. Und die Angst davor, wie eine Aussprache sich auf meine Psyche auswirken konnte, kam noch dazu. Im Endeffekt verlief es ruhig und ich hatte auch nicht das Gefühl, als würde ich im nächsten Moment Amok laufen, aber ich spürte es deutlich, wie es mich noch mehr versuchte aufzuwühlen. Als wäre dieses Gespräch an sich nicht schon genug...
Während ich redete, fiel mir erneut auf, was alles gegangen war. Alles, was mir ein Gefühl der Selbstkontrolle verschafft hatte, war mit einem Mal verschwunden. Und dennoch stand ich hier... und das war Noe´s und Hersh´s Verdienst. Ganz eindeutig. Ich hatte mich lediglich einmal gefragt, ob es besser gewesen wäre, sie nicht zu treffen... Ob es einfach besser gewesen wäre, zu sterben und auch wenn ich weder an Himmel oder Hölle glaubte, war der Gedanke daran, mit den anderen wieder vereint zu sein, trostvoll. Aber das war etwas, was mich bisher nie gereizt hatte. Jeden Verlust hatte ich mehr oder weniger hingenommen, wenn auch nicht alle verarbeitet. Hätte mir vor zwei Jahren jemand gesagt, dass ich tatsächlich wieder so etwas wie eine Familie haben würde, ich hätte ihn ausgelacht. Hatte ich die Apokalypse doch anfangs viel für mich genutzt. Wenn ich nicht gerade Acht auf meine Schwester gegeben hatte, war ich unterwegs gewesen und meinen Instinkten gefolgt. Es fühlte sich so befreiend an und als ich Hayley das erste Mal aus den Augen verloren hatte, hatte ich weiter gemacht... und im Asylum ein Zuhause gefunden, welches ich dringend gebraucht hatte. Mit dem Wiederfinden meiner Schwester, 5 Monate später war alles perfekt. Ich war so gespannt auf den kleinen Wurm, den sie in sich trug. Und auch wenn die Anstalt immer wieder mit Zombiehorden und Feinden zu kämpfen hatte, war es eine gefestigter Standort. Mein Zuhause...
Aber ich hatte beschlossen, meine offenen Gefühle dort zu lassen. Zumindest so lange, bis etwas in mir sich wieder bewegte. Nichts war ausweglos...Nicht für mich. Wenn es nötig war, dann würde ich bis zum Tod kämpfen, egal in welcher Hinsicht. Und auch wenn ich mir selbst damit widersprach, weil ich Noe suggerierte, dass ich nichts fühlen wollte, konnte ich es dennoch nicht abstellen. Der Kampf in mir wuchs dadurch heran, aber ich wusste, dass es sich irgendwann lohnte. Es musste, denn alles hatte doch seinen Grund...oder?

Als sie aufstand, waren das Salzwasser in meinen Augen schon wieder versiegt. Keine Träne hatte es meine Wange herunter geschafft. Lediglich meine trockenen Augen hatte sie benetzt. Fast wäre ich einen Schritt zurück gewichen, als sie plötzlich auf mich zu kam. Auch wenn es zögerlich wirkte, war in mir ein Widerspruch, zu dem, was jetzt passierte. Ich hatte meine Züge wieder mehr im Griff, hatte sie wieder normalisiert und versuchte, den Moment und mein "Geständnis" damit in meinem Ausdruck zu vertuschen. Ich musste das vor ihr nicht, zumal sie alles gehört hatte, was ich sagte, aber es kam automatisch.
Doch meine Atmung verriet mich noch immer. Sie war erhöht und zeichnete sich noch immer deutlich durch das zu schnelle Heben und Senken meines Brustkorbes ab. Auf ihre dankbare Antwort hin, bekam sie ein Nicken von mir. Es war fällig gewesen, endlich ehrlich zu sein, zumindest in dieser Hinsicht. Sie sollte sich keine Hoffnungen machen, wo keine waren. Und sie sollte verstehen, warum ich so reagierte, wie ich es tat...

Ich ließ zu, dass sie nach meiner Hand griff, aber als sie näher kam und mich in den Arm nahm, konnte ich nicht anders, als mich heraus zu winden und doch einen Schritt zurück zu tun. Klar konnte ich mir denken, dass sie es nicht aus einem Akt von Mitleid tat, aber es fühlte sich dennoch so an. Es dauerte einige Augenblicke, ehe ich wieder das Wort erhob.
"Du solltest dich ausruhen...". Recht matt drangen die Worte über meine Lippen und sie wirkten wahrscheinlich, als wolle ich ihre Nähe los werden. Aber das war nicht der Plan. Nicht so. Und doch...es war meine Art, mein Selbstschutz und meine Krankheit, der ich es schuldete, dass ich mich von einem zum anderen Moment in meinem Wesen völlig zu verändern schien. "Ich bleibe hier...wie versprochen..." ließ ich sie dann noch wissen und ging selbst zum Bett herüber. Dort setzte ich mich neben das Kopfende auf den Boden. Dass ich selbst todmüde war, blendete ich mal wieder aus. Ich würde auf sie achten, so wie sie auf mich geachtet hatte...

@Noellina McGreggoar sorry


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#14

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 07.12.2019 08:48
von Noellina McGreggoar | 456 Beiträge | 952 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ich hatte viele Informationen bekommen, die ich erst ordnen musste.
Ich hatte Fragen, die ich irgendwann würde stellen müssen. Aber nicht heute. Nicht jetzt.
Ich hatte damit gerechnet, dass Ethan sich mir entwinden würde und ich ließ es kommentarlos zu und trat einen halben Schritt zurück, um ihm den Raum zu geben, den er brauchte.
'Es wäre wirklich wichtig für ihn, seine Gefühle einmal zuzulassen...', sagte die Psychologin in mir und ich wusste, sie hatte Recht. Aber ich war nicht Ethans Therapeutin, ich war seine Freundin.
'Bin ich seine Freundin?' Wie sollte ich diesen Gedanken nun wieder einordnen? Ein wenig frustriert atmete ich leise durch. Dass Ethan diese Geste auf sich beziehen könnte, ging in diesem Moment an mir vorüber, weil ich einfach zu müde war, um weiter zu denken. Ich war mit meinen Gedanken schon so überfordert, dass ich mir keine Gedanken über seine Gedanken machen konnte. Ja, genau so sah es in meinem Kopf aus.

Ich beobachtete, wie Ethan zum Bett ging und sich ans Kopfende setzte. Kopfschüttelnd folgte ich ihm und sah ihn an.
"Wie lange kennen wir uns jetzt, Ethan? Und du meinst, du kannst in einem 140 cm breiten Bett nicht neben mir liegen? Ich komm auch nicht bei dir an. Versprochen..."
Ich meinte es ernst, auch wenn es mir schwer fallen würde. Im Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als einfach in den Arm genommen zu werden und einzuschlafen. Ich stieg ins Bett und machte Platz für Ethan. Es wäre allein seine Entscheidung, ob er sich zu mir legen würde.
"Ich danke dir für alles...", flüsterte ich und schloss die Augen.

An Schlaf war zuerst aber nicht zu denken. Meine Gedanken überschlugen sich. Ich dachte darüber nach, dass Ethan mir erzählt hatte, er wäre schon in der Kindheit in Behandlug gewesen. Weswegen? Welche schwere Bürde trug er mit sich? Allein, ohne jemals darüber zu sprechen? Was verbarg er vor mir?
Hatte es damit zu tun, dass er einfach aus der Uni verschwand? Auf Nimmerwiedersehen? Was war da wohl vorgefallen? Hatte er Charlie wohl die Wahrheit erzählt, als sie sich trafen? Waren sie vielleicht wieder ein Paar geworden?
Die leise Eifersucht in meinem Herzen versuchte ich so gut es ging zu ignorieren.
Er wollte nicht fühlen, doch er fühlte - wegen mir. Doch was fühlte er nun wirklich für mich?
Ich war so verwirrt, dass ich wieder frustriert schnaufte. Die Augen hielt ich jedoch geschlossen.
Eine Träne verirrte sich aus meinem Auge und lief über mein Gesicht. Ich verfolgte ihren Weg, weil sie kitzelte, wischte sie aber nicht weg.
June... die Frau "von früher". Wer das wohl war? Und wie stand sie zu ihm?
Wieder meldete sich Eifersucht in meinem Herzen, diesmal lauter.
Ich schluckte hart und versuchte, meine Tränen zu unterdrücken, was mir nicht gelang. Also ließ ich ihnen einfach freien Lauf. Leise, ohne zu schluchzen, ließ ich die Tränen einfach laufen.



@Ethan Haddock



Ethan Haddock liebt es!
Ethan Haddock knutscht es ab.
Ethan Haddock hofft auf ein Wunder.
Ethan Haddock schenkt ein Einhorn und reitet davon.
zuletzt bearbeitet 07.12.2019 08:49 | nach oben springen

#15

RE: "i´m not confused, just wondering" 18.10.19 (Zimmer 124) Noellina/Ethan

in Verschobene Plays 10.12.2019 11:50
von Ethan Haddock | 563 Beiträge | 1336 Punkte
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Kolonie Einzelgänger

Ihre Atmung blieb mir tatsächlich nicht unbemerkt und ja, ich versuchte das auf mich zu beziehen und auf das, was ich gerade getan hatte. Ich deutete es nicht so, dass ich sie als genervt oder ungeduldig einschätzte. Es wirkte eher etwas...resignierend auf mich. Und nein, ich dachte mit keinem Deut daran, dass ich es gerade falsch interpretieren könnte. Aber ich nahm es ihr auch nicht übel, denn wenn sie jetzt noch einmal Worte dazu aufgebracht hätte, mir gar gesagt hätte, dass ich mich falsch verhielt, dann wäre sie im Recht gewesen. Ob ich ihr tatsächlich zustimmen würde, war ungewiss. Innerlich tat ich es, auch ohne, dass sie mir einen Vortrag halten musste. Ich wusste es... Ich hatte es fast immer gewusst, aber das hielt mich nie davon ab, das zu tun, was ich tun wollte...
Aber ich war dankbar dafür, dass sie nichts mehr sagte. Nicht, bis ich mich neben das Bett setzte und dann waren es aber auch Worte, die mehr sagten, als ich hörte.
Nicht, weil sie unbedingt wollte, dass ich mich neben sie legte, sondern, weil sie nicht gewillt war, mich auf dem kalten Boden hocken zu lassen. Mir war es gerade ziemlich egal. Ich fragte mich, ob ich jetzt überhaupt zum schlafen kommen würde, nachdem ich mich seelisch so geöffnet hatte. Mir war klar, dass mein Kopf mir eventuell einen Strich durch die Rechnung machte. Vielleicht ahnte sie diese Misere, aber das tat nichts zur Sache. Eher fragte ich mich, warum sie so hinterher warf, dass sie mich im Bett in Ruhe lassen würde. Fast schon ironisch war, dass sich das hier wie vertauschte Rollen anfühlte, wenn man nach dem Klischee ging. Nicht wegen meinem Grund, ihre Nähe zu meiden, sondern eher nur der letzte Kontext...

Ich saß noch immer unter dem Fenster, neben dem Bett, als ich ihre letzten Worte aufschnappte. Meine Beine hatte ich etwas angezogen und darauf meine Unterarme gestützt. Mein Kopf neigte sich nur leicht nach vorn und das nur, weil mein Blick auf dem Boden vor mir lag. Dabei starrte ich aber wieder mehr und horchte in den Raum hinein, während meine Gedanken weiter liefen...
Ein lautes Einatmen meinerseits folgte ihren Worten. Um so mehr Zeit verging...und wenn es sich nur um Sekunden handelte, um so mehr wechselten sich die Vor und Nachteile meiner Entscheidung in meinem Kopf ab. Schlussendlich war es egal, denn es war schon passiert.
Irgendwann, vielleicht Minuten danach...vielleicht eine halbe Stunde, legte ich meinen Kopf auf meine Arme und schloss die Augen. Noch immer saß ich in meiner Position da. Es war nicht so, als wäre ich so etwas nicht schon von früher gewohnt. Als Soldat hatte ich Stunden und Tage in den gleichen Positionen, in engen Räumen ausgeharrt. Das musste ich nicht mehr...

°"Oh... ich hatte schon Angst, du tauchst nicht mehr auf..." ließ ich sie sarkastisch wissen. Ich saß auf meinem Bett. Nicht hier, sondern in meinem ehemaligen Zuhause. Irgendwie war es immer hier, wenn ich sie sah. Vielleicht, weil ich sie mit diesem Zimmer verband. "Ich hätte nichts dagegen, wenn du einfach verschwinden würdest...". Dieses Mal war es ernst gemeint. Nein, leicht kamen diese Worte nicht über meine Lippen, auch wenn ich mir zu großen Teilen darüber im Klaren war, dass das hier ein Traum oder eine weitere Halluzination darstellte. Aber ich wusste auch, dass ich nur hier daran arbeiten konnte...Zurzeit. Statt etwas zu sagen, lächelte sie nur. Es war kein erzwungenes oder gar falsches Lächeln. Nein, es war eben das, welches ich noch genau in Erinnerung hatte. Ich stand auf und ging auf sie zu, aber ich hatte das Gefühl, ich müsste mehr Schritte machen, als eigentlich nötig. Als wäre der Raum plötzlich doppelt so groß. Und um so schneller ich wurde, um so weiter schien sie weg zu sein...Dann blieb ich stehen. Ich hatte entschieden... Kein weiterer Schritt würde folgen. Und da wurde mir erst richtig klar, dass das hier nicht echt war.°

Mein schmerzender Nacken war das Erste, was mir auffiel, als ich die Augen wieder öffnete. Dabei war ich der Meinung, gar nicht so lange weg gewesen zu sein. Aber ich wusste ja auch, wie sehr man sich in der Zeit irren konnte, wenn man schlief. Ich legte den Kopf in den Nacken und rieb mir mit der Hand darüber, ehe ich begann mich doch aufzurichten. So leise wir möglich... Noellina schlief sicher schon. Und so ließ ich mir von der Wand und dem Fensterbrett aufhelfen. Wie ein alter Knacker... furchtbar.
Natürlich war mein Körper gerade weniger belastbar, als damals... Aber ich wollte ja immer nicht daran glauben. Ganz vorsichtig setzte ich mich aufs Bett, ehe ich mich auch schon auf die Weiche Matratze sinken lies. Noe hatte ausreichend Platz gelassen. Einen Arm legte ich unter meinen Kopf, während ich diesen in ihre Richtung drehte und sie ansah. Ihre Augen waren geschlossen und ich hoffte, dass sie sich ihren wohlverdienten Schlaf abholte. Ich hingegen hatte das Gefühl, wieder hellwach zu sein und ließ meinen Blick an die Zimmerdecke schweifen. Dieser Schritt heute...er war der Richtige gewesen. Das erste Mal hatte ich versucht, Kyra aus meinem Traum zu verbannen... Das wohlig warme Gefühl, welches sie noch immer mit ihrem Auftauchen in mir auslöste, konnte ich dennoch nicht ausblenden. Aber es war schwächer geworden...
Wann meine Gedanken aufgehört hatten zu rasen, wusste ich nicht... Ich war wieder eingeschlafen, recht schnell vermutlich. Erst als Hersh an der Tür kratzte, wurde ich wieder wach...

@Noellina McGreggoar
Also wir könnten die Szene hier jetzt beenden, oder noch eine kurze Wachfrequenz einbauen, jetzt wo Hersh noch rüber kommt. Später steht Ethan ja auf und ist dann schon in der nächsten Szene


"maybe I am the Villain in your story..."

"...but i am the Hero in mine"

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